Kanton Schwyz

08. Juli 2014 18:25; Akt: 10.07.2014 11:29 Print

Bevölkerung soll bei Krebszählung helfen

Der Kanton möchte wissen, wo welche Krebsart vorkommt und hat eine Krebszählung angeordnet. Mit den gesammelten Daten will sich der Kanton gegen die Krebspest rüsten.

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Ein einheimischer, gesunder Steinkrebs. Diese kleinste europäische Flusskrebsart ist wie alle europäischen Flusskrebse durch die Krebspest massiv gefährdet. (Bild: Kanton Schwyz)

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Der Druck auf einheimische Krebse nimmt zu: «Heute leben bereits mehr fremde als einheimische Krebse in der Schweiz», teilte der Kanton Schwyz am Dienstag mit. Ein Beispiel dafür ist der Lauerzersee, in dem nur noch ausländische Krebse vorkommen. Der Grund: Fremde Krebse sind im Allgemeinen fruchtbarer und anpassungsfähiger und verdrängen so die einheimischen Arten.

Hinzu kommt, dass die ausländischen Arten die gefährliche Krebspest übertragen können: Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die für heimische Krebse einen unheilbaren, tödlichen Ausgang nimmt. Die eingeschleppten Krebse sind hingegen resistent. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.

Erreger bisher nur im Obersee nachgewiesen

Wichtig sei nun zu wissen, wie es um die im Kanton Schwyz heimischen Krebspopulationen stehe, erklärt das Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Bisher wisse man nur wenig darüber. Einige wenige Populationen einheimischer Krebsarten seien jedoch auch bekannt. Krebspestfälle habe es zwar noch keine gegeben, aber die Krankheit könne schnell übertragen werden. Gerade durch Aussetzen infizierter Krebse, durch Übertragung von Fischen und Insekten oder auch durch Angler und deren Geräte kann sich die Krankheit verbreiten. Im Zuger-, Lauerzer-, Sihl-, Zürich- und Obersee hat man gemäss Studie 2013 bereits grosse Populationen von ausländischen Krebsen auf Erreger untersucht, wobei der Erreger aber nur im Obersee nachgewiesen wurde.

Bevölkerung soll Funde melden

Um eine bessere Übersicht zu erhalten, will der Kanton nun ein Krebsinventar erstellen: Das Ziel ist, herauszufinden in welchen Schwyzer Gewässern Krebse vorkommen und welcher Art sie angehören. Nur mit diesem Wissen könne man den bedrängten und bedrohten einheimischen Flusskrebsen Schutz bieten und die Ausbreitung fremder Arten vermindern. Die Bevölkerung soll bekannte Krebsvorkommen dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei melden. Dieses geht den Hinweisen nach und teilt den Hinweisgebern mit, welche Krebsart gefunden wurde.

Auch im Kanton Luzern ist die Krebspest bekannt: Dort hat der Kanton aufgrund des Befalls ein Sperrgebiet um den Mauensee errichtet. Zudem ist auch der Soppensee mit Krebspest verseucht. (20 Minuten berichtete)

(dhe)