Zug

21. Mai 2019 12:15; Akt: 21.05.2019 12:25 Print

Brutaler Räuber nach fünf Jahren gefasst

Im November 2014 haben drei Männer einen Bijoutier in Zug gefesselt und ausgeraubt. Nun ist einer der Täter gefasst.

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Nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Bijouterie vor viereinhalb Jahren konnte einer der drei Täter ermittelt werden:
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug hat ein Strafverfahren gegen einen heute 28-jährigen Litauer eröffnet, der mit zwei Komplizen am 4. November 2014 eine Bijouterie in der Stadt Zug überfallen hatte.

Der Litauer bedrohte damals den Bijoutier mit einer Faustfeuerwaffe, während seine Mittäter Uhren im Wert von
mehreren Hunderttausend Franken erbeuteten. Die Täter konnten trotz sofortiger Grossfahndung flüchten und liessen den Bijoutier gefesselt im Verkaufsgeschäft zurück.

Dank Überfall in Deutschland ermittelt

Der Kriminaltechnische Dienst der Zuger Polizei habe am Tatort eine umfangreiche Spurensicherung vorgenommen, teilten die Strafverfolgungsbehörden am Dienstag mit. Im Zuge der Ermittlungen sei auch die internationale Zusammenarbeit ver-
stärkt worden. Diese wurde dem Litauer schliesslich nach fast fünf Jahren zum Verhängnis.

Er war im Januar 2017 bei einem Raubüberfall in Deutschland in flagranti verhaftet und anschliessend zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ende März 2019 wurde der 28-Jährige der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug ausgeliefert und anschliessend befragt. Der Beschuldigte muss sich nun vor dem Strafgericht des Kantons Zug verantworten. Er ist bis zu Beginn der Gerichtsverhandlung wieder nach Deutschland zurückgeführt worden.

Als der Bijoutier die Axt sah, bekam er Panik

Der betroffene Bijoutier, den die Räuber mit starken Plastikbändern gefesselt und ihm den Mund zugeklebt hatten, sagte nach dem Überfall zu 20 Minuten: «Ich dachte nur, wehre dich auf keinen Fall, dann kommt es gut.»

Am Anfang habe er locker bleiben können, weil Überfälle auf Schmuck- und Uhrengeschäfte fast täglich vorkommen würden. Dann sah er aber plötzlich, dass einer der Männer eine Axt in den Händen hielt: «In diesem Moment wurde ich von Panik ergriffen und hatte Angst, dass ich nicht mehr atmen kann.»

Dann sprayten die Räuber dem Bijoutier etwas mitten ins Gesicht. «Ich glaube, dass es Tränengas war.» Nach ungefähr zehn Minuten sei der Spuk vorbei gewesen. Er konnte sich von seinen Knebeln selbst befreien und auf der Strasse um Hilfe rufen.

(mme)