Luzern

27. Mai 2010 23:03; Akt: 27.05.2010 21:00 Print

Buch des «Frauenlästerers» ein Ladenhüter

von Daniela Gigor - Das Buch von Neuautor René Kuhn ist im Buchhandel ein absoluter Flop. Schuld sind laut Kuhn die «linken Buchhändlerinnen».

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Neuautor René Kuhn rechnet mit der Emanzipation ab.

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«Zurück zur Frau: Weg mit den Mannsweibern und Vogelscheuchen – ein Tabubruch»: In ­seinem Buch rechnet der ehemalige Präsident der Stadtluzerner SVP gnadenlos mit der Emanzipation ab. Zu interes­sieren scheint das aber nur die wenigsten – im Buchhandel ist sein Werk kaum gefragt: «Die Nachfrage ist sehr mässig, wir haben bislang drei Exemplare verkauft», sagt Heidi Schuppisser, Filialleiterin der Buchhandlung Stocker in Luzern.

Gesamtschweizerisch wurden bei Lüthy Balmer Stocker sowie auf Buchhaus.ch gerade mal elf Bücher verkauft. Ähnlich klingt es bei Orell Füssli, wo das Buch landesweit 20-mal über die Ladentheke ging. Ex Libris und Amazon.de wollen keine Verkaufszahlen bekannt geben.

Kuhn hat laut eigener Aussage bis letzten Mittwoch online rund 3650 Exemplare ausgeliefert. Für ihn ist klar, warum das Buch im Handel floppt: «Der Buchhandel ist in der Hand von linken Feministinnen.» Er wisse von einem Mann, der in Luzern das Buch kaufen wollte. Die Buchhändlerin habe diesen als Erstes gefragt, ob er ein Frauenhasser sei. Anschlies­send habe sie sich sogar geweigert, ein Exemplar zu bestellen. «Es ist eine Abneigung da, darum wird das Buch nicht aufgelegt», so Kuhn. Dies bestätigt ein grosser Buchhändler, der nicht namentlich erwähnt und «mit dem Namen Kuhn in Verbindung gebracht» werden will.