Tierschicksal

23. Januar 2019 11:37; Akt: 06.02.2019 11:50 Print

Dem angefahrenen Büsi geht es eine Spur besser

von Daniela Gigor - In der Nacht auf Montag ist in Buttisholz LU eine Katze von einem Auto angefahren worden. Ob es überlebt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Das angefahrene Büsi wartet auf Retter: Der Mann, der es gefunden hat, sagt, wen er alles um Hilfe gerufen hat. Niemand konnte kommen. Jetzt ist er verzweifelt. (Video: Leser-Reporter/20 Minuten)
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«Einmal mehr ist vor unserem Haus ein Katze angefahren worden», sagt S. W.* aus Buttisholz LU. Der betreffende Fahrer liess das Büsi zurück, ohne sich um die verletzte Katze zu kümmern. Das Tier schleppte sich in der Folge leidend in den Kellereingang einer Familie. W. vermutet: «Es handelt sich hierbei wahrscheinlich um eine streunende Katze, denn mein Vater füttert diese regelmässig mit anderen streunenden Katzen bei uns vor dem Haus.»

Tierrettungdienst kann nicht kommen

Zum Tierdrama war es am Montagmorgen gekommen. Nachdem die verletzte Katze entdeckt wurde, wollten W. und sein Vater der Katze helfen: «Wir kontaktierten den Tierrettungsdienst Zentralschweiz, dieser teilte uns aber mit, dass er momentan nicht ausrücken könne. Wie der Website des Dienstleisters zu entnehmen ist, kann aufgrund einer Strassensperrung bis ungefähr Ende April die Dienstleistung nur eingeschränkt erbracht werden.

«Als Nächstes wandten wir uns an den örtlichen Wildhüter, dieser darf allerdings nichts unternehmen, weil eine Katze kein Wildtier ist.» Als weitere Anlaufstelle versuchte W. den Tierarzt in Buttisholz aufzubieten. Laut W. war dieser aber mit einer Operation beschäftigt und darum konnte er bisher ebenfalls noch nicht konsultiert werden.

«Es tut weh, sie so leiden zu sehen»

Als letzte Rettung wählte W. die Telefonnummer des Polizeipostens in Ruswil. «Man sagte uns, dass sie nicht zuständig seien – und wir das Tier auch nicht von seinen Schmerzen erlösen dürften», so W. weiter.

Auch am Montagnachmittag war die Katze noch am Leben und mit Schmerzen noch bei der Familie W. «Es tut extrem weh, sie so leiden zu sehen», sagt W. Nach wie vor versuchte die Familie, eine passende Lösung für den Vierbeiner zu finden.

So überprüfte eine Patrouille der Luzerner Polizei, ob die Katze einen Chip trägt und sie somit einem Besitzer zugeordnet werden konnte. Dem Büsi war jedoch kein Chip implantiert.

Büsi kann endlich zum Tierarzt gebracht werden

Dennoch gibts es laut W. aber noch Hoffnung für das Tier: Daniel Frieden, ein Geschäftsmann aus dem Kanton Zürich, bot an, die Arztkosten für das Tier zu tragen. Dieser bestätigte die Aussage gegenüber 20 Minuten. Er sagt: «Ich möchte, dass das Tier keine Qualen erleidet und seine Lebensqualität durch die Behandlung wieder hergestellt werden kann.»

Laut W. haben noch weitere Leser Hilfe zugesichert. So wurde die sich heftig wehrende Katze gegen Abend mit Hilfe einer Tierschützerin nach Sursee zu einem Tierarzt transportiert. Dies war früher nicht möglich gewesen, weil sich die Katze heftig zur Wehr setzte und die beiden Männer kratzen und beissen wollte, sobald sie sich ihr näherten.

Am Mittwoch geht es dem Büsi eine kleine Spur besser, wie eine Tierschützerin auf Anfrage sagte: «Es hatte eine Hirnblutung erlitten und befindet sich noch immer beim Tierarzt.» Der Streuner wirke in der Zwischenzeit zufriedener und fauche nicht mehr, wenn man sich ihm nähere. Fressen könne er noch nicht selber und werde darum ernährt. Auch eine Infusion und eine Wärmelampe sollen dazu beitragen, dass es ihm bald besser gehe.

*Name der Redaktion bekannt