Stadt Luzern

16. Juli 2014 13:03; Akt: 17.07.2014 11:36 Print

Car-Touristen sollen auch künftig zu Fuss gehen

Cars dürfen ihre Passagiere derzeit am Schwanenplatz absetzen, aber nicht mehr abholen. Ob das wegen Bauarbeiten eingeführte Regime auch auf Dauer funktioniert, wird nun geprüft.

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Soll vom Carverkehr entlastet werden: Der Schwanenplatz in Luzern. (Bild: 20 Minuten/gwa)

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Cars dürfen ihre Passagiere derzeit am Schwanenplatz absetzen, aber nicht mehr abholen. Nun wird geprüft, ob mit dieser Massnahme der Carverkehr etwas eingedämmt werden könnte.

Der Luzerner Schwanenplatz könnte vom Verkehr entlastet werden, indem die Touristen dort nur noch aus dem Car aussteigen, aber nicht mehr einsteigen dürfen. Dieses wegen Bauarbeiten nötig gewordene provisorische Regime soll als Dauermassnahme geprüft werden.

Den Carparkplatz am Schwanenplatz steuern Reisegruppen vor allem an, um dort Uhren und Schmuck zu kaufen. Wegen der engen Verhältnisse kommt es gerade in den Stosszeiten aber immer wieder zu brenzligen Situationen mit Fussgängern, Velos und Autos. Zudem wird der Verkehr behindert.

Weil davon ausgegangen wird, dass der Carverkehr in den nächsten Jahren noch stark zunehmen wird, bildeten vor knapp einem Monat Stadt, Touristiker, Anwohner und Gewerbe die Arbeitsgruppe Cartourismus Luzern (AG Car). Sie schlägt nun vor, das Car-Regime, das wegen der Sanierung des Grendels und des Löwengrabens vom Oktober 2014 bis Frühling 2015 gilt, als Testlauf für eine Dauerlösung zu nutzen.

VBL sieht sogar Vorteile für den ÖV

Wegen der Bauarbeiten musste ein Teil der Carparkplätze auf dem Schwanenplatz aufgehoben werden. Die Reisebusse dürfen dort die Touristen nur noch aussteigen lassen. In den Car einsteigen müssen die Reisegruppen dann auf dem Bahnhofplatz bei der Schifflände beim Luz Seebistro. Vom Schwanenplatz bis dorthin müssen sie also zu Fuss über die Seebrücke gehen. Zu einem Verkehrschaos am Bahnhofplatz solls trotz den Cars aber nicht kommen: «Der Car wird erst gerufen, wenn die Touristen-Gruppe zum Einsteigen bereit ist», sagt Melchior Bendel von der Kommunikation der Stadt Luzern. So müssen die Cars als nicht auf dem Bahnhofplatz lange warten.

Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) werden laut Sprecher Christian Bertschi von der provisorischen Haltestelle auf dem Bahnhofplatz nicht in Bedrängnis gebracht: «Das ist eine Reservehaltestelle, die wir wenig benutzen. Für uns ist das kein Problem.» Bertschi gibt dennoch zu bedenken, dass die Kapazität des Bahnhofplatzes beinahe erreicht sei: «Noch mehr zusätzliche Fahrzeuge können den Platz überlasten.» Am Schwanenplatz dürfte es laut Bertschi hingegen sogar zu einer besseren Situation für den ÖV kommen: «Der Verkehrsfluss dürfte so erleichtert werden.»

Während des provisorischen Regimes will die Car AG nun Daten und Feedbacks sammeln, um zu prüfen, ob unterschiedliche Aus- und Einsteigeorte für Cartouristen als permanente Massnahme umgesetzt werden könnten. Zudem erhalten die Wächter am Schwanenplatz während der Stosszeiten Unterstützung der Luzerner Polizei. Die Car AG habe diese Sofortmassnahme in Zusammenarbeit mit der Polizei beschlossen.

(sda)