Modelleisenbahn 2.0

17. Februar 2016 05:51; Akt: 17.02.2016 05:51 Print

Dank Hochschule kann jetzt jeder Lokiführer sein

Ein Professor und seine Studenten der Hochschule Luzern haben den virtuellen Führerstand entwickelt: Damit fühlt sich die Fahrt mit Modelleisenbahn-Lokomotiven plötzlich wie echt an.

Video aus dem Führerstand: So wird das Z21 Modellbahnsteuerung-System beworben.
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Hansjörg Diethelm ist begeisterter Modelleisenbahner und leitet die Abteilung Informatik der Hochschule Luzern. Sein Hobby und seinen Beruf brachte er an der Schule unter einen Hut: Mit seinen Studenten entwickelte er den virtuellen Führerstand für die Modelleisenbahn.

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Das Prinzip: Mini-Kameras in den kleinen Loks liefern die echte Fahrt über die Modelleisenbahn aus Sicht des Lokiführers kabellos auf Computer, Tablets oder Smartphones, wo zusätzlich ein virtueller Führerstand eingeblendet wird. Mit Reglern lässt sich die Lok per Fingertipp beschleunigen, abbremsen, wenn nötig kann gar ein Notstopp eingeleitet werden. «Die Miniaturbahnhöfe, Häuser und Landschaften wirken so fast lebensgross und echt», heisst es dazu in einem Artikel im neuen Magazin der Hochschule. «Im Idealfall entspricht sogar der virtuell eingeblendete Führerstand dem der Originallok», sagt Professor Diethelm.

«Sie waren begeistert»

Die Vision dazu habe Diethelm vor ein paar Jahren gehabt und dann in studentischen Projektarbeiten Prototypen entwickelt. «Ich bin damit bei einem Modelleisenbahn-Hersteller vorstellig geworden. Sie waren so begeistert, dass sie begannen, den virtuellen Führerstand kommerziell umzusetzen.»

Konkret haben die Hersteller Roco und Fleischmann nun die «Z21 Modellbahnsteuerung» im Angebot, die auf dem Konzept der Hochschule Luzern beruht. «Als Weltneuheit erleben Sie die Fahrt durch Ihre Anlage aus der Perspektive eines echten Lokführers», wird das System beworben.

«Wir sind stolz, dass wir diese Idee dem Hersteller schmackhaft machen konnten und sie jetzt umgesetzt wurde», sagt Diethelm dazu. Für die Hersteller sei der virtuelle Führerstand eine Chance, um wieder mehr jüngere Kundschaft zu gewinnen. Diethelm selber stellte schon fest: «20- bis 25-Jährige begeistern sich damit für Modelleisenbahnen.»

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • XC90 am 17.02.2016 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Megahammer

    Unglaublich gute Idee und Feeling.

  • Grossmutter am 17.02.2016 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Modelleisenbahn

    Modelleisenbahn: Oh das habe ich geliebt in der Kindheit/Jugend. Freue mich, mit meinem Enkel, wenn er grösser ist, eine Anlage zu bauen und einzurichten. Es faszinieren alle Kleinigheiten... und alles soll durchdacht sein..

  • imiluupo am 17.02.2016 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Insel.......

    Ein tolles und interessantes Hobby. Jeder braucht seine Insel, wo er sich vom Stress der heutigen Welt zurückziehen und erholen kann. Ob das nun eine Moba oder sonst ein Hobby ist. Viel Spass und Glück auf deiner Insel. :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi M. am 18.02.2016 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Signal zu !

    Bei 00:21, ein heftiger Signalfall, oder nicht ? Hoffe dass dies ein richtiger Lf nie sehen wird. Ein bisschen peinlich !

  • Echter Lokführer am 17.02.2016 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Töne fehlen

    Wo bleibt das Heulen der Ventilation? Das Knattern des Lastschalters? Das Kreischen der Räder bei schlechter Adhäsion? Das Gefühl, wenn die Maschine beschleunigt? Das Pfusen des Vakuumschiebers? Der 'leise Knall', wenn der Hauptschalter rein gehen? Ich fahre meine Maschinen neben dem Blick auf die Manometer auch stark mit dem Gehör und dem Körpergefühl. Darum fahre ich auch lieber echte Loks statt Modelleisenbahnen. Ist aber eine nette Spielerei diese Erfindung.

  • Daniel am 17.02.2016 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    BR 103 und Re 460

    Eine solche Lok (BR 103) habe ich seit Mitte letzten Jahres auf meiner Anlage. Eine weitere (eine Re 460, also eine der SBB) kommt dieses Jahr zu Weihnachten hinzu, dann können sie sich gegenseitig virtuell zuwinken...

  • Leni am 17.02.2016 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu eine Sofware?

    Ein guter Freund von uns hat eine riesige Anlage, megamässig schön. Er hat einfach eine Kamera in seine Lok eingebaut und man kann die Fahrt auf dem Bildschirm mitverfolgen. Wozu braucht es eine Software? Das kann sich nicht jeder leisten. Aber eine Kamera kann jeder hinstellen.

    • Bepo am 17.02.2016 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leni

      Eine MoBa kann sich ja auch nicht jeder leisten?

    einklappen einklappen
  • Loxx am 17.02.2016 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bahnmuseum Albula

    Im Bahnmuseum Albula gibt es das auch. Wir waren letzten Herbst dort. Die Anlage ist beachtlich, gebaut von einem Privaten, der sich dort eingemietet hat. Es ist wirklich sehenswert.