Endlich oben

17. September 2018 18:01; Akt: 17.09.2018 20:11 Print

Hier geniesst der Bauherr die Aussicht vom Silohaus

Grosser Moment für die Nosers aus Wikon LU: Familienvater Clemens hat erstmals sein Haus auf dem 28 Meter hohen Silo betreten. «Ein Traum geht in Erfüllung», sagte er danach.

Das sagen Bauherr und Kranführer zum gelungenen Manöver. (Video: tk)
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Die Familie Noser hat ein Haus wie sonst wohl kaum jemand: Es thront auf einem 28 Meter hohen Silo in Wikon. Am Montag wurde es in einer spektakulären Aktion von einem Kran dort hinaufgehievt.

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Kurz nach 9 Uhr ging es los. Das Zuschauer- und Medieninteresse war riesig, sogar RTL interessierte sich für die Videoaufnahmen. Dutzende Zuschauer versammelten sich rund um den Bahnhofsplatz in Wikon, darunter viele Verwandte und Freude der Nosers. Alle wollten sie sehen, wie der Kran das 115 Tonnen schwere Haus auf das Silo hievt.

Dann war es soweit: Das Haus hob vom Boden ab. Alle Zuschauer schauten gespannt zu. Als der Stahlbau ungefähr in zwei Metern Höhe hing, entfernten die Arbeiter die Unterkonstruktion. Danach zog der Kran das Haus in die Höhe, Zentimeter für Zentimeter. Dort verweilte es eine Zeit, bis die Arbeiter über das Gerüst nach oben gelangt waren.

Ungefähr eine halbe Stunde nach dem Start des Manövers wurde das Haus über den Betonturm gehoben. Langsam wurde es abgesenkt, Arbeiter montierten es auf dem Silo in seine endgültige Position. Nach einer weiteren halben Stunde wurden die Tragseile gelöst. Nun thront das Haus in 28 Metern Höhe.

Sehen Sie das Manöver im Zeitraffer-Video. (Video: Tamedia/20Minuten)


«Es lief top»

Für den Kranführer Tony Burch war es ein ganz spezielles Manöver: «Man hievt nicht jeden Tag ein Haus auf ein Silo.» Trotzdem sei er ruhig geblieben. «Bei einem solchen Job darf man nicht nervös werden, sonst werden es alle anderen herum auch.»

Bereits am Freitag habe man ein Probeversuch durchgeführt. «Wir haben das Haus kurz abgehoben, um zu schauen, wie es sich verhält.» Gestern kam es zu keinen Schwierigkeiten. «Wir sind sehr zufrieden. Es lief top.»

Familie Noser ist jetzt sehr erleichtert: «Alles hat geklappt. Was will man mehr», sagt Mutter Sandra Noser (34). «Alles hat so funktioniert, wie wir es geplant haben», fügt ihr Mann Clemens (35) hinzu. «Ein Traum geht in Erfüllung. Wir mussten lange darauf warten, aber der grösste Schritt ist nun getan.» Am meisten freue er sich noch immer auf die 140 Quadratmeter grosse Dachterrasse in 35 Metern Höhe. Dort kann die Familie dann die grandiose Aussicht geniessen – darum haben sie sich auch für die ausgefallene Wohnform entschieden.

Hier ist das 115-Tonnen-Haus auf dem Weg aufs Silo

Auch das Silo selbst wird genutzt

Damit ist das Silo-Haus aber noch längst nicht fertig. «Es wurde nur die Hülle des Hauses hochgehoben», sagt Clemens Noser. Der Innenausbau samt Wänden, Böden und Möbel werden erst in der Höhe eingebaut.

Als nächstes werde das Treppenhaus fertiggestellt und der Lift eingebaut. Mit diesem gelangt dann auch das Material für den Weiterbau nach oben.

Ende Jahr dann können die Nosers ihr Haus beziehen – und übrigens auch das Silo nutzen. Dessen Zellen wird Clemens Noser als Lagerräume für seine Firma verwenden.


(Archiv-Video 20 Minuten)

(tst)