Zug

23. März 2011 10:10; Akt: 23.03.2011 17:14 Print

Datenhunger der Verwaltung nimmt zu

Immer mehr Daten über Bürgerinnen und Bürger werden elektronisch gesammelt. Im vergangenen Jahr haben sich im Kanton Zug unter anderem Automobilisten, Grundeigentümer und Eltern über die Veröffentlichung solcher Daten beschwert.

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Mit dem wachsenden Datenhunger der Verwaltung erhält auch der Datenschutzbeauftragte immer mehr Klagen, weil Kanton oder Gemeinden persönliche Daten im Internet veröffentlichen, wie der Zuger Datenschutzbeauftragte in seinem Tätigkeitsbericht 2010 schreibt.

Aufgrund dieser Daten können Personen «ergoogelt» werden oder es entsteht gar ein eigentliches Persönlichkeitsprofil, das von jedermann weltweit einsehbar ist. Betroffen davon sind etwa Autofahrer, denn das Strassenverkehrsamt veröffentlicht die Adressen der Fahrzeughalter.

Daten sperren lassen

Wer dies nicht möchte, kann seine Daten sperren lassen. Allerdings muss man dies beim Strassenverkehrsamt ausdrücklich verlangen. Auch über Grundeigentümer werden viele Daten gespeichert unter anderem Grundbuchdaten und detaillierte Luftaufnahmen. In einem Beschwerdefall hat der Regierungsrat die Löschung der Daten verweigert.

Nach Ansicht des Zuger Datenschutzbeauftragten gehören solche Daten jedoch nicht ins Internet. Eine Veröffentlichung mache keinen Sinn sondern bediene nur die Neugierde. Eltern beanstandeten, dass Fotos ihrer Kinder auf der Homepage der Schule veröffentlicht wurden. Die Schulen haben die Bilder inzwischen vom Netz genommen.

Persönliche Daten werden oftmals auch dort gesammelt, wo die wenigsten damit rechnen, etwa in den Bibliotheken. Wer regelmässig Bücher, Filme, Spiele oder Musik ausleiht, über den entstehe mit der Zeit ein erstaunliches Persönlichkeitsprofil, schreibt der Datenschutzbeauftragte. Diese Daten müssen daher regelmässig und automatisch gelöscht werden.

Weitere Fälle aus der konkreten Praxis stellt der Tätigkeitsbericht 2010 vor. Ausserdem finden sich hier viele praktische Tipps, etwa wie Dokumente mit einem Passwort sicher geschützt werden können.

Im Kanton Zug liegen bereits rund 1500 Datensammlungen von staatlichen Stellen vor. Ein Register ist auf der Homepage des Datenschutzbeauftragten abrufbar. Hier kann auch eine Broschüre zum sicheren Umgang mit Daten heruntergeladen werden: www.datenschutz- zug.ch.

(sda)