Datenleck?

21. Januar 2018 16:02; Akt: 21.01.2018 18:14 Print

Blitzer-Plan der Polizei auf Whatsapp veröffentlicht

von Daniela Gigor - Auf Whatsapp ist die aktuelle Wochenplanung für mobile Geschwindigkeitskontrollen im Kanton Luzern aufgetaucht. Die Polizei untersucht den Vorfall.

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Der Einsatzplan der Luzerner Polizei für Geschwindigkeitskontrollen ist bei Whatsapp-Gruppen einsehbar.

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Es ist ein geheimes Dokument, das normalerweise nur Polizisten erhalten: Mitglieder mehrerer Whatsapp-Gruppen haben die Einsatzpläne von mobilen Radarkontrollen der Luzerner Polizei für die aktuelle Woche enthalten. Das Dokument, das verschiedene Leser-Reporter 20 Minuten zuspielten, ist ein Print-Ausdruck auf A4. Er ist auf Hosentaschenformat gefaltet worden, an mehreren Stellen eingerissen und weist Flecken auf.

Von 22. Januar bis 28. Januar ist auf dem Plan detailliert aufgelistet, wann und wo die Polizei Radar-Kontrollen im Kanton Luzern durchführen wollte. Auf dem Plan ist sogar ersichtlich, welche Polizisten die Blitzer aufstellen sollten. Mindestens an 24 Standorten waren Kontrollen geplant, auf Autobahnen ebenso wie in der Stadt Luzern und in der Agglo.

Pläne werden jeweils elektronisch erstellt

Das Dokument ist offenbar authentisch: Nach Rücksprache mit dem Leiter der Verkehrspolizei hat Pikettoffizier René Kirchhofer am Sonntag bestätigt, dass es der aktuelle Einsatzplan ist, der auf Social Media herumgeistert. Offen sei, wie das interne Dokument an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Kirchhofer kann nicht sagen, wie viele Polizisten Zugriff auf die Radar-Wochenplanung haben. Sämtliche Pläne der Luzerner Polizei würden elektronisch erstellt. Diese auszudrucken sei natürlich möglich.

Einsatzplan wird nun abgeändert

Laut dem Pikettoffizier ist offen, ob es sich um ein internes Datenleck handelt. Kirchhofer: «Wir werden am Montag Abklärungen treffen, wie der Plan an die Öffentlichkeit gelangte und wie wir dies künftig verhindern können.» Sollte sich herausstellen, dass der Plan mutwillig oder wegen einer Nachlässigkeit von einem Mitglied der Luzerner Polizei auf Whatsapp kam, könnte ein Disziplinarverfahren die Folge sein. Weitere Massnahme: Der Radar-Einsatzplan wird geändert.

«Die Standorte der Geschwindigkeitskontrollen werden jeweils aufgrund der Verkehrssicherheit definiert», sagt Kirchhofer. Gemeint sind damit Strecken im Kanton Luzern, auf denen oft Unfälle passieren oder die bekannt sind, dass die Verkehrsteilnehmer sich dort nicht an die geltenden Höchstgeschwindigkeiten halten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kisok am 21.01.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit?

    Eigenen Sicherheit? Das glauben nicht mal die Polizisten selber....

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  • Ruedy am 21.01.2018 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch erhalten

    Nicht normal wie viele Kontrollen dies in einer Woche sind..

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  • ENU am 21.01.2018 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Bitte jeden Tag aktualisieren so können wir Geld sparen. Tschegsches

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Steuerzahler am 22.01.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WoW

    Wäre mal interessant den Totalbetrag durch die Bussen Einamen sehen zu dürfen nach erfolgtem Durchlauf. Würden politische Korruption und Vetternwirtschaft mit Steuergelder gleich verbissen geandet werden wie die schwerst kriminellen Autofahrer, hätten wir vermutlich das Paradies auf Erden.. Aber ja, die Gründe kennen wir ja alle nun bestens.

    • Peter M am 22.01.2018 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Ist bekannt

      Jährlich werden so ca 650 Mio eingenommen. Also sieht man eigentlich wie viele sich nicht an das Gesetz halten. Darum rentiert es sich. Würde sich die Mehrheit der Autofahrer an die Gesetze halten, wäre es eben nicht lukrativ.

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  • Peter M am 22.01.2018 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsverständis fehlt in der Schweiz

    Wenn man hier die Kommentare liest und mal etwas Nachdenkt, stehen einem die Haare zu berge. Es ist also hier ok, wenn man sich nicht an Gesetze hält, man hetzt sogar dagegen. Schöne neue Schweiz. Und an die Daumenrunterdrücker im Voraus: wir haben genügend grosse Toleranzen, so dass keiner Angst haben muss und haarscharf 50 fahren - es blitzt erst ab ca 56 auf dem Tacho. Aber hier scheint wohl bald Anarchie zu herrschen.

  • Timmi am 22.01.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann mir gut vorstellen

    Das die Liste fleissig in privaten wattsapp gruppen von polizisten geteilt wird. Hat wohl einer ausversehen die falsche gruppe angeklickt.

    • Spyy83 am 23.01.2018 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Timmi

      die meisten polizeien veröffentlichen die orte selber auf ihrer homepage.

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  • Sulejka am 22.01.2018 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waschweiber

    es gibt eben Polizisten nicht nur im Kanton Luzern die plaudern oft mehr als sie eigentlich dürften.. ist halt menschlich nicht nur wir Frauen sind "Waschweiber" es hat sehr viele Herren welche diesen Titel auch verdienten.;-)

  • M.Cer am 22.01.2018 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Das ist super! Ich würde diesen Person befördern.... schliesslich dienen Radarkontrollen ja der Verkehrssicherheit dann darf mann ja auch wissen wann wo geblitz wird!

    • Spyy83 am 23.01.2018 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.Cer

      was dient da der verkehrssicherheit, wenn man sich nur an die gesetze hält, wenn man weiss, das kontrolliert wird? die sicherheit ist dann da, wenn alle sich an die regeln halten. unabhängig davon ob kontrolliert wird oder nicht.

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