100 Milionen Defizit

07. September 2016 15:44; Akt: 07.09.2016 15:55 Print

Den Zugern droht nun eine Steuererhöhung

Der Kanton Zug muss den Gürtel enger schnallen, sonst fehlen ab 2019 rund 100 Millionen Franken in der Kasse. Falls diese nicht eingespart werden können, droht eine Steuererhöhung.

storybild

Im Kanton Zug folgt ab 2019 schon das nächste Sparprogramm. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das aktuelle Entlastungsprogramm 2015-2018 ist laut dem Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler zwar auf Kurs – dennoch zeigen das Budget 2017 und der Finanzplan bis 2019, dass der Kanton Zug weiterhin rote Zahlen schreiben wird.

Umfrage
Was halten Sie von einer Steuererhöhung?
51 %
46 %
3 %
Insgesamt 937 Teilnehmer

Bisher konnte der Regierungsrat mit dem Entlastungsprogramm rund 60 Millionen Franken einsparen, über weitere 40 Millionen Franken entscheiden die Zuger Stimmberechtigten am 27. November 2016. Bei einem Nein an der Urne müsste laut Tännler das Projekt Finanzen 2019 um diese fehlenden 40 Millionen auf 140 Millionen Franken aufgestockt werden.

Ab 2019 rund 100 Millionen Franken pro Jahr einsparen

Ab 2019 muss der Regierungsrat folglich rund 100 Millionen Franken pro Jahr einsparen. Der Zuger Regierungsrat hat deshalb ein nächstes Sparprogramm lanciert: Mit dem Projekt Finanzen 2019 will er das strukturelle Defizit von rund 100 Millionen Franken ausgleichen, wie Tännler am Mittwoch vor den Medien erklärte.

Falls das Finanzloch nicht ausgeglichen werden kann, müsse geprüft werden, «in welchem Umfang eine Steuererhöhung notwendig ist». Einen allfälligen Stellenabbau will der Regierungsrat mit der natürlichen Fluktuation und weiteren Massnahmen bewerkstelligen – wenn immer möglich, will die Zuger Regierung Entlassungen vermeiden. Welche und wie viele Stellen betroffen sein könnten, könne zurzeit nicht gesagt werden, so Tännler. Personalverbände würden allerdings frühzeitig in den Prozess miteinbezogen. Bei Entlassungen werde auch ein Sozialplan erarbeitet.

Externe Expertengruppe naht zur Hilfe

Die Schulden auf die künftigen Generationen abzuwälzen, komme für den Regierungsrat nicht in Frage. Es gehe aber nicht darum, den Kanton und seine Verwaltung kaputtzusparen, sondern «das Notwendige vom Wünschbaren zu trennen». Daher wird eine externe Expertengruppe unter der Leitung des früheren Zürcher SP-Regierungsrates Markus Notter den Zuger Regierungsrat unterstützen und eine Sicht von aussen sicherstellen. Die Gruppe soll helfen, blinde Flecken zu erkennen und ein ausgewogenes Massnahmenpaket zu schnüren.

(emi/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ExZuger am 07.09.2016 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    keine Sorge

    die Milliarden schweren Unternehmen und die ganz Reichen werden davon nicht betroffen sein.

    einklappen einklappen
  • Hs am 07.09.2016 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firmen Steuer

    Zuerst würde ich einige Firmen mehr besteuern die in Zug wenig oder keine Steuern bezahlen wie die Firma Glencore.

    einklappen einklappen
  • Antonio Giovenni am 07.09.2016 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schau an

    jedem dahergelaufenen Millionär werden Steuergeschenke gemacht Firmen können sparen jetzt darf es wieder der "Normale" Steuerzahler büssen mit Steuererhöhung. Hört doch mal mit den Steuergeschenken an die Reichen auf.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr Schweiz am 08.09.2016 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dankbar sein

    Diese ganze Hetze gegen die Reichen finde ich unangebracht. Immerhin zahlen die reichsten 1% über 95% der Steuern in der Schweiz. Ein wenig Dankbarkeit würde nicht schaden. Sonst könnte es teuer für den Mittelstand werden.

    • Fredy am 08.09.2016 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr Schweiz

      Danke ihr Superreichen, dass ihr ein paar Krümmel für die 95% unter den Tisch fallen lässt. Falls einer jammern muss, ich würde gerne tauschen.

    einklappen einklappen
  • Tom am 08.09.2016 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem.

    Das dürfte ja kein Problem sein. Wenn da mal ein paar Superreiche ihre Steuern nachzahlen sind die 100 Millionen wieder drin.

  • Zuger am 08.09.2016 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finanzausgleich

    Es ist ja unumstritten, dass der kleine Kanton Zug bezüglich seinen Aufwendungen ( Infrastruktur, etc.) nicht mit einem Kanton Bern zu vergleichen ist. Ein Finanzausgleich wird innerhalb vom Kanton Zug, d.h. unter den Gemeinden auch praktiziert. Es ist und bleibt sozial verträglich einen Finanzausgleich unter den Kantonen zu haben ... das Ganze sollte sich einfach in einem verträglichen Rahmen abspielen, dies ist im Moment nicht der Fall!

    • Baarer am 08.09.2016 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      fairer Finzanzausgleich

      genau so isses! + der Faktor Misswirtschaft der Kantone sollte noch in die Berechnungen einliessen, das Produkt wäre ein fairer Finanzausgleich.

    einklappen einklappen
  • roman am 08.09.2016 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    endlich

    wird auch zeit....denn reich ist da niemand...die zahlen ei fach wirklich keine steuern...da kann ohne bedenken zugeschnürt werden

  • weltbürger am 08.09.2016 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kantönligeist lebe hoch!

    Hatte meine Firma in Zug. Wohnte zu dieser Zeit zuerst noch im Kt. AG und nach der Trennung im Kt. BE. Hätte ich mein Einkommen in Zug versteuern können wären es 2'800 Fr. gewesen, im AG waren es 4'600 und in BE dann 14' 800. Schade haben wir nur 26 Kantone, denn bei den Autosteuern, Versicherungen, KK-Prämien, etc. ist es auch so.

    • Alca74 am 08.09.2016 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @weltbürger

      Ich gehe mal davon aus das ihre Zahlen stimmen. Von NFA bekommt Bern auch über 1 Milliarde. Da kommt bei mir refelexartig die Fragen; was bitteschön machen die Berner mit der Kohle??? Die Bundesverwaltung alleine kann es ja nicht sein.

    • Baarer am 08.09.2016 08:40 Report Diesen Beitrag melden

      Miete vs. Steuern

      Jetzt kannst Du die überteuerte Miete die im Kanton Zug verlangt wird von der Differenz Deiner Rechnung abziehen und Du erhälst noch etwas retour wenn Du nach AG oder BE ziehst.

    einklappen einklappen