Generationenwechsel in der BDP

27. Juli 2018 05:50; Akt: 27.07.2018 05:50 Print

BDP-Beau möchte die Bundespolitik aufmischen

von Daniela Gigor - 2019 tritt Martin Landolt als BDP-Präsident ab. Danach soll in der Partei ein Generationenwechsel erfolgen. Im Gespräch ist auch der schillernde Luzerner Jungpolitiker Denis Kläfiger (27)

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) wird ab 2020 ein neuer Präsident das Ruder von Martin Landolt übernehmen. Dann sollen laut Landolt «das Schaufenster und Bühnenplätze für junge Leute frei gemacht» werden. Wie «10 vor 10» berichtete, stehen drei Personen im Vordergrund: Die beiden Berner Jan Gnägi und Michelle Renaud sowie Denis Kläfiger, Präsident der BDP des Kantons Luzern.

Selbstbewusst gegenüber der EU auftreten

«Ja, ich interessiere mich für das Amt des Parteipräsidenten und würde gerne den progessiven, fortschrittlichen Kurs von Martin Landolt weiterführen», sagt Kläfiger, der eher am linken Flügel der Partei politisiert. Inhaltlich würde er auf gesellschaftliche Themen setzen und eine wirtschaftlich liberale, freundliche Politik betreiben, die den Wohlstand der Schweiz garantiere und sich darum nicht von der EU isoliere. Trotzdem sagt der 27-Jährige: «Wichtig ist ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber der EU, obwohl die Schweiz vom Handel abhängig ist.»

AHV durch Steuern aus Cannabis-Verkauf stärken

Grosse Sorgen macht sich Kläfiger um die Zukunft der AHV: «Ich bin mir nicht sicher, ob meine Generation noch darauf zählen kann.» Es ist ihm wichtig darauf zu achten, dass die AHV gesichert werden kann. Darum setzt er etwa auf eine sogenannte dynamische Formel, die an die Lebenserwartung gekoppelt werden könne. «Es braucht aber auch neue, innovative Wege, wie etwa die Legalisierung von Cannabis. Dann kann für den Verkauf eine Steuer erhoben werden, die der AHV zugute kommt», sagt Kläfiger weiter. Auch gegen die Arbeitslosigkeit für über 50-Jährige müsse eine Lösung gefunden werden, etwa durch eine Nivellierung der Pensionskassen-Beiträge.

Mit sozialen Medien gegen Abstimmungs-Abstinenz

Bedenklich ist für Kläfiger, dass der Wähleranteil laufend sinkt. Die Demokratie könne auf Dauer nur funktionieren, wenn möglichst viele an die Urne gehen. Für dieses Ziel setzt er auf soziale Medien: «Über diese Kanäle müssen wir auch den Wahlkampf ausrichten. Sie sind günstig, effizient und erreichen junge wie auch ältere Menschen.» Kläfiger spricht sich auch für E-Voting aus. Die Digitalisierung müsse voran getrieben werden, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Gefördert werden müsse auch die Bildung und Innovation.

Was die Umwelt angeht will der angehende Primarlehrer auf die erneuerbare Energie setzen. Für ihn sind auch Themen wie Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern wichtig. Und nicht zuletzt setzt der schwule Jungpolitiker darauf, dass sich auch gleichgeschlechtliche Paare mit den Heteros auf gleicher Augenhöhe bewegen sollen.

Er trainiert jeden Tag zwei Stunden im Gym

Der jugendlich-hippe Kläfiger würde auch modisch frischen Wind in die Bundespolitik bringen. Sein Markenzeichen ist ein Hut, den er oft im Nacken trägt. «Hüte sind eines meiner liebsten Accessoires», sagt Kläfiger. Er gibt auch zu, dass er dem Körperkult frönt und sich fast täglich ein bis zwei Stunden im Fitnessstudio abrackert. Bleibt noch freie Zeit, entdeckt er auf Wanderungen gerne neue Orte und die Natur. Eine weitere Leidenschaft des Freigeistes ist das Reisen und gemeinsames Kochen mit Freunden. Auch Filme liebt er: «Im Moment bin ich auf dem Adventure- und Serien-Trip», so der Single-Mann.