Urs Studer

13. Juni 2011 21:28; Akt: 13.06.2011 21:40 Print

Die Stadt kann das Gütsch kaufen

von Markus Fehlmann - Der Luzerner Stadtpräsident Urs W. Studer nimmt Stellung zu seiner brisanten Äusserung zum Château Gütsch in der «Zeit».

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Herr Studer, warum soll die Stadt das Hotel Château Gütsch kaufen?
Urs W. Studer: Die Stadt kauft und verkauft immer wieder Liegenschaften. Wenn während Jahren an einem Objekt wie dem Château Gütsch nichts geht, muss die Politik reagieren. Man darf die exponierte Liegenschaft und die dazugehörende Bahn nicht ungenutzt lassen.

Mit Ihrer Äusserung in der «Zeit» haben Sie viel Staub aufgewirbelt.
Ich will damit erreichen, dass die Arbeiten am Gütsch vorwärtsgehen. Der aktuelle ­russische Eigentümer, Alexander Lebedew, soll jetzt sofort das geplante Projekt umsetzen – oder einen neuen Käufer suchen, der dazu gewillt ist.

Die ersten Reaktionen aus dem Stadtparlament sind kritisch bis ablehnend. Hat ein solcher Kauf politisch überhaupt eine Chance?
Je nachdem, wie das Geschäft genau aussehen würde, liessen sich voraussichtlich ­Mehrheiten für einen Kauf finden.

Aber die Stadt muss in den nächsten Jahren Millionen ­sparen.
Die Stadt ist trotz allem in der Lage, das Gütsch zu kaufen, zu sanieren und schliesslich wieder zu einem Preis abzu­stossen, der keinen Verlust entstehen liesse. Als spätere Käufer könnte ich mir eine Luxushotel-Kette vorstellen.

Das Gütsch nach einem allfälligen Kauf zu behalten, ist also keine Option?
Nein, die Stadt will sicherlich nicht zum Hotelier werden.