Luzern

20. August 2019 16:57; Akt: 20.08.2019 16:57 Print

Stadt hat genug von Airbnb-Wohnungen

Die Stadtregierung sieht Handlungsbedarf bei der Vermietung von Wohnungen durch Online-Plattformen.

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Der Stadtrat prüft, ob er das Bau- und Zonenreglement (BZR) anpassen kann um Zweitwohnungen einzuschränken, die nur touristisch oder geschäftlich genutzt würden, schreibt er in einem Bericht und Antrag an das Stadtparlament. Eine dauerhafte Umnutzung einer Erstwohnung in eine touristisch vermietete Zweitwohnung soll nicht mehr uneingeschränkt möglich sein. Nicht einschränken will der Stadtrat die ursprüngliche Idee, nämlich die temporäre Vermietung der selber bewohnten Wohnung im Sinne der «Sharing Economy».

Laut einer Erhebung der Stadt wurden auf den Plattformen Airbnb und HomeAway jüngst 599 Angebote in Luzern gezählt. 292 Wohnungen würden professionell und temporär an Touristen oder Berufstätige vermietet. 2017 gab es in der Stadt knapp 46'000 Wohnungen.

Überprüfung der Plattformen

Die Stadt prüft, ob die Dringlichkeit für die Einführung einer Planungszone gegeben sei oder ob eine Anpassung des BZR im Rahmen der Zusammenführung der Bau- und Zonenordnung erfolgen soll. Man beobachte die Entwicklung auf den Mietplattformen und prüfe mögliche weitere Massnahmen.

Der Stadtrat reagiert damit auf politische Vorstösse seitens der SP im Parlament. Er beantragt, eine entsprechende Motion zu überweisen.

Kürzlich hielt die SP eine Medienkonferenz in einer Airbnb-Wohnung ab. Dort stellte sie ihren Bericht zum Thema vor, in dem es hiess, durch Airbnb sei in Luzern bisher der Wohnraum von 630 Personen vernichtet worden und es seien mutmasslich Steuerausfälle von 3 Millionen Franken entstanden.

Gleichzeitig legt die Regierung den ersten Kontrollbericht zur Städtischen Wohnraumpolitik vor. Diese zeigt den Zwischenstand auf, nachdem 2012 die Initiative «Für zahlbaren Wohnraum» angenommen wurde, die einen Anteil gemeinnütziger Wohnungen in Luzern von 16 Prozent bis im Jahr 2037 fordert. Luzern sei auf gutem Weg, das Ziel zu erreichen.

15 städtische Areale definiert

Da man in den vergangenen Jahren die nötigen Strukturen und Rahmenbedingungen geschaffen habe, sollte das Ziel von jährlich 100 zusätzlichen gemeinnützigen Wohnungen erreichbar sein, hält der Stadtrat fest. Dazu gehören etwa die intensivierte Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Bauträgern.

Bis 2024 rechnet die Stadt mit 600 zusätzlichen gemeinnützigen Wohnungen. Zudem definierte die Stadt 15 Areale, die mittel- bis langfristig für gemeinnützigen Wohnungsbau genutzt werden sollen – von der Oberen Bernstrasse über die Industriestrasse bis hin zu Littau West und der Reussinsel. Alleine diese Areale hätten ein Potenzial von über 2000 zusätzlichen Wohnungen.

(nob/sda)