Vierwaldstättersee

11. Juli 2014 14:16; Akt: 13.07.2014 11:38 Print

Diskussion um Nährstoffgehalt im Wasser

Der saubere Vierwaldstättersee beschäftigt weiter: Fischerei- und Aufsichtskommission stehen einer künstlichen Regulierung des Nährstoffgehalts kritisch gegenüber.

storybild

Wegen dem zu sauberen Seewasser sanken die Fischbestände im Vierwaldstättersee. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schweizer Berufsfischer fordern in ihrem Jahresbericht 2013, dass der Phosphorgehalt im sauberen und nährstoffarmen Vierwaldstättersee nicht weiter sinkt. Sie fürchten um einen Rückgang der Fischbestände und damit um Fangerträge.

Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee und die Fischereikommission Vierwaldstättersee haben nun beschlossen, das Thema Phosphor und Fischerei gemeinsam «vertiefter zu diskutieren», wie es in der Mitteilung heisst. Die Entwicklung solle im Hinblick auf eine existenzsichernde Berufsfischerei analysiert werden.

Zu möglichen Massnahmen machten die Kommissionen keine Angaben. Gegenüber einer künstlichen Regulierung des Phosphorhaushaltes im Vierwaldstättersee äusserten sie sich jedoch kritisch. Die Machbarkeit für das interkantonale Gewässer sei komplex und die Auswirkungen auf das Ökosystem seien schwer einzuschätzen.

Trinkwasserqualität hat höchste Priorität

Phosphor ist ein Pflanzennährstoff und hat Auswirkungen auf das Algenwachstum und damit auf das Nahrungsangebot von Fischen. Der Stoff gelangt über Abwasser aus Siedlungen, Dünger in der Landwirtschaft oder natürliche Quellen in die Gewässer.

Beide Kommissionen seien sich einig, dass die Sicherung der «hervorragenden Trink- und Badewasserqualität» höchste Priorität habe, sagte der Schwyzer Landammann Andreas Barraud, Präsident der Fischereikommission Vierwaldstättersee. Es gelte allerdings, eine Balance zu finden, damit ein «gesunder Fischbestand» überleben könne und die Berufsfischer ein Auskommen hätten.

Bis im Herbst wollen die Kommissionen die Daten zum Seewasser und die verschiedenen Positionen aufbereiten und diskutieren, wie Barraud weiter sagte.

(cza/sda)