Luzerner Bier

04. Oktober 2018 07:57; Akt: 04.10.2018 07:57 Print

«Doppelradler» löste Polizeieinsatz aus

Mit dem «Doppelradler»-Bier landete die Brauerei Luzern einen Social-Media-Hit. Ruckzuck war es ausverkauft: Man hätte gar das Dreifache der Jahresproduktion verkaufen können.

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Was zuerst bloss ein Scherz war, wurde schnell ernst: Im Zuge der Doppeladler-Affäre der Nati postete die Brauerei Luzern ein Rezept für den sogenannten «Doppelradler» – inklusive eigens gestalteter Etikette, auf der die Doppeladler-Geste zu sehen ist.

Die Reaktionen waren derart positiv, dass sich die Brauerei dazu entschied, das Sonderbier tatsächlich zu verkaufen – und das «Doppelradler» ging weg wie warme Weggli: «Die 100 Kisten, die wir produzieren konnten, waren innerhalb kürzester Zeit reserviert», sagt Geschäftsführer David Schurtenberger zu Zentralplus.

Nachfrage war riesig

Beim Rampenverkauf habe man immer wieder Personen enttäuschen müssen, die nach dem Sonderbier dürsteten. Mehr konnte man nicht produzieren: «Es war ein sehr guter Sommer und wir hatten schlicht nicht mehr Kapazität zu der Zeit», so Schurtenberger zum Onlineportal.

Der Geschäftsführer schätzt grob, dass man ungefähr das Dreifache der Jahresproduktion hätte verkaufen können. Und das ist nicht wenig: «Unsere diesjährige Produktionsmenge wird bei rund 2500 Hektolitern liegen», sagt er auf Anfrage. «Wir haben Anfragen von Getränkehändlern aus Pristina oder Tirana erhalten.»

Polizei war beim Rampenverkauf

Neben vielen positiven Reaktionen – die Brauerei erhielt über 600 Emails zum Thema – hätte das Sonderbier aber auch negative Reaktionen ausgelöst: «Es waren nur ein paar wüste Mails. Auch die gehen einem nahe.» Telefonisch seien sogar eine konkrete Drohung eingegangen: «In einem Fall wurde mit Gewalt gedroht. Da wurde es unangenehm.» Schurtenberger wollte Angestellte und Kunden schützen. Der Brauerei-Mitgründer kontaktierte deshalb die Polizei: Beim ersten Rampenverkauf sei eine Patrouille in der Nähe gewesen.

Auch nach dem Hype kriegt die Brauerei immer noch Anfragen. Weitere «Doppelradler» wird es aber nicht geben: Man wolle weder Menschen provozieren, noch Bier für eine bestimmte Gruppe, Partei oder Szene produzieren.

Trotzdem werde man auch in Zukunft Sonderbiere lancieren und scherzhafte Etiketten auf dem Gerstensaft anbringen: «Das werden wir mit Sicherheit in Zukunft wieder machen, wenn sich eine passende Gelegenheit bietet.»

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat am 04.10.2018 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verständnis

    Scherz hin oder her. Irgendwie wird da trotzdem provoziert. In den Medien werden Fussballer fast bis zur Sperrung verurteilt. Andererseits wird das mit Bier vermarktet. Sorry, aber dafür fehlt mir das Verständnis.

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  • Moritz Grob am 04.10.2018 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade das wir Schweizer vergessen, dass hier viele Serben leben. Klar ist es nur als Scherz gemeint aber irgendwann soll man auch bemerken, dass man nur Öl ins Feuer giesst. Ausserdem war dieser Jubel auch nicht der Schweiz respektvoll gegenüber.

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  • Rembär am 04.10.2018 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschmack sache

    Wie heisst es so schön das Auge isst(drinkt) mit und die Etiketten von dem Luzernbier sind so geschmacklos wie das Bier selber.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Radler Hopfer am 04.10.2018 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Breites Sortiment ohne Adler

    Eines was Sicher ist . Die Brauerei braut Top Biere , es gibt ja viele Alternativen um aus zu weichen !

  • Martin S. am 04.10.2018 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelungene Satire

    Ich verstehs einfach nicht warum ein Bier das eine weisse Hand und eine dunkle Hand die sich mit den Daumen berühren, genannt DoppelRadler (man achte auf das R in der Mitte), ein paar Ewiggestrige zu Aktionen wie Drohungen gegen Leib und Leben via Mail oder Telefon treiben kann. Gott sei Dank ist die grosse Mehrheit aufgeschlossener und kann zwischen Provokation und Satire unterscheiden

  • alfmir am 04.10.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    sehe keinen Zusammenhang...

    Ich frage mich, was die Bezeichnung "Doppelradler", denn "Radler" Bier gibt es schon lange, mit den nicht ganz hellen Vogelfreunden in unserer Fussballnati zu tun haben soll..?

  • Irgend ein Vic am 04.10.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ist Normal

    Eine Gruppierung spricht mann schnell an vorallem wenn sie heiss aktiv ist.. Es ist nicht schlimm was einzelne Fussbaler vermarkten. Es ist schlimm wieviele Leute dies unterstützen. Genau deswegen gibt es Gesätze, Präsidenten, Religion oder ganz hoch Hautfarbe um Leute anzuführen denn die meisten sind nur Schaffe. Prost

  • dude am 04.10.2018 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich mag kein federvieh

    ich trinke tell. doppeladler kommt nicht ins haus.