Zivile Drohnen

03. April 2014 06:03; Akt: 02.04.2014 20:26 Print

Drohnen: Schöne Bilder – unklare Gesetzeslage

Leserreporter B.K.* (28) machte mit seiner Drohne Bilder der Stadt Luzern. Die Polizei stoppte dies – ob K. aber etwas Verbotenes tat ist alles andere als klar.

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Für Bilder wie dieses muss 20Minuten-Leserreporter B.K. womöglich mit einer Anzeige rechnen. (Bild: B.K.)

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Ferngesteuerte Fluggeräte, die mit Videokameras ausgerüstet sind, sind für Private zu erschwinglichen Preisen käuflich. Solche Drohnen sind sowohl für Aviatik-Fans als auch für Hobby-Fotografen reizvoll.

Zu Fotozwecken nutzte auch der 28-jährige Leserreporter B.K.* am frühen Sonntagabend seine Drohne in Luzern. Das Gerät – mit dem er schon Werbefilme für Firmen produzierte – könne im Idealfall bis zu 2000 Meter hoch fliegen. Nun muss er aber mit einer Anzeige rechnen: Zwei Beamte der Kantonspolizei stoppten sein Tun und teilten ihm mit, er müsse möglicherweise mit einer Anzeige rechnen. Einen konkreten Straftatbestand konnten sie ihm aber nicht angeben.

Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, bestätigt: «Jemand rief uns an, da er sich durch die Drohne belästigt fühlte. Es muss aber zuerst abgeklärt werden, ob eine strafbare Handlung vorliegt und es allenfalls zu einer Anzeige kommt.» Bereits im Februar war es in Luzern zu einem ähnlichen Fall gekommen, als die EWL mit einer Foto-Drohne Fassadenaufnahmen machten und dabei eine Frau im Pyjama erschreckten (20Minuten berichtete).

Vorschriften des Datenschutzes

Klar ist: Wer eine Drohne hat, die über 30 Kilogramm wiegt, braucht eine Bewilligung vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). Mediensprecher Urs Holderegger weist auf die wichtigsten Regeln für den Betrieb einer Drohne hin: «Wenn der Pilot jederzeit direkten Augenkontakt zu seinem Flugobjekt hat, dürfen Drohnen ohne Bewilligung betrieben werden.» Dabei sei es aber wichtig, nicht gegen die Vorschriften des Datenschutzgesetzes zu verstossen, so Holderegger.

Auch auf Bundesebene sind die Hobby-Drohnen derzeit ein Thema: Nationalrat Manuel Tornare hat im vergangenen Herbst einen Vorstoss auf Bundesebene eingereicht. Darin beauftragt er den Bundesrat, «einen vollständigen Bericht über die Problematik der zivilen Drohnen in der Schweiz» vorzulegen.

Drohnen könnten laut Vorstoss «problemlos kleinste Motive von einer beachtlichen Höhe aus fotografieren. Mit der richtigen Ausrüstung können sie auch Telefongespräche aufnehmen», heisst es weiter.

Derweil wartet B.K. ab, ob und was ihm von den Behörden nun vorgeworfen wird.

* Name der Redaktion bekannt


(cza)