«Zweiklassen-Gesellschaft»

15. Juli 2019 09:05; Akt: 15.07.2019 09:05 Print

Fans machen mobil gegen dynamische Preise

Der EVZ will Spiele in der Bossard-Arena besser auslasten. Deshalb wurden dynamische Ticketpreise eingeführt. Der Frust bei den Fans ist gross.

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Das System für dynamische Ticketpreise, das der EV Zug seit Januar testete, ist nun definitv eingeführt worden. «Es geht nur um die Stehplätze für die EVZ-Fans und die normalen Sitzplätze. Bei den Stehplätzen haben wir das grösste Kontingent, bei den Sitzplätzen geht es um rund 100 freie Tickets pro Match», sagte EVZ-CEO Patrick Lengwiler bezüglich der Einführung zu Zentralplus. Die Preisspanne für Stehplätze werde von 19 Franken bis 31 Franken reichen.

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Man reagiere damit auf die unterschiedliche Nachfrage nach Tickets und die Auslastung der Bossard-Arena. Ähnlich dem Flugverkehr werden die Preise laufend angepasst. So werden zum Beispiel Spiele gegen hoch klassierte Gegner teurer. Früh entschlossene könnten vom System jedoch profitieren: Wer früh bucht, fahre preislich besser.

Widerstand vom Fanclub

Wie auf der Website der Fan-Community Herti Nordkurve in einer Stellungnahme zu lesen ist, regt sich Widerstand gegen dieses Vorgehen. «Wir sind der Meinung, dass ein Spielbesuch für alle bezahlbar sein muss. Ebenfalls sind wir davon überzeugt, dass einheitliche Preise und Rabatte das Stadion besser auslasten als dynamische Preise», so der Fanclub.

«Nach unserer Vorstellung sollte ein Matchbesuch für jede Person gleich erschwinglich sein, egal wie der Gegner heisst», schreibt der Club. Hinter dem System stecke die Absicht, mit den Spielen den erzielten Profit zu maximieren, so der Vorwurf. «Der EVZ schafft mit dieser Massnahme eine Zweiklassen-Gesellschaft», so die Fans.

Fans mit geringem Budget, werde so ein Besuch nur noch ermöglicht, wenn sie die Karten Monate im Voraus bestellten.
Weiter steht in dem Schreiben: «Sollte der EVZ weiterhin an der Einführung dynamischer Preise festhalten, behalten wir uns vor, Massnahmen gegen das System einzuleiten». Wie diese aussehen könnten, wird nicht mitgeteilt.

Beim EV Zug war für eine Stellungnahme niemand erreichbar.

(nob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zuger am 15.07.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm...

    Mit der alten Herti verlor der EVZ auch den Charme eines Clubs, der in erster Linie für die Zuger selbst spielt. Der EVZ ist zu einem Wirtschaftsunternehmen mutiert und sieht nur noch den Gewinn hinter ihren Aktionen. Somit haben auch viele jahrelange Fans dem Ganzen den Rücken zugekehrt.

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  • Dave am 15.07.2019 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Stadion nicht richtig genutzt

    Wie wäre es, wenn man in der Bosshard Arena ab und zu ein Konzert veranstaltet. Zug braucht eh mehr Kultur. Dann hätten nicht nur Hockey Fans was davon und das Stadion müsste nicht so asoziale Preispolitik betreiben.

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  • Heimat-Zuger am 15.07.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    In Zug herrscht doch schon lange eine Zweiklassengesellschaft. Wie viele der EVZ-Fans können sich überhaupt noch leisten in einer nicht subventionierten Wohnung im Kt. Zug zu leben? Also ich höre da nur noch English. Das dumme, das dort verdiente Geld wandert zu Hauf ins Ausland und wird nicht hauptsächlich in der Schweiz ausgegeben. Dieser Kanton verkauft seine Seele und schadet langfristig allen Kantonen, die einem solchen Wettbewerb nicht Standhalten können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • C. Gyr am 15.07.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cüpli-Verein

    Der EVZ ist zu einem Cüpli-Verein verkommen, wie die SCRJ Lakers.

  • Supermoon am 15.07.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    An die Nörglern

    Jaaa, der EVZ ist ein Unternehmen! Und zwar kein Non-Profit sondern ein For-Profit-Unternehmen. Get used to it. So funktioniert es. Der Verein muss so wirtschaften, dass er seine Kosten deckt. Oder möchtet ihr den Verein mit euren Steuern unterstützen? Anderswo kosten die Tickets auch ähnlich. Biel, ZH, BE, etc. Wer sich kein Stehplatzticket für 19-31 CHF leisten kann kann ich echt nicht ernst nehmen. Ein Kinoticket kostet das gleiche. Noch Fragen? Was denkt ihr denn? Spielen die Spieler gratis für Euch? Ihre (hohen) Saläre muss man auch bezahlen.... Denkt doch mal nach.

  • Cpt. Commonsense am 15.07.2019 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pures profit-denken

    geld kann echt alles versauen. vorallem in der schweiz.

  • KHF am 15.07.2019 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logik...

    Ein echter, frenetischer Fan wird doch eh eine Dauerkarte haben oder Tickets so früh wie möglich kaufen. Man macht wieder ein Problem wo keines ist.

    • Fritz Fair am 15.07.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      Problem auf Raten

      Doch, es ist eben ein Problem, ein Problem auf raten. Was wohl der nächste Schritt sein wird? Wie sich das in der darauffolgenden Saison auf die Saisonkarten auswirken wird? Man überlege...

    • Markus am 15.07.2019 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      Tickets für Topspiele enorm schwierig

      Also ich muss sagen, Ticket für Matches gegen den HCD, ZSC und SCB sind eh kaum zu haben beim EVZ...vorallem wenn man 2-3 Plätze nebeneinander braucht ist das fast unmöglich! Daher gehe ich schon seit Jahren an die Spiele der Champions League schauen oder halt jene gegen Ambri, Rappi oder EHC Biel, ist auch cool :) und wie gesagt, Sitzplätze für die Topspiele sind beim EVZ sowieso kaum zu ergattern...

    • berner am 15.07.2019 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @KHF

      es geht aktuell nicht um jene welche immer dabei sind die haben wie du sagst eine saisonkarte.. es geht ums prinzip so vermute ich.. ichockey für alli!

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  • Ben Meier am 15.07.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Boykott der Heimspiele

    Das gleiche Gejammer, wie bei den Touristenpreisen für Liegestühle am Strand von Cannes. Wenn man nicht bereit ist den Preis zu bezahlen, dann geht man da einfach nicht hin. Lasst die ersten Heimspiele von Zug sausen, gebt dem Club per Mail, Telefon, Brief oder von mir aus auf einem Transparent zu verstehen was ihr davon haltet. Sollten die Einnahmen mit dynamischen Ticketpreisen tiefer ausfallen als vorher, dann wird sich auch was ändern. Wer hingeht und die Faust im Sack macht, dem kann nicht geholfen werden.