Mysteriöser Einbruch

23. Juli 2018 18:51; Akt: 24.07.2018 04:56 Print

Einbrecher richten in Alphütte viel Schaden an

Im Herbst brachen Unbekannte in die Alphütte Erigsmatt ein und wohnten dort offenbar mehrere Tage. Durch ein kaputtes Fenster trat Schmelzwasser ein. Nun ist alles verschimmelt.

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«Das ganze Wohnzimmerinventar muss ersetzt und der neu eingebaute Boden herausgerissen und neu verlegt werden», sagt Stefanie Betschart von der Oberallmeindkorporation Schwyz (OAK) zum «Boten der Urschweiz» zum Zustand der Alphütte.

Im vergangenen Jahr waren Einbrecher in die entlegene Alphütte Erigsmatt auf Muotathaler Gemeindegebiet eingedrungen, die der OAK gehört. Dazu wuchteten sie Fensterläden auf und schlugen eine Scheibe ein. «Wir müssen davon ausgehen, dass es im Spätherbst passiert ist. Das Inventar der Wohnstube war von Schimmelpilz befallen. Das kann nicht erst im Frühling passiert sein», so Betschart.

Über den Winter wurde durch das offene Fenster Schnee ins Innere geweht. «Das Schmelzwasser ist in den Boden eingedrungen und hat auch die Möbel in Mitleidenschaft gezogen», sagt OAK-Geschäftsführer Daniel von Euw auf Anfrage.

«Durch die Feuchtigkeit hat sich der Boden völlig verzogen.» Dabei sei Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Franken entstanden. Von Euw: «Wir müssen das alles nun ersetzen.» Das Material dafür muss kostenintensiv per Helikopter auf die Alp gebracht werden.

Zu abgelegen, um zu stehlen

Von Euw kann sich nicht erklären, wer dahinter steckt. «Die Alp ist sehr weit abgelegen. Wer dort etwas hätte stehlen wollen, müsste das Diebesgut einen weiten Weg mitschleppen», sagt er. Gestohlen wurde denn auch nichts.

Offenbar seien die Einbrecher in einer Notlage gewesen: «Sie hinterliessen einen in englischer Sprache verfassten Zettel, der dies vermuten lässt.» Ob diese Mitteilung echt sei oder nur zur Ablenkung dort platziert wurde, sei schwierig abzuschätzen. Auch Abfall hätten die Eindringlinge liegen lassen.

Zudem hätten die Unbekannten einen Vorratsschrank aufgebrochen und die Gasvorräte angezapft – «vermutlich wurde gekocht und geheizt», so von Euw.

Alp als Unterschlupf in Notsituation

Auf vielen Alpbetrieben ist es laut von Euw üblich, dass man bei einem Stall oder Gaden eine Tür offen lässt. Dies, «damit beispielsweise Wanderer oder Skitourenfahrer in der Not einen Unterschlupf haben», so der Geschäftsführer. So etwas komme ab und zu vor.

Dass jemand aber so viel Sachschaden hinterlässt, hat von Euw noch nie erlebt. «Möglicherweise wäre der Schaden etwas geringer, wenn die Einbrecher wenigstens die Fensterläden wieder geschlossen hätten.» Bei der Polizei habe man Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.


(gwa)