Einsiedeln SZ

16. Februar 2011 22:58; Akt: 17.02.2011 00:41 Print

Einsiedler Abt drückt sich vor Sex-Frage

von Martin Erdmann - In einem Chat beantwortete Abt Martin Werlen Fragen rund um die Kirche – beim Thema Sex drückte er sich jedoch um eine klare Antwort.

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Martin Werlen: «Ich bin ein sexuelles Wesen und danke Gott dafür.» (key)

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Ein User wollte im Chat auf www.kath.ch von Martin Werlen (48), dem Abt des Klosters Einsiedeln, wissen, ob er schon einmal Sex hatte. Werlen schrieb: «Ich bin ein sexuelles Wesen und danke Gott dafür.» Eine Antwort, die verwirrt. Als Klosteroberhaupt ist er dem Zölibat verpflichtet, darf also nicht verheiratet sein und auch keinen Sex haben. Alternativen lässt die katholische Kirche keine zu. «Selbstbefriedigung ist ein egoistischer und ungeordneter Gebrauch der Sexualität und wird von der Kirche abgelehnt», so Christoph Casetti, Sprecher des Bistums Chur.

Dass das Leben im Zölibat nicht einfach ist, weiss auch die Kirche. «Diese Menschen haben selbstverständlich auch sexuelle Bedürfnisse, müssen aber schauen, wie sie damit umgehen», sagt Florian Flohr, Sprecher der katholischen Kirche der Stadt Luzern. Die Bedürfnisse könnten zum Beispiel durch engagierte Arbeit überdeckt werden. «Es ist aber realistisch, dass künftig das Pflichtzölibat für Priester abgeschafft wird.» Laut Theologe und Sexologe Eugen Bütler stellt die Kirche den Geist schon seit dem vierten Jahrhundert über den Körper. «Das führte zu Misstrauen gegenüber der Sexualität.» Dies bekomme die westliche Kultur heute noch zu spüren.

Wie Werlen seine Aussage genau gemeint hat, ist unklar. Er weilte gestern im Ausland und war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz F am 17.02.2011 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    konservativer als er sich gibt

    dass ihr euch noch wundert - Abt Martin gibt sich moderner als er wirklich ist, denn konform bleiben kostet nicht den Job!

  • Ruth F. am 17.02.2011 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hinterwäldler

    also das ist ganz normal dass der Martin keine rechte Antwort auf diese Frage geben kann, denkt doch wenn das der Vorgesetzte lesen würde! !Es ist schon lange an der Zeit dass das Zölibat abgeschafft wird, die haben doch auch ihre Triebe und sollten heiraten dürfen, oder schwul sein dann hätten wir weniger Missbrauch in den Klosterschulen usw.--und überhaupt muss sich die Kirche nicht fragen warum immer mehr austreten, und sich von dieser Kirche trennen

  • Penny am 17.02.2011 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    studiert...

    Theologe und Sexologe Eugen Bütler? Geniale Berufsbezeichnung! :-D

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vera, Arth am 21.01.2012 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig!

    Wer sich wir Abt Werlen geradezu mediengeil ins Glashaus setzt, soll sich nicht wundern, wenn man ihn auch "ohne Kutte" betrachten will! Selber schuld!

  • Paul V. am 18.02.2011 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geist vor Körper?

    "Laut Theologie stellt die Kirche den Geist schon seit dem vierten Jahrhundert über den Körper." Oh Wunder. Nicht so 20 Minuten. Wieso auch. Die User wollen Körperliches, Saftiges, nicht Geistvolles. Was hätte er denn antworten sollen? Er hat ja geantwortet... nur muss man, um diese Antwort zu verstehen, auch den Geist einsetzen, nicht eine Körperextremität.

  • Weltbürger am 18.02.2011 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Reformen sind dringend nötig

    Das Zölibat muss endlich weg. Dieser verstaubte Unsinn gehört endlich abgeschafft! Ein Prister ist ein Mann wie jeder andere und hat auch seine sexuellen Bedürfnisse. Er soll diese auch normal ausleben dürfen und nicht im verborgenen. Ausserdem steht nirgends in der Bibel, dass Jesus zölibatär gelebt hat. Es wird ja immer von seinen 12 "Jüngern" geschrieben.(?) Macht euch auch darüber mal Gedanken.

  • Susanne am 18.02.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Auskunft über die eigene Sexualität?

    Sorry, ich habs auch nicht mit den Katholiken-Brüder, aber ich denke, dass die Mehrheit der über 40jährigen Leute ebenfalls nicht in der Öffentlichkeit über ihre intimsten Details in einem Interview äussern würden. Also, irgendwo hörts auch auf mit der Fragerei unter der Gürtellinie!

  • Armin am 17.02.2011 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeugnis

    Aufräumen ist angesagt, auch wenn es schwer fällt, sonst ist man nicht mehr glaubhaft.