Engerling-Plage

09. April 2019 15:55; Akt: 09.04.2019 17:46 Print

Bauern verzweifelt – Mittel gegen Larven ausverkauft

Grosse Flächen Landwirtschaftsland im Kanton Uri sind von Engerlingen befallen. Die gefrässigen Maikäferlarven richten grosse Schäden an – und sie können unbeirrt weiterfressen.

Die Engerlinge sorgen im Kanton Uri für Landschäden.
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Der Kanton Uri wird von Maikäferlarven heimgesucht. «Die Viecher sind relativ gross, fressen viel und verursachen viel Schaden», sagte Franc Tresch zum SRF- Regionaljournal.

Auf dem Landwirtschaftsland der Familie Tresch in Attinghausen UR, wo eigentlich Gräser wachsen sollten, hat es momentan viele braune Stellen: Die gefrässigen Engerlinge machen sich über die Wurzeln der Gräser und Bäume her.

Hitzesommer sorgt für Engerlingsplage

«Die Gräser sind abgestorben, und durch die Hitze im letzten Sommer ist es noch extremer geworden», sagt Bauer Franz Tresch, der Vater von Franc. Die hohen Temperaturen und trockenen Böden hätten für Engerlinge paradiesische Bedingungen geboten.

Anstatt guter Gräser hat es auf dem Land viele kahle Stellen, auf denen Unkraut wächst. Konkret bedeuten die braunen Flächen weniger Ertrag für die Familie Tresch und weitere Bauern. Die Fläche müsse wieder frisch angesät und bewirtschaftet werden.

Futter muss zugekauft werden

«Das hat für den Betrieb wirtschaftliche Konsequenzen», so Franc Tresch. Futter, das man eigentlich selbst produzieren könne, fehle und müsse zugekauft werden.

Das Ausmass des Schadens lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: 2010 waren 160 Hektaren Landwirtschaftsland von Engerlingsschäden betroffen, 2019 sind es 215 Hektaren. Das entspricht einer Fläche von über 300 Fussballfeldern.

Mittel zur Bekämpfung fehlen

Daniel Furrer, der landwirtschaftliche Berater des Kantons Uri, vermutet zwei Gründe für die Plage: «Zum einen ist es mit Sicherheit die Trockenheit, die das Wachstum der Engerlinge von der Eiablage bis jetzt gefördert hat», sagte er zum «Regionaljournal». Andererseits habe wegen der Trockenheit ein bestimmter Pilz, den man zur Bekämpfung der Engerlinge einsetzt, nicht wachsen können, vermutet Furrer.

Besagter Pilz ist eine biologische Methode zur Bekämpfung der Engerlinge. Und das funktioniert so: Gerstenkörner werden mit dem Pilz präpariert und mit speziellen Maschinen in den Boden eingearbeitet. Doppelt schlecht für die Bauern: Wegen eines Lieferengpasses können sie dieses Mittel momentan nicht einsetzen. «Aus diesem Grund können wir die Körner erst auf Anfang Mai säen», sagt Furrer.

(gwa)