Wahlen Luzern

19. Mai 2019 15:51; Akt: 19.05.2019 15:51 Print

Enttäuschung trotz «Bombenresultat»

Die grüne Kandidatin Korintha Bärtsch schaffte es nicht in die Luzerner Regierung. Damit bleibt Luzern eine rein bürgerliche Männerdomäne in der Regierung.

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Die Frauen und die Linke sind auch in den nächsten vier Jahren nicht in der Luzerner Kantonsregierung vertreten. Der parteilose Marcel Schwerzmann und Paul Winiker von der SVP schaffen gemäss Endresultat die Wiederwahl, Korintha Bärtsch (Grüne) hat das Nachsehen.

Wie erwartet erzielte Justiz- und Sicherheitsdirektor Winiker das beste Resultat. Er kam auf 65'887 Stimmen. Im ersten Wahlgang hatte er das absolute Mehr nur knapp verpasst.

Die Ausmarchung um den letzten der fünf Regierungsplätze fiel klar aus. Im Gegensatz zum ersten Wahlgang konnte sich Finanzdirektor Schwerzmann dieses Mal vor der grünen Herausforderin Bärtsch platzieren. Er kam auf 59'746 Stimmen, sie auf 51'640 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 40,8 Prozent.

Im ersten Wahlgang waren die bisherigen Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss (beide CVP) sowie der neue Fabian Peter (FDP) gewählt worden. Damit bleibt der Luzerner Regierungsrat weitere vier Jahre ein bürgerliches Männergremium.

Die SP hatte vor vier Jahren den traditionellen linken Sitz im Luzerner Regierungsrat an die SVP verloren. Sie zog nach dem ersten Wahlgang ihren Kandidaten zu Gunsten der grünen Kandidatin Bärtsch zurück. Diese konnte sich aber, trotz Erfolgen der Ökoparteien bei den Kantonsratswahlen, nun nicht durchsetzen.

Der parteilose Luzerner Finanzdirektor Marcel Schwerzmann sieht seine Wiederwahl auch als Bestätigung für seine Arbeit als Teamplayer. Er war zusammen mit SVP-Regierungsrat Paul Winiker gegen die Kandidaten der Grünen, Korintha Bärtsch, angetreten. Dass erneut keine Frau im Gremium vertreten sei, erachtet er nicht als Manko.

Schwerzmann will Politik für alle

Er könne sich an keinen Entscheid erinnern in den letzten vier Jahren, den die Regierung ausschliesslich für Männer getroffen hätte, sagte Schwerzmann am Sonntag nach seiner Wiederwahl. Im Gegenteil sei es Aufgabe der Regierung, Politik für die gesamte Bevölkerung zu machen. Und am Ende habe das Stimmvolk über die Zusammensetzung des Regierungsrats entschieden.

Dass Linksgrün im Parlament nach den Kantonsratswahlen erstarkt sei, werde die Regierung künftig bei ihren Vorlagen beachten. Man werde auf die Kräfteverhältnisse Rücksicht nehmen. «Wir wollen ja nicht regelmässig auflaufen im Parlament.»

Bärtsch enttäuscht und spricht dennoch von «Bombenresultat»

Die Kandidatin der Grünen, Korintha Bärtsch, hat sich am Sonntag enttäuscht über die verpasste Wahl in den Luzerner Regierungsrat geäussert. Es sei offenbar zu früh für eine nachhaltige Politik im Kanton Luzern.

Für ihre Partei seien die über 50'000 Stimmen, die sie erhalten habe, zwar ein «Bombenresultat», sagte Bärtsch. Trotzdem sei es bedauerlich, dass in der Regierung erneut ein grosser Teil der Kantonsbevölkerung nicht vertreten sei.

Für eine vertiefte Analyse des Resultats sei es noch zu früh. Sie habe zwar mehr Stimmen erzielt als im ersten Wahlgang, allerdings habe ihr Konkurrent Schwerzmann noch stärker zulegen können. Denkbar sei, dass FDP- und CVP-Wähler die Mitte stärken wollten und sie zusammen mit Schwerzmann auf die Liste gesetzt hätten, was ihr im direkten Vergleich geschadet haben könnte.

(sda)