Daydance Event

13. August 2018 18:45; Akt: 13.08.2018 18:49 Print

Electro-Openair verbannt Plastik vom Gelände

von Tamara Stalder - Das Techamsee ersetzt den Plastik in der Gastronomie. Stattdessen setzt man auf Karton und Holz. So will man auf den Plastikmüll aufmerksam machen.

Video mit Impressionen von Techamsee. (Video: techamsee.ch)
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Am Tag tanzen, als sei es Nacht: Über 8000 Partygäste werden am 25. August am nach Angaben der Veranstalter ältesten und grössten Electronic Dance Openair erwartet. Bereits zum achten Mal findet in Cham im Hirsgarten das Techamsee statt.

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Doch dieses Jahr gibt es eine markante Veränderung. Das Event verzichtet in der Gastronomie komplett auf Plastik. Ramon Landtwing, Veranstalter des Techamsee, ist gelernter Kunststofftechnologe. Dadurch sei er für das Thema Kunststoffverschmutzung sensibilisiert. «Mann bekommt immer mehr mit, wie die Weltmeere verschmutzt sind», sagt Landtwing. «Indem wir auf Plastik verzichten, wollen wir ein Zeichen setzen.»

«Der Luxusgedanke muss weichen»

Wie der Name des Open-Airs besagt, wird direkt am Wasser gefeiert. Es kann laut Landtwing also kaum verhindert werden, dass gewisser Abfall im Wasser landet. «Deswegen haben wir auf Pappe umgestellt», so Landtwing. «Für uns ist Plastik im Zugersee gleich schlimm wie Plastik in den Weltmeeren.»

Gegessen werde aus Holzgeschirr und mit Holzbesteck; Getränke werden in Pappbechern ausgeschenkt. Doch hier sei die Auswahl ein Problem: Es gebe keine transparenten Becher, keine für Longdrinks und keine Sektgläser. Vorhanden seien deshalb zwei verschiedene Grössen an Pappbechern. «Der Luxusgedanke muss dem Umweltgedanken weichen», so Landtwing.

Die Kosten für die umweltfreundlicheren Alternativen seien dabei nicht höher als für Plastik. Papp sei im Einkauf sogar günstiger. Über den gesamten Kostenaufwand hat Landtwing aber nicht den vollen Überblick. Die Organisation der Einkäufe werde von den Foodständen selbständig geführt. «Wie sie die Alternativen einsetzen, ist ihnen überlassen. Plastik ist einfach verboten.»

Alternativen sind schwer zu finden

Papp sei längst nicht die beste Lösung. «Wir sind ständig auf der Suche nach Alternativen.» Dies sei jedoch schwierig. Die Wirtschaft sei noch nicht so weit, optimale Lösungen im Bereich Einweggeschirr zu präsentieren. Momentan könne man auf Kunststoff aus Maisstärke zurückgreifen. Aber dieser baue sich in der Natur genau gleich langsam ab wie Plastik. Allerdings gebe es bereits Startups, die an Alternativen arbeiten.

Als Beispiel nennt Landtwing ein Unternehmen aus den USA, das den ersten Becher aus pflanzlicher Gelatine herstelle. Dieser sei essbar — auch für Tiere. Der Becher sei für die Natur völlig unbedenklich und in kürzester Zeit vollständig abbaubar. «Leider kann die entsprechende Startup-Firma noch keine grösseren Mengen weltweit liefern.»

Andere Veranstalter sollen nachziehen

«Mit unserer Aktion wollen wir die Menschen wachrütteln», betont Landtwing. Auch wenn noch nicht die perfekte Lösung gefunden wurde, sei es ein Schritt in die richtige Richtung. «Wir hoffen, dass andere Veranstalter nachziehen.» Man müsse umdenken, denn Abfall an Festivals sei immer ein grosses Problem.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • p. steiner am 13.08.2018 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    es wär doch einfach

    wie wärs wenn jeder seinen eigenen becher mitnehmen würde? und den food kann in wraps serviert werden..

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  • Heidi Heidnisch am 13.08.2018 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Wieder ein paar Tonnen Plastikmüll gespart. Es geht ha doch...

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  • Bärner Gring am 13.08.2018 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrweggeschirr

    Wie wärs denn mit Mehrweggeschirr? Klappt bspw beim Buskers in Bern sehr gut. Einfach ein Pfand drauf und Rücklaufquote liegt bei 99%. Das restliche 1% sind die Leute, welche besonders die bedruckten Festivalbecher als Souvenir mit nach Hause nehmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • daniela am 15.08.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrweg ist der Weg!

    wie wär's mit Mehrwegsystemen? Plastik mit anderen Einweg-Alternativen zu ersetzen bringt nichts.

  • Giovanni B. am 14.08.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ray ban & Plastik Flamingo

    Zum Glück gilt dies nur für die Gastronomie. Würde man das Verbot von Plastik auf die Gäste ausweiten, wäre wohl nicht viel los

  • alice am 14.08.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Sauordnung

    Glas kann man auch im Rucksack mitnehmen!und es wiered Zuhause Abwaschen !haben wir immer gemacht am See ! Sauordnung gabs nie!Rucksack füllen

  • Bewohner am 14.08.2018 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    PR - Aktion

    Sehr gute PR-Aktion so 2 Wochen vor dem Event !!!!

  • Anwohner am 14.08.2018 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Eine Verbesserung für das Festival wäre wohl eher WC aufzustellen.

    • Ramon Landtwing am 14.08.2018 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      WC-Wagnons

      Gibt es auch. Im August stehen zusätzliche WC-Wagons und zwar draussen und drinnen.

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