Luzerner Mode statt Schmuck

23. August 2017 15:03; Akt: 23.08.2017 15:03 Print

Erstmals zieht ein grosser Bijoutier weg aus Luzern

von Jacqueline Straub - In der Luzerner Altstadt wird umgebaut, Filialen schliessen, neue Läden öffnen. Und eine grosse Bijouterie zieht weg– ihre Mietfläche war zu gross. Ein Luzerner übernimmt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach nur vier Jahren verabschiedet sich der Juwelier Sokolov Ende August aus Luzern. Die Entscheidung, den Weinmarkt in Luzern zu verlassen, sei schwer gefallen. «Wir haben uns entschieden, den Vertrag nicht zu verlängern, weil die Fläche des Geschäfts für unsere Bedürfnisse zu gross ist», berichtet Sokolov Jewelry Schweiz. Allerdings würde wieder ein Geschäft in Luzern eröffnet, «falls wir eine Fläche finden, die unseren Anforderungen entspricht». Beim Unternehmen verweist man zudem darauf, dass der Online-Verkauf eine immer wichtigere Rolle spiele.

Umfrage
Wie zufrieden sind Sie mit dem Ladenmix in der Luzerner Altstadt?
14 %
66 %
20 %
Insgesamt 434 Teilnehmer

Nach Sokolov kommt Gränicher

Der Nachfolger am Weinmarkt steht bereits fest: Im markanten Altstadthaus zieht das traditionelle Luzerner Kleidergeschäft Gränicher ein, von dem es bereits drei Filialen gibt. Das Ziel sei, nach einem zweimonatigem Umbau die neue Filiale im Dezember zu eröffnen, wie Michael Arabiano, Unternehmensleiter von Gränicher, sagt. «Gränicher wurde im Jahr 1891 am Weinmarkt gegründet», sagt Arabiano. «Es ist ein wichtiges Haus für uns.» Es gehöre zur Geschichte und biete Möglichkeiten aufgrund der grossen Fläche, das Sortiment für Frauen zu erweitern.

«Positives Zeichen»

Normalerweise ist es in der Luzerner Altstadt eher so, dass grosse, international tätige Unternehmen das lokale Gewerbe verdrängen. Hier ist es nun für einmal umgekehrt: Ein grosses russisches Unternehmen, das in zehn Ländern tätig ist, verlässt Luzern; ein traditionelles Luzerner Unternehmen übernimmt. Alexander Gonzalez, Präsident des Wirtschaftsverbandes der Stadt Luzern, bestätigt: «Ich kann mich nicht erinnern, dass dies schon einmal der Fall war wie jetzt hier.» Er schätze es, dass nun Gränicher als lokal verankertes Unternehmen am Weinmarkt eine Chance sehe, da das lokale Gewerbe oft verdrängt werde. «Das werte ich als positives Zeichen für den Detailhandel in der Stadt Luzern.» Gränicher schätze er persönlich als qualitativ gutes Geschäft, das sich von Massentextilgeschäften abhebe.

André Bachmann, Präsident der City Vereinigung Luzern, denkt, dass bei Sokolov die Lage für das Angebot nicht optimal war und im Umfeld des «Uhren- und Touristen-Hotspot» keine Flächen frei waren. «Daher wurde von Sokolov wohl dieser radikale Schritt gewählt.»

Viele Umbauten sind im Gange

In der Kornmarktgasse gab es bereits vor kurzem eine Neueröffnung: Nach einem Umbau kann im Schuh- und Fashionladen Brunello wieder eingekauft werden. Ebenso stehen am Löwenplatz im Grand Café bei Heini Umbauarbeiten an. In wenigen Tagen wird dort der altwürdige Frühstücks- und Café-Saal wieder eröffnet.

Vögele zukünftig OVS

Auch sonst sind in der Altstadt viele Bauarbeiter unterwegs: Die C&A-Filiale in der Hertensteinstrasse wird im Moment komplett renoviert. Ein paar Gebäude weiter wird das ehemalige Lokal von Vögele total umgebaut, später wird dort wieder ein Kleiderladen des italienischen Konzerns OVS öffnen, der Vögele kürzlich übernommen hatte.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Petrus am 23.08.2017 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Bachmann?!

    Was? Kein Bachmann, der in eine freie Fläche in Luzern einzieht?!

    einklappen einklappen
  • Sepp am 23.08.2017 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Für Touristen

    Die Einkaufsmöglichkeiten in Luzern sind Perfekt auf Touristen ausgerichtet jedoch bleiben die Einheimischen auf der Strecke da wir uns nichts davon leisten können überall überteuerte Schmuck und Kleider Läden. Ich gehe nur noch wenn unbedingt nötig in die Altstadt da dort alles voller Touristen ist und einfach nicht mehr Bezahlbar

    einklappen einklappen
  • Santana am 23.08.2017 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Zug ist abgefahren!

    Luzern ist auf Touristen ausgerichtet, entsprechend ist das Angebot....Uhren-Läden ..... Uhren-Läden .....Teure Kleider.....oder Lumpenläden, verstopfte Altstadt und Strassen völlig unattraktiv für Shopping!Die Uhren-Shopping- Meile ist ist für die Einheimischen nicht attraktiv genug, da nützen die vorgenommen Änderungen nichts mehr!Luzern wollten den Massen-Tourismus.... jetzt haben sie was sie wollten!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vanessa am 25.08.2017 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    Mall Of Switzerland kommt!

    In paar Wochen eröffnet die neue Mall mit 150 Geschäften. Dort und im Emmen Center werde ich einkaufen. Zwei grosse Einkaufszentren in nächster Nähe ist doch toll. Die Stadt Luzern ist für Shopping nicht geeignet.

    • Gregi Pfister am 25.08.2017 10:02 Report Diesen Beitrag melden

      Nä-ä

      Die Stadt Luzern ist ideal zum Einkaufen! Gottseidank gibt es immer noch viele gute Fachgeschäfte, halt nicht alle auf einem Haufen. Will man hingegen "shoppen", was es bei Billigketten und Migroop halt so zu "shoppen" gibt, bist du in Amplikon sicher bestens aufgehoben.

    einklappen einklappen
  • Typhoeus am 24.08.2017 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shopping für Einheimische

    nur in der Nebensaison.

    • S. aus L. am 24.08.2017 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Nicht einmal dann, denn in der Altstadt hat es nur noch überteuerte Geschäfte oder Billigläden.

    einklappen einklappen
  • Hexe am 24.08.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shopping in Luzern...nicht schön, nicht attraktiv.

    Die Tourismusindustrie in Luzern ist an Überheblichkeit kaum mehr zu überbieten und das zu Lasten der Einheimischen!Alles für den Tourismus ist die Devise !

  • Leserin am 24.08.2017 05:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt nichts anderes übrig

    Sokolov kenn ich nicht. Als man früher sich zum Kaffee treffen konnte, danach zusammen shoppen, auch Hauswarenartikel und Bastelsachen, war Luzern noch "heimelig". Heute quetsch man sich an spuckenden Asiaten und lauten Touristen durch die Altstadt. Ich gehe nicht mehr hin und meine Freundlinnen auch nicht. Wir suchen uns eine andere Stadt zum Geld ausgeben und geniessen

    • Stephanie Köhler am 24.08.2017 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leserin

      Komm doch in die Luzerner Neustadt. Im Bossa Nova findest du das Besondere und nebenan im Salût kannst du entspannt was trinken.

    einklappen einklappen
  • Buebi Stansstad am 23.08.2017 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht viel besser

    dauert wohl auch nicht lange und dann schliesst gränicher standorte. denn wer braucht schon 4 gränicher? 90% der luzerner bevölkerung können sich die massiv überteuerten kleider eh nicht leisten!