Zentralschweiz

23. Januar 2012 21:54; Akt: 23.01.2012 22:08 Print

Es droht ein grosses Bienensterben

Eine tückische Milbe setzte den hiesigen Bienen arg zu. Imker rechnen damit, dass die Hälfte ihrer Bienen sterben könnten. Obst und Honig soll es trotzdem geben.

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Die Varroamilbe hat die Bienen arg geschwächt. (Keystone)

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Laut Fachleuten könnten in der Schweiz bis zu 50 Prozent aller Bienen sterben (20 Minuten berichtete) – auch die Zent­ralschweiz wird davon kaum verschont bleiben, wie sich jetzt zeigt. «Es fehlen bereits Bienen. Sie flogen aus und sind nicht wiedergekommen. Was mit ihnen passiert ist, ist nicht klar», sagt Andy Marti, Vizepräsident des Imkervereins ­Luzern. Sicher ist: Die Varroamilbe hat die Tiere arg geschwächt. Diese benutzt die Bienen als Wirt und ernährt sich von deren Blutflüssigkeit. Der milde Winter und der schöne Spätherbst letztes Jahr brachten für die Milbe ideale Bedingungen hervor, um sich zu vermehren.

Gegen die Plage ist kein Kraut gewachsen. «Wir können nur versuchen, mit imkerlichen Massnahmen und Säure die Milbenzahl tief zu halten», sagt Christian Sacher, Bieneninspektor der Urkantone. Wichtig sei, dass die bestehenden Völker im Frühling rasch erstarken würden.

Weniger Bienen bedeuten gemäss Sacher nicht zwingend weniger Honig: «Das Wetter ist ein ebenso wichtiger Faktor.» Auch die Landwirtschaft kommt wohl glimpflich davon. «Ich gehe im Moment davon aus, dass die Bestäubung der Pflanzen und des Obstes nicht gefährdet ist», sagte die Luzerner Kantontierärztin Ursula Horisberger heute zu Radio Pilatus.

(mfe/20 Minuten)