Aggressiver Bulle

26. Februar 2020 19:20; Akt: 26.02.2020 19:20 Print

Esaf-Siegermuni Kolin (4) landete beim Schlachter

Weil der Siegermuni des Esaf aggressiv wurde und auf seinen Betreuer losging, musste der 4-jährige Kolin zum Metzger.

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Kolin, der 4-jährige Siegermuni des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019, hat ein kurzes Leben geführt. «Kolin benahm sich vorbildlich», sagte sein Betreuer Mändel Nussbaumer sagte zur «LZ». Obwohl am Esaf immer alles gut lief, änderte sich dies neulich. Die «Flausen» häuften sich, sagt Nussbaumer. Und dann geschah das Entscheidende: «Als ich vor zwei Wochen im Stall war, jagte er mir richtig Angst ein.» Der rund 1500 Kilo schwere Muni soll ein paar Schritte rückwärts gegangen sein, um dann direkt auf ihn loszugehen. Nussbaumer konnte sich noch mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Kolin musste den Hof verlassen. Zwei Tage später brachte Nussbaumer den vierjährigen Kolin zum Schlachter. Dies vor allem auch, weil er die Kinder, die auf dem Hof leben, vor Kolin schützen möchte. «Das ist eine Frage des gesunden Menschenverstands», so Nussbaumer. Die Entscheidung sei ihm keinesfalls leicht gefallen: «Es hat schon Tränen gegeben.» «Wesensveränderungen kommen bei Stieren dieses Alters vor und sind sehr gefährlich», erklärt der Kantonstierarzt Rainer Nussbaumer. «Wenn ein 1500 Kilogramm schweres Tier nicht mehr kontrollierbar ist, hat man keine andere Wahl, als es zu töten.» Auch Christian Manser der Fachstelle Rindvieh des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen ist einverstanden. «Grundsätzlich ist es auch bei gutem Umgang immer möglich, dass ein Stier aggressiv wird.» Manser denkt, dass Kolins Verhalten womöglich aus Langeweile entstanden ist. Nach dem Fest sei er «nicht mehr ständig im Mittelpunkt» gewesen.

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Kolin, der 4-jährige Siegermuni des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2019, hat ein kurzes Leben geführt. Kolins Betreuer Mändel Nussbaumer sagte gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Kolin benahm sich vorbildlich.» Obwohl am Esaf noch alles gut lief, änderte sich dies neulich.

Kolin machte plötzlich Probleme: Mit der Zeit häuften sich die «Flausen», wie Nussbaumer erklärt. Doch dann geschah das Entscheidende: «Als ich vor zwei Wochen im Stall war, jagte er mir richtig Angst ein.» Der rund 1500 Kilo schwere Muni soll ein paar Schritte rückwärts gegangen sein und ging danach auf ihn los. Nussbaumer konnte sich noch mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Zur Sicherheit der Kinder

Nur zwei Tage später brachte Nussbaumer den vierjährigen Kolin zum Schlachter. Dies vor allem auch, weil er die Kinder, die auf dem Hof leben, vor Kolin schützen möchte. «Das ist eine Frage des gesunden Menschenverstands», so Nussbaumer. Die Entscheidung sei ihm keinesfalls leicht gefallen: «Es hat schon Tränen gegeben.»

Kantonstierarzt Rainer Nussbaumer hält diese Entscheidung für sinnvoll. «Wesensveränderungen kommen bei Stieren dieses Alters vor und sind sehr gefährlich», erklärt er dem Blatt. Und: «Wenn ein 1500 Kilogramm schweres Tier nicht mehr kontrollierbar ist, hat man keine andere Wahl, als es zu töten.» Der Betreuer Mändel Nussbaumer habe das Beste für Kolin getan.

SRF zeigte, wie Siegermuni Kolin fürs Esaf hübsch gemacht wurde. (Video: SRF)

«Kuhflüsterer» Manser stimmt auch zu

Auch Christian Manser von der Fachstelle Rindvieh des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen ist einverstanden. Der als Kuhflüsterer bekannte Manser sagt zur «LZ»: «Grundsätzlich ist es auch bei gutem Umgang immer möglich, dass ein Stier aggressiv wird.» Nur eine Kopfbewegung oder ein leichtes Drücken des Munis könne einen Menschen ernsthaft verletzen. «Er war nicht mehr ständig im Mittelpunkt. Möglicherweise wurde ihm ein wenig langweilig», vermutet Manser.

Kolin hinterlässt rund 20 Nachkommen. Einer davon ist «König». Mändel Nussbaumer wird sich in Zukunft um Muni König kümmern. «Das freut mich sehr und tröstet mich ein wenig», sagt Nussbaumer.

(jab)