Zug

10. Juni 2019 09:10; Akt: 10.06.2019 09:10 Print

Escort-Service soll melden, wo seine Autos nachts sind

Wo stehen nachts die Einsatzfahrzeuge eines Zuger Escort-Service? Das Strassenverkehrsamt will das wissen, sonst werden die Autos aus dem Verkehr gezogen.

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Der Zuger Escort-Service Luxescort hat insgesamt drei Einsatzfahrzeuge. Mit allen drei Autos werden häufig nachts Escort-Aufträge durchgeführt. «Die meisten Aufträge kommen aus dem Kanton Zug», sagt der Geschäftsführer Christian A. Gärtner. «Gelegentlich kann ein Auto aber auch schweizweit unterwegs sein.»

Das Strassenverkehrsamt Zug will nun aber genau wissen, wo die jeweiligen Autos des Escort-Service nachts abgestellt werden. Der Grund dafür sei, dass im Kanton eingelöste Autos auch den Standort im Kanton haben müssen. Als Standort gilt der Ort, wo das Fahrzeug normalerweise für die Nacht abgestellt wird.

Autos stehen oft direkt bei den Kunden

Genau das sei das Problem: «Wir sind häufig nachts zu Kunden unterwegs», sagt Gärtner. Die Autos würden dann direkt bei der Adresse des Kunden stehen. «Wo sich unsere Einsatzfahrzeuge nachts befinden, geht das Strassenverkehrsamt Zug nichts an, wir werden niemals die Adressen unserer Kunden offenlegen.»

Ohne einen Nachweis eines dauerhaften nächtlichen Stellplatzes für die Autos entziehe das Strassenverkehrsamt Zug die jeweiligen Fahrzeugausweise und Kontrollschilder. Der Escort-Service habe aber nur einen Parkplatz in der Stadt Zug dauerhaft gemietet.

«Ein Auto steht auf dem dauerhaft gemieteten Parkplatz, das zweite auf einem Kurzzeit-Parkplatz.» Mit dem dritten Auto fahre Gärtner oder seine Frau nach Hause in den Kanton Luzern. «Welches Fahrzeug wie und von wem verwendet wird, steht nicht fest, es findet eine permanente Rotation statt.»

Zwei Fahrzeuge stillgelegt

Weil nur ein Nachweis vorlag, kamen für zwei der drei Einsatzfahrzeuge am 24. Mai entsprechende Verfügungen. Ihnen wurden die Fahrzeugausweise und Kontrollschilder entzogen. «Es ist ein Ärgernis. Wir sind auf die Autos angewiesen», sagt Gärtner.

Mit nur einem Auto könne der Service seine Geschäftstätigkeit nicht ausüben. «Genauso wie ein Taxiunternehmen Taxis benutzt, haben Escort-Agenturen Fahrzeuge, mit denen die Escort-Damen zum Kunden gebracht und dort wieder abgeholt werden.» Gärtner bereitet nun eine Beschwerde zuhanden des Verwaltungsgerichts vor.

Das Strassenverkehrsamt Zug hat sich zum laufenden Verfahren nicht geäussert.

(tst)