Nach Krawallen

17. Februar 2015 14:13; Akt: 17.02.2015 16:37 Print

Exemplarische Strafe für gewalttätigen FCL-Hooligan

Nach den Krawallen zwischen FCL und FCZ vom August 2014 wurde jetzt ein gewalttätiger Chaot verurteilt. Es dürfte bislang eines der härtesten Urteile in diesem Bereich sein.

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Es waren wüste Szenen, die sich Chaoten des FCL und des FCZ nach dem Spiel im vergangenen August in der Stadt Luzern geliefert hatten: Fünf Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt, ein Buschauffeur wurde bedroht, Busse wurden demoliert – Gummigeschosse und Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Über 30'000 Franken Sachschaden entstanden damals innert kurzer Zeit.

Nun hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern einen der Chaoten zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt: 14'300 Franken (davon 4400 unbedingt) muss der 27-jährige Randalierer aus der Stadt Luzern bezahlen. Zudem muss er eine Busse von 1500 Franken sowie die amtlichen Kosten von 1210 Franken berappen. Verurteilt wurde er wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden, Landfriedensbruch und Widerhandlung gegen das Vermummungsverbot. Der Chaot hatte sich vor dem FCL-Fanlokal Zone 5 im Pulk der Hooligans aufgehalten und diese teilweise koordiniert, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Der Mann war den Behörden bereits bekannt: Er ist mehrfach einschlägig vorbestraft.

«Das wollen wir in Luzern nicht haben»

Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, sagt: «Wir haben beim Urteil das mögliche Strafmass so weit wie möglich ausgenutzt – wir wollen solche Ausschreitungen in Luzern nicht haben.» FCL-Präsident Ruedi Stäger kann das Urteil nachvollziehen: «Jeder, der solche Taten verübt, muss die Konsequenzen tragen und wissen, dass man danach nicht mit Samthandschuhen angefasst wird.»

Es dürfte das härteste Urteil gegen einen Hooligan sein, das in der Schweiz jemals gefällt wurde. Philippe Guggisberg, Verantwortlicher Kommunikation der Super League, hofft dass das harte Urteil Signalwirkung entfaltet. Er sagt: «Wir setzen zusammen mit Behörden und Justiz alles daran, solche Täter zu erwischen und aus dem Verkehr zu ziehen. Das ist hier gelungen, das ist für uns ganz wichtig.»

Die Staatsanwaltschaft führt derzeit noch acht weitere Untersuchungen gegen Chaoten, die an den Ausschreitungen vom vergangenen August beteiligt gewesen sein sollen. Weitere Abklärungen zur Identifikation der Randalierer laufen.

Die Ausschreitungen zwischen FCL- und FCZ-Fans im August 2014.

(gwa/mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 17.02.2015 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Täterschutz

    Hart? Geldstrafen sind nicht hart. Einsitzen ist hart und trotzdem es ein Wiederholungstäter ist muss er nicht ins Gefängnis. Er hat bewusst schwere Verletzungen und mehr von Unbeteiligten in Kauf genommen. Täterparadies Schweiz, nirgendwo anders wird man so mit Samthandschuhen angefasst.

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  • Martin am 17.02.2015 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!

    Die Strafe hätte auch ruhig noch höher ausfallen dürfen.

  • Ilenia am 17.02.2015 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Zivilforderung?

    Ich frage mich, weshalb Medien nie von der Schadenersatzforderung im Zivilverfahren berichtet wird. Das Strafrechtliche ist das eine, das Zivilrechtliche das andere. Die Schadenersatzforderung kann auch als Strafe (nicht jedoch im rechtlichen Sinne) betrachtet werden. Mich würde interessieren, ob der Beschuldigte auch hierfür aufkommen muss und wenn ja in welchem Umfange.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Joe Bachmann am 18.02.2015 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gerecht ?

    Jeder Raser, obwohl kein Unfall und kein Schaden entsteht, wir härter bestraft. Merkwürdige Gesetze und Richter haben wir.

  • Mr.A am 18.02.2015 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luzern

    Ohne sie Krawalle schönzureden: Das Problem in Luzern ist meiner Meinung nach durch die Stadt und die Polizei gegeben...wer kam da auf die Idee, den Weg der GastFan-Busse an dem Luzerner Fanlokal vorbeizuführen? Da kommt es eben zu provokationen! Ein stein, eine Notbremse und es beginnt...

  • Lukas H. am 18.02.2015 00:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Proletensport

    Fussball ist eben der Sport der sozialen Unterschicht. Wenn da der einzige Erfolg im Leben vom Gewinnen des Lieblingsclubs abhängt, dann gibt es eben auch solche Ausschreitungen. Als besonders hart kann diese Strafe aber nicht angesehen werden.

  • Zuercher am 17.02.2015 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzurteil

    Verkehrsbussen sind teurer! Ein Witz dieses Urteil! Da soll man sich noch an Gesetze halten?

  • the juege am 17.02.2015 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiefbussinsel Schweiz!

    Das soll eine harte Strafe sein?