Tod beim Papiersammeln

24. Februar 2011 23:02; Akt: 24.02.2011 22:44 Print

Fall geht in die zweite Runde

von Martin Erdmann - Im Mai 2007 kam ein Primarschüler beim Papiersammeln in Buchrain ums Leben. Gestern stand nun der Transportunternehmer wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

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Der Fall schockte die ganze Schweiz: Am 10. Mai 2007 starb der 13-jährige Primarschüler S.R.*, als er beim Altpapiersammeln vom mitfahrenden Kehrichtwagen überrollt wurde. In der Folge wurde J.H.* (57), Geschäftsführer des für die Sammlung beauftragten Unternehmens, vom Amtsgericht Luzern-Land wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Denn der verstorbene Junge stand verbotenerweise auf dem Trittbrett des Wagens und sprang oder fiel auf die Strasse. Das Strafmass: eine Geldstrafe von 42 000 Franken, eine Probezeit von zwei Jahren und eine Busse von 4500 Franken.

J.H. wollte dieses Urteil nicht akzeptieren. Deshalb wurde gestern der Fall am Luzerner Obergericht neu verhandelt. J.H.s Verteidiger verlangte einen Freispruch und sprach von «einer Kette unglücklicher Umstände», für die sein Mandant keine Verantwortung trage. Die Staatsanwaltschaft beantragte, das Urteil des Amtsgerichts zu bestätigen. «Zwar hat J.H. das Kind nicht getötet, es aber sterben lassen», so die Staatsanwaltschaft. Das Unglück hätte durch eine bessere In­struktion des Lastwagenfahrers verhindert werden können. Das Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet.

*Namen der Redaktion bekannt