Kanton Luzern

13. Mai 2018 15:10; Akt: 13.05.2018 15:10 Print

Fake-Polizisten wollen mit Geld Verbrecher «ködern»

von Daniela Gigor - Es ist unglaublich: Falsche Polizisten geben an, man solle hohe Geldbeträge irgendwo deponieren, mit denen man Kriminelle «ködern» wolle. Zwei Opfer verloren so zehntausende Franken.

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Falsche Polizisten haben im Kanton Luzern mehrere zehntausend Franken erbeutet. (Bild: iStock)

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Falsche Polizisten, die Leute anrufen und etwas wollen, das kennt man. Neu dürfte aber die Masche sein, die kürzlich im Kanton Luzern mit Erfolg angewendet wurde: Unbekannte Frauen und Männer haben sich in den letzten Tagen als Polizisten ausgegeben und Bewohner des Kantons Luzern angerufen. Sie sprachen in hochdeutscher Sprache und baten ihre Opfer um Mithilfe bei der Ermittlung von Einbrechern.

«Dabei verlangten die Betrüger, grössere Geldbeträge als Köder an einem vorgegebenen Ort zu deponieren, damit die ‹Polizei›die Täter beim Abholen festnehmen könne», teilte die echte Luzerner Polizei mit.

Weiter hiess es in der Mitteilung: «Zwei der kontaktierten Opfer hinterlegten Bargeld im Wert von mehreren zehntausend Franken.» Die beiden Opfer hätten erst später bemerkt, dass sie auf einen üblen Trick von falschen Polizisten hereingefallen seien.

Betrüger haben diverse Tricks auf Lager

Fake-Polizisten treiben ihr Unwesen regelmässig: Bereits am 17. Januar etwa warnte die Luzerner Polizei vor Telefonbetrügern, die sich als Polizisten ausgaben. Damals wurde den potentiellen Opfern mitgeteilt, dass ihr Vermögen in Gefahr sei und angeboten wurde, dass das Geld vorübergehend sicher aufbewahrt werde.

Teilweise waren auf den Displays sogar ähnliche Telefonnummern zu sehen, wie sie von der Polizei verwendet werden. In der Tat handelte es sich aber um manipulierte Telefonnummern. Diese werden im Fachjargon der Polizei als Spoofing, also Verschleierung oder Vortäuschung bezeichnet. Glücklicherweise gingen die Täter damals laut Kenntnis der Polizei leer aus.

Falsche Mitarbeiter von Microsoft und Schädlinge

Einen weiteren Trick versuchten Unbekannte im Februar 2018: Mehrere Personen meldeten der Polizei, dass sich Unbekannte als Mitarbeiter von Microsoft ausgaben. Mit falschen Angaben versuchten die Betrüger an Computerdaten und Bankdaten zu gelangen.

Ebenfalls um Computer ging es in einer Meldung, in denen die Zentralschweizer Polizeikorps warnten: In E-Mails, die in Umlauf gesetzt wurden, wurde den Empfängern vorgegaukelt, von einem Polizeiposten am Wohnort der betreffenden Person zu stammen und angeblich Informationen über eine gefährliche Person im näheren Umfeld zu enthalten.

Im Text, der in schlechtem Deutsch verfasst war, wurde für weitere Infos auf ein Word-Dokument verwiesen, das im Anhang eingefügt war. Die Opfer wurden aufgefordert, diese Infos zu lesen und an Bekannte weiter zu schicken. In Tat und Wahrheit stammte das E-Mail natürlich nicht von der Polizei und das Word-Dokument war mit einer Malware infisziert, die den betroffenen Computer schädigte.