Das Kleingedruckte

24. April 2019 17:30; Akt: 24.04.2019 17:30 Print

17'000 Franken – dubiose Firma zockt Kunden ab

Eine Webdesign-Firma gibt vor, sich um den Internetauftritt von Kleinbetrieben zu kümmern. Gemacht werde fast nichts, kassiert umso mehr.

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Bei Verträgen mit der Luzerner Firma Konzeptler muss das Kleingedruckte genau gelesen werden. (Bild: vro)

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Das Angebot der Luzerner Firma Konzeptler spricht viele Kleinbetriebe an: Eine Gratis-Website, um das Geschäft anzukurbeln. Als Gegenleistung darf Konzeptler die Seite als Referenz für Eigenwerbung brauchen.

Doch hier liege bereits der erste Haken, wie drei ehemalige Mitarbeiter von Konzeptler gegenüber «Kassensturz» sagten. Denn wer den Vertrag abschliesse, müsse monatlich 350 Franken an die Webdesign-Firma zahlen. Im Kleingedruckten stehe zusätzlich: «Laufzeit: Achtundvierzig Monate». Insgesamt wird so ein Betrag von 16'800 Franken fällig.

Viel Geld für wenig Arbeit

Die Kunden werden durch grosse Versprechen angelockt. Das Paket der Firma beinhalte unter anderem einen Newsletter und eine Suchmaschinen-Optimierung. Die angebotene Arbeit habe einen Wert von insgesamt 50'000 Franken.

Eingehalten werden die Versprechen laut «Kassensturz» aber nicht. Peter Röthlin aus Neuenkirch beschwert sich in der Sendung: «Abgemacht waren drei bis vier Newsletter pro Jahr, erhalten habe ich keinen.» Unterschrieben habe er den Vertrag vor einem Jahr. In dieser Zeit sei nur nur zweimal ein Bild auf seiner Homepage gewechselt worden. Dafür habe er 4200 Franken gezahlt. Röthlin ist aber nur einer von vielen unzufriedenen Kunden.

Mitarbeiter werden eingeschüchtert

Doch auch in der Firma selbst gehe es nicht mit rechten Dingen zu. Offiziell sei Isabelle Zbinden die Chefin von Konzeptler. Im Hintergrund ziehe jedoch Ilirian Mala die Fäden. Er sei der Mann fürs Grobe. So schüchtere er Mitarbeiter, die Kritik äussern, massiv ein. Auch habe er unzufriedene Kunden beleidigt.

Wie der «Kassensturz» herausgefunden hat, fiel bereits 2013 eine Luzerner Firma mit der gleichen Masche auf. Die Bärenstark AG ist inzwischen in Konkurs geraten, doch schon in dieser Webdesign-Firma habe Mala mitgewirkt.

Wie das Protokoll der Generalversammlung beweise, sei Mala 2013 zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt worden. Dies bedeute, dass als Bärenstark in Konkurs ging, Mala dieselbe Masche mit der Konzeptler AG wiederholt habe.

Vorwürfe seien falsch

Die Firma Konzeptler weist die Vorwürfe von sich. Schriftlich liess Konzeptler zum Fall von Röthlin gegenüber der SRF-Sendung verlauten: «Der Vorwurf, nur zweimal Bilder gewechselt zu haben, stimmt nicht. Unsere Mitarbeiterin hat ihn vor zwei Wochen besucht (…) und einen Newsletter mit ihm erarbeitet.»

Auch schüchtere Mala seine Mitarbeiter nicht ein. Im Team herrsche ein «sehr harmonisches Klima». Ausserdem habe Ilirian Mala nichts mit der Bärenstark AG zu tun.

(tst)