Kriens LU

01. Juli 2014 06:29; Akt: 02.07.2014 11:52 Print

Feuerteufel ist schuldig gesprochen worden

Ein heute 39-Jähriger hat Ende 2012 mehrere Brände in Kriens gelegt. Er ist vom Kriminalgericht Luzern schuldig gesprochen worden – der Mann litt unter psychischen Störungen.

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Der Beschuldigte hat unter anderem in dieser Tiefgarage der Migros Hofmatt in Kriens 2012 ein Brand gelegt. (Bild: Luzerner Polizei)

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Siebenmal ist im Jahr 2012 bei Mehrfamilienhäusern und der Migros Hofmatt in Kriens absichtlich ein Brand gelegt worden. In fast allen Fällen wurde mutmasslich durch ein Feuerzeug leicht brennbares Material entzündet, wie aus einem Urteil des Luzerner Kriminalgerichts hervorgeht.

Menschenleben gefährdet

Nun hat das Kriminalgericht Luzern einen 39-jährigen Deutschen für drei der Brände verantwortlich gemacht und ihn der Brandstiftung sowie der mehrfachen Brandstiftung schuldig gesprochen.

Die Delikte verübte der Mann Ende 2012: So habe er in einem Fall in einer Einstellhalle eines Mehrfamilienhauses in Kriens – vermutlich mit einem Feuerzeug und einem zusammengerollten Papiertuch – Reifenstapel in Brand gesteckt. Das Feuer breitete sich auf weitere Fahrzeuge aus: Insgesamt 15 Autos, sechs Töffs, 2 Töffli und 2 Velos waren betroffen. «Was nicht verbrannte oder schmolz, erlitt erhebliche Russschäden», heisst es im Urteil. Es entstand ein Sachschaden von rund 223'000 Franken. Diese Tat belaste den Mann besonders schwer, da er Menschenleben gefährdet habe, heisst es im Urteil weiter. Zudem konnten dem Beschuldigten zwei weitere Brände bei einem Mehrfamilienhaus sowie in der Tiefgarage der Migros Hofmatt nachgewiesen werden.

Beschuldigter litt unter psychischen Störungen

Laut dem Urteil litt der Mann zur Tatzeit unter einer schweren Alkoholabhängigkeit und weiteren psychischen Störungen. Er hat gemäss Urteil jeweils vor den Taten Kontakt zu Frauen gesucht und immer einen Korb erhalten. Durch ein forensisch-psychatrisches Gutachten sei festgestellt worden, dass dem 39-Jährigen das Legen von Feuer eine emotionale Erleichterung verschafft habe.

Der Beschuldigte muss nun hinter Gitter. Das Kriminalgericht verurteilt ihn bei Annahme einer verminderten Schuldfähigkeit zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren. Hinzu kommen Zivilforderungen in der Höhe von rund 56'100 Franken Schadenersatz sowie Verfahrenskosten von 18'000 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(saw)