Luzern

16. Juni 2011 22:55; Akt: 16.06.2011 22:01 Print

Fotograf erinnert an die Balkan-Kriege

von Lena Berger - Der mehrfach ausgezeichnete Fotograf Fabian Biasio ist für sein neues Projekt mit seiner Familie drei Monate lang durch das ehemalige Jugoslawien gereist. Ab Montag hängen seine Fotos als Plakate in Luzern.

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Selbstportrait: Mit seiner Familie reiste Fotograf Fabio Biasio durch Ex-Jugoslawien.

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Über 5000 Bilder hat der mehrfach preisgekrönte Fotograf Fabian Biasio (35) für sein Projekt «Zwanzigjahre – Spurensuche in Ex-Jugoslawien» geschossen. Entstanden sind sie auf einer Reise durch die von den Jugoslawienkriegen erschütterten Regionen. Zusammen mit seiner Frau und dem 15 Monate alten Sohn fuhr Biasio im Frühling 2010 im Wohnmobil von Slowenien bis nach Mazedonien. Dabei ging er der Frage nach, was heute noch an die Kriege erinnert, in denen ab 1991 hunderttausende Menschen starben und vertrieben wurden. Es waren Erfahrungen, die unter die Haut gingen. «Unser Sohn lernte in einem Minengebiet laufen», so Biasio. «Bei uns ist es Alltag, dass Kinder über Wiesen rennen können – das ist in Bosnien-Herzegowina nicht möglich.» Auch das Stadtbild sei oft noch von Kriegsschäden gezeichnet. «In Kroatien gibt es jetzt noch Städte, in denen kaum ein intaktes Haus steht.»

Die meisten Spuren habe der Krieg aber in den Menschen hinterlassen. Unter den knapp 50 Interviews, die Biasio gemacht hat, ist auch eine Frau, die in Srebrenica ihre drei Söhne und ihren Mann verloren hat. «Sie wird zum Prozess gegen Ratko Mladic ­extra nach Den Haag fahren. Ihre Geschichte hat mich sehr beeindruckt.» www.zwanzigjahre.ch

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