Luzern

22. Juli 2019 11:33; Akt: 22.07.2019 11:57 Print

Frau (23) nach Tod ihrer beiden Zwillinge verurteilt

In Luzern hatte eine Frau Zwillinge zur Welt gebracht. Eines der Babys tötete sie, das zweite wurde tot geboren. Nun wurde sie verurteilt.

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Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte die heute 23-jährige Frau wegen Kindstötung und Kindstötung durch Unterlassen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Davon ist ein Jahr unbedingt zu vollziehen, wie es im Urteil des Kriminalgerichts heisst. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung hat Berufung wurde angemeldet.

Hintergrund: 2015 hatte die Frau in einer Wohnung in Luzern Zwillinge zur Welt gebracht. Später suchte die damals 20-Jährige mit starken Blutungen das Spital auf. Das Personal wurde sogleich misstrauisch und schaltete die Polizei ein.

Baby im Keller getötet und versteckt

In der Wohnung und im Keller fand die Polizei schliesslich zwei tote Babys: Eines davon war tot geboren worden, das andere hatte schwere Kopfverletzungen.

Wie sich herausstellte, hatte die Frau das erste Kind, einen Jungen, in der Badewanne geboren. Danach ging sie in den Keller, wo sie das Baby tötete, indem sie es gegen die Wand drückte und auf den Boden warf. Die Leiche wickelte sie in ein T-Shirt und versteckte sie im Innern eines rosaroten Plüsch-Teddybären.

Zweites Kind hätte überleben können

Das zweite Kind, ebenfalls ein Junge, wurde rund 31 Stunden später tot geboren. Wiederum geschah dies in der Badewanne. Danach ging die Frau in das Zimmer, das sie mit ihrer jüngeren Schwester teilte. Ihre Eltern, die weder von der Schwangerschaft noch von der Geburt etwas mitbekommen hatten, brachten die 20-Jährige schliesslich ins Spital, nachdem sie viel Blut verloren hatte. Dort sagte sie dem Personal auf Nachfrage, dass sie ein Kind geboren hatte.

Erst als das Institut für Rechtsmedizin Zürich (IRMZ) zum Schluss kam, dass es eine Zwillingsgeburt gegeben haben muss, gab die Verurteilte auch dies zu. Ein Doppelgutachten des IRMZ ergab, dass das zweite Kind hätte überleben können. Es sei mit «zwingend grösster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen», dass das zweite Baby hätte überleben können, wenn die Frau nach der ersten Geburt «umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen hätte», heisst es im Urteil.

(gwa)