Luzern

30. Oktober 2018 18:55; Akt: 31.10.2018 14:39 Print

So soll der Frauenanteil im Kantonsrat erhöht werden

Das Netzwerk Frauen Luzern Politik will mehr Rätinnen. Deshalb soll künftig in der Wahlanordnung die Geschlechtervertretung angegeben werden.

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Das überparteiliche Netzwerk Frauen Luzern Politik hat sich als Ziel gesetzt, den Frauenanteil bei den kantonalen und nationalen Wahlen 2019 in den Parlamenten zu erhöhen. Dazu reichten sie im Kanton Luzern am Dienstag einen Vorstoss ein. Darin wird der Regierungsrat aufgefordert, in künftigen Wahlunterlagen den Frauenanteil im Kantonsrat abzubilden. Zudem soll auch auf die Relevanz einer ausgewogenen Geschlechtervertretung hingewiesen werden. Derzeit liegt der Frauenanteil im Luzerner Kantonsrat bei 26 Prozent.

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Soll der Frauenanteil in der Politik mehr gefördert werden?

Initiiert wurde dieser Vorstoss durch SP-Kantonsrätin und Fraktionschefin Ylfete Fanaj, worauf der Input in Frauen Luzern Politik besprochen wurde. «Ein solcher Hinweis kann Wählerinnen und Wähler sensibilisieren, Frauen und Männer ausgewogen auf die Listen zu setzen», sagt Fanaj.

Fast 10 Prozent mehr Frauen im Tessin

Dabei stelle das Geschlecht nur einen Faktor der ausgewogenen Verteilung dar – auch Alter oder Beruf könnten Faktoren sein. Fanaj: «In der Politik braucht es Menschen mit verschiedenen Hintergründen, welche die Bevölkerung repräsentieren und gute Entscheidungen herbeiführen.»

Das Frauennetzwerk verweist auf den Kanton Tessin: Dort wurden im Wahljahr 2015 die Geschlechteranteile in der Wahlanordnung aufgezeigt. Der Frauenanteil im Tessiner Kantonsparlament betrug im Jahr 2011 15,5 Prozent, im Jahr 2015 – mit Ausweisung des Frauenanteils – lag er jedoch bereits bei 24,5 Prozent.

Die Ausweisung dürfte jedoch nicht der alleinige Grund sein. «Es ist anzunehmen, dass eine Mischung aus verschiedenen Faktoren zu diesem signifikanten Anstieg geführt hat», erklärt Fanaj. Man wolle das nun in Luzern aber auch versuchen, um den Frauenanteil zu fördern: «Wenn es nichts nützt, schadet es auch nichts.»

Politologe zweifelt am Vorstoss

Der Politologe Georg Lutz zweifelt jedoch daran, ob der Vorstoss eine politische Mehrheit findet: «Die Hervorhebung der Relevanz der Geschlechterverteilung in der Wahlordnung könnte eine indirekte Wahlempfehlung an das Volk sein.» Es sei aber in Ordnung, den Vorstoss als Instrument zu nutzen, um bei den Leuten ein Bewusstsein für den geringen Frauenanteil in der Politik zu schaffen.

(tk)