Herzinfarkt

17. März 2019 14:19; Akt: 17.03.2019 17:10 Print

Zwei junge Frauen retten Eishockeyfan das Leben

Michèle Heinrich und Sandra Perkola sahen einen Mann im EVZ-Stadion am Boden liegen. Durch ihre schnelle Reaktion konnten sie ihn wiederbeleben.

So wurden die Freundinnen vom EVZ geehrt. (Video: Simon Supper)
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Eigentlich wollten Michèle Heinrich (26) und Sandra Perkola (27) sich einen gemütlichen Abend in einer Bar machen. Per Zufall gehen sie am 1. Februar in die 67 Sportsbar bei der Bossard Arena in Zug. Im Stadion lief gerade das Spiel des EVZ Academy gegen Visp.

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Wissen Sie, wie man eine Reanimation durchführt?

Plötzlich sahen die Freundinnen neben einem Food-Stand einen Mann am Boden liegen. «Wir standen 20 Meter weit weg und haben nicht gesehen, wie er umgefallen ist. Zuerst dachten wir, dass es ein Betrunkener sein könnte», sagt Michèle Heinrich. Doch der Mann aus Visp erlitt einen Herzinfarkt, wie der EVZ online mitteilte.

Schnelle Reaktion und Reanimation retteten Leben

Die beiden Frauen gingen direkt zu dem am Boden liegenden Mann. Zwei Männer seien da bereits bei ihm gestanden. «Wir erkundigten uns, was passiert sei, und legten dann los.» Sie zogen den Mann von der Wand weg und platzierten sich auf beiden Seiten. «Ich weiss nicht mehr, ob Sandra den Puls gefühlt hat. Jedenfalls schob ich die Jacke und das Shirt des Mannes hoch und fing sofort mit der Herzdruckmassage an.»

Freundinnen retten Leben von Eishockeyfan

In de Zwischenzeit hätten sich weitere Personen um sie herum versammelt. «Sie sahen etwas verloren aus und wussten nicht, was zu tun ist.» Heinrich rät: «In solchen Situationen soll man keine Angst haben und einfach machen.»

Die Freundinnen gaben den Personen verschiedene Aufträge. «Sie sollten den Rettungsdienst alarmieren.» Sicherlich fünf Minuten habe Heinrich den Mann reanimiert. «Dann ist er wieder zu Bewusstsein gekommen. Kurz danach kam auch der Rettungsdienst.»

«Es lief alles automatisch ab»

Heinrich und Perkola arbeiten beide als Pflegefachfrau. «Wir repetieren alle zwei Jahre die Reanimation.» Viel überlegt habe Heinrich beim Durchführen der Herzdruckmassage nicht: «Es lief voll automatisch ab. Sandra und ich haben uns perfekt ergänzt. Woran ich nicht gedacht habe, wusste sie und umgekehrt.»

Mit dem Mann hatten die Freundinnen später noch kurzen Kontakt via Facebook. «Er kann sich natürlich nicht mehr an uns erinnern, aber ihm geht es gut.»

Vom EVZ geehrt und beschenkt

Beim letzten Qualifikationsspiel der National League in der Bossard Arena wurden die beiden Lebensretterinnen auf dem Eis für ihr Handeln geehrt. «Wir bekamen vier Dine & View-Tickets für eben dieses Spiel. Ausserdem bekamen wir zwei Wimpel des EVZ mit den Unterschriften der Spieler.»

Für Heinrich sei dies aber fast übertrieben gewesen. «Es war eine schöne Geste. Auch der Applaus war gross, dass habe ich nicht erwartet. Aber für uns ist es selbstverständlich zu helfen.»


In diesem Video erklärt ein Arzt, wie Herzdruckmassage und Beatmung funktionieren.

So reagieren Sie im Notfall:

Umgebungskontrolle, ob der Standort sicher ist

Bewusstlose Person: Kontrollieren, ob die Atmung fehlt oder nicht mehr normal funktioniert;

Hilfe anfordern, Notruf 144 alarmieren;

Wenn keine Atmung mehr festgestellt werden kann, mit der Reanimation beginnen. Das heisst: stossweise auf den Brustkorb drücken. Man kann nichts falsch machen – ausser nichts tun.
(Quelle: Tagesanzeiger, 10.12.2018)

Informationen zur Wiederbelebung gibt es auch bei swissheart.ch

(tst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roro am 17.03.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Sorge zum Medizinpersonal

    Nicht nur wegen solchen Taten sollten wir besser zu unserem Medizinpersonal schauen.!!!!!

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  • Maler50 am 17.03.2019 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildlich

    Da kann man nur die Frauen für ihres schnelles Handeln beglückwünschen.

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  • Monster am 17.03.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Heldinnen

    Von den beiden Heldinnen können wir alle was lernen! Mein tiefster Respekt an die beiden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Melanie am 18.03.2019 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts tun ist das schlimmste!

    Mein 19 jähriger Sohn, stand neben einem Mann, als dieser plötzlich zu Boden fiel und nicht mehr atmete... Mein Sohn begann sofort mit der Herzdruck Massage, ein anderer Mann begann zu beatmen. Sie haben solang gemacht bis die Rega kam und alles weitere übernahm. Der Familienvater lebt... dank des raschen handeln meines Sohnes und dem anderen Helfer. Nichts tun ist das Schlimmste. Ich verbeuge mich vor dem Mut meines Sohnes so schnell gehandelt zu haben. Wir alle könnten mal in dieser Situation sein, sei es als betroffener oder Helfer... helft immer wenn jemand in Not gerät!!

  • Rodjo am 18.03.2019 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Job

    Was für ein Einsatz!! Leider wissen die meisten nicht wie umgehen bei so einer Situation! Mein Life Basic Ausbildner sagt immer: Tod ist er sowieso schon, aber wenn man nichts macht kann man angezeigt werden wegen unterlassener Hilfeleistung! Und ja, bei der Herzmassage werden Rippen brechen!

    • marko 34 am 18.03.2019 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rodjo

      Super

    • Tina am 18.03.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rodjo

      Stimmt, das mit den Rippen. Das passiert sogar Fachpersonal. Deshalb gehört jeder, welcher so reanimiert worden ist zur Kontrolle zum Arzt. Rippen könnten die Lungen / Herz verletzt haben.

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  • P.T. am 18.03.2019 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp

    Ich habe noch einen Tipp für diejenigen die drücken müssen. Es ist einfacher wenn man ein Lied im Kopf hat welches dem Takt der Massage entspricht, zB "Yellow submarine" wenn es einem selbst nicht möglich jemanden zählen / singen lassen. Es gibt auch eine App mit einem Metronom in der richtigen Geschwindigkeit. Für die Anzahl drücken / pusten habe ich mir eine Eselsbrücke ausgedacht.

    • Sabine am 18.03.2019 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P.T.

      "Pusten" brauchts nicht!

    • marko 34 am 18.03.2019 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P.T.

      Super

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  • Chl am 18.03.2019 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Starke Frauen

    Bravo! Das ist echte Zivilcourage. Ein bemerkenswertes Verhalten und Beispiel für uns alle.

    • Nini81 am 18.03.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chl

      Das mit dem nicht Pusten ist nicht mehr aktuell und veraltet. Umbedingt wenn es möglich ist zu pusten.Ausser zum Eigenschutz bei Sekret ( Schleim) dann nicht. Sauerstoff ist nach kurzer Zeit zu wenig im Körper.

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  • Stef am 18.03.2019 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas tun!

    Super!! Es braucht mehr Menschen wie Euch!! Danke!