Bären Andermatt

26. Januar 2015 05:50; Akt: 26.01.2015 11:23 Print

Froschschenkel in TV-Sendung polarisieren

Die SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» gastierte am Freitag in Uri im «Bären» Andermatt. Dort gab es Froschschenkel – was nicht ohne Reaktionen blieb.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am letzten Freitag gastierte das SRF mit der Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» im Bären in Andermatt. Das Menu, das Stammgast Astrid Nager aussuchte, war speziell: Als Hauptgang standen Froschschenkel auf der Speisekarte. Nager gab zwar in der Sendung an, sie sei sich bewusst, dass der Genuss von Froschschenkeln umstritten sei. Sie wies jedoch darauf hin, dass mit den Fröschen heutzutage human umgegangen werde.

Umfrage
Würden Sie Froschschenkel essen?
17 %
22 %
18 %
43 %
Insgesamt 2943 Teilnehmer

Obwohl es als Alternative ein Gericht mit Kalbfleisch gegeben hätte, wollten sich alle Kandidaten dem bisher unbekannten kulinarischen Genuss hingeben. Das Fazit fiel eher ernüchternd aus: Es habe wie Poulet geschmeckt, die Schenkel hätten mehr Knochen als Fleisch gehabt – und pro Person hätten bestimmt zehn Frösche dran glauben müssen.

Zuschauer reagierten unterschiedlich

Schlussendlich landete der Bären bei der Punktevergabe auf dem letzten Platz. Dies, obwohl es das Restaurant mit weiteren aussergewöhnlichen Spezialitäten wie etwa Murmeltieren oder Tauben im aktuellen Gault Millau auf 13 Punkte bringt. Dort heisst es über den Bären: «Ein paar Froschschenkel, in Butter gewendet, mit Kartoffelpüree und Artischocken. Ein in der Deutschschweiz ungewohntes Angebot; so etwas kriegt man sonst nur in den lateinischen Landesteilen.»

Nach der Fernsehsendung erhielt Wirt Francesco Coldesina unterschiedliche Reaktionen: «Es gab einige E-Mails von erbosten Leuten, aber auch 30 Reservationen zum Froschschenkel-Essen.» Er sei sich des Risikos bewusst gewesen, dass es auch Reklamationen gebe, wenn er das umstrittene Gericht am TV serviere. Trotz einiger negativer Reaktionen von Zuschauern denkt er aber nicht daran, die Spezialität seiner Familie von der Speisekarte zu streichen: «Unsere Gäste und ich lieben Froschschenkel.»

Froschschenkel dürfen in der Schweiz verkauft werden

Pro Jahr würden im Bären etwa 200 Kilo Froschschenkel serviert. Diese würde sein Vater seit rund 40 Jahren vom selben Lieferanten aus der Romandie beziehen. Francescos Mutter Giovanna Coldesina sagt: «Wir haben unseren Lieferanten sorgfältig ausgewählt. Die Tiere leiden nicht. Sie werden wie andere Tiere für die Nahrungsmittelproduktion professionell geschlachtet und sofort geliefert.»

«In der Schweiz ist es erlaubt, Froschschenkel anzubieten», sagt Andreas Ewy, stellvertretender Kantonstierarzt der Urkantone. Diese müssten allerdings aus einer Zucht stammen und dürften nicht aus der Natur gewonnen werden. Die Lebensmittelkontrolleure würden etwa alle zwei Jahren die Herkunft der angebotenen Lebensmittel in den Restaurants kontrollieren. Dabei müssten die Wirte stichprobenweise die Herkunft ihrer Produkte mittels Lieferscheinen belegen.

(dag)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stef am 26.01.2015 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem das seine

    wer sagt eigentlich was man essen darf und was nicht? Ist denn ein glitschiger Frosch niedlicher als ein Kälbchen? ich verstehs nicht....

    einklappen einklappen
  • Christine am 26.01.2015 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Veganer/Vegetarier

    Merkt Ihr es eigentlich noch? Lasst doch die Leute essen, was sie wollen! All diese Pseudo-Moral-Apostel gehen mir gehörig auf die Nerven! Ich sage Euch doch auch nicht, dass Ihr Fleisch essen sollt. Ist doch Eure Entscheidung; so wie es meine Entscheidung ist (auch) Fleisch zu essen. Und übrigens bei Aussagen wie "würden die Menschen kein Fleisch essen, gäbe es auch keine Kriege", rollen sich mir echt die Zehennägel hoch.

    einklappen einklappen
  • urs nafzger am 26.01.2015 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    deutschschweizer sorgen

    tja. die deutschweizer mit ihrer überheblichen Art. in der romandie ist das ab und zu auf einer Karte.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ingrid am 27.01.2015 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Froschschenkel werden ausgerissen!

    Es ist für mich unerträglich diese ständigen Tierquälereien zu ertragen. ich bin Vegetarierin um dieses Tierleid zu minimieren. Ich esse ja meine Katzen auch nicht auf, nur weil einige meinen: "Wo ist der Unterschied zwischen Kalbfleisch, anderen Tieren oder einem Frosch". Es gibt einen großen Unterschied, das Kalb wird den Vorschriften nach, Tierschutzgerecht getötet, bei den Fröschen ist das anders, egal was man mir erzählt. Dummer Weise habe ich mal einen ganzen Film gesehen, der zeigte, WIE die Froschschenkel gewonnen werden! Kann ich nur jedem empfehlen, der vorhat so etwas zu essen!

    • Ursula Hadorn am 27.01.2015 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      Froschschenkel werden ausgerissen!

      Ja, Ingrid, dieser Empfehlung kann ich mich nur anschliessen. Wenn Worte nicht vermögen, erkaltete und verschlossene Herzen zu öffnen, tun's vielleicht Bilder ... Ich bin seit 15 Jahren Vegetarierin und habe es keine Sekunde bereut. Früher, als ich noch Fleisch gegessen habe, habe ich sehr bewusst eingekauft. Tierqualprodukte wie Froschschenkel, Gänseleber oder Hummer und andere Krustentiere etc. habe ich NIE IN MEINEM LEBEN gegessen. Wenn alle Fleischesser so handeln würden, wäre schon sehr viel Tierleid verhindert.

    einklappen einklappen
  • Erika am 27.01.2015 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt alles einmal zurück

    Einfach nur grausam und unter jeder Gürtellinie. Wenn die Gattung " Mensch " nicht auf solche Delikatessen verzichten kann, soll das jeder mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren. Aber denkt daran, es kommt alles jrgend wann einmal auf eine Art und Weise zurück. Jedes Lebewesen wurde erschaffen und hat ein recht auf Leben , aber der "Mensch" nimmt sich einfach was er will. Da Frage ich mich schon wo das noch hinführt ? :-( P.s Tiere sind meine Freunde und meine Freunde esse ich nicht!

    • Ursula Hadorn am 27.01.2015 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Es kommt alles einmal zurück

      Erika, Sie haben es wunderbar auf den Punkt gebracht. Was der Mensch sät, das wird er ernten. (Gal. 6,7) Dieses geistige Gesetz wirkt, individuell wie auch kollektiv, ob man daran glaubt oder nicht. Leo Tolstoi hat es mal sehr treffend ausgedrückt: Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben. Jeder Mensch ist persönlich dafür verantwortlich, was er in seinem Leben tut oder lässt, und muss auch die Konsequenzen davon tragen. Ich habe für mich selber schon vor Jahren beschlossen, den Weg der Liebe und Barmherzigkeit zu gehen, und das schliesst jegliche Tierquälerei aus!

    einklappen einklappen
  • T.S. am 27.01.2015 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Degustiert...

    Froschschenkel = Wie Poulet sehr zart, Bestellen nein. Schnecken= fand ich Gummig, Bestellen nein. Kaviar = Salzig musste mich zwingen es zu Schlucken Bestellen nein. Aber jedem das Seine. Mir jedenfalls schmeckten diese Relativ teuren Esswaren nicht so, dass ich gezielt danach Lechtze.. En Guetä mittenand.

  • Ursula Hadorn am 26.01.2015 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Horror

    Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass den Fröschen ihre Hinterbeine bei LEBENDIGEM Leib ausgerissen werden! Tiere haben gleiche Gefühle und (Schmerz-)Empfindungen wie wir. Die Frösche fühlen den genau gleichen Schmerz, wie wir ihn fühlen würden, wenn uns die Beine ausgerissen würden. Wie eiskalt, gefühllos und abgestumpft muss man sein, wenn man seinen Gästen Froschschenkel anbietet oder solche konsumiert !!! Ich bin völlig entsetzt, wie barbarisch und uneinsichtig einige Leute immer noch sind!

  • Niklaus Peyer am 26.01.2015 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Das Problem ist, dass kaum einer dieser Frösche aus einer Zucht stammt: 150 Tonnen Froschschenkel werden jährlich in die Schweiz importiert. 1999 wurden in die Europäische Union 9700 Tonnen Froschschenkel eingeführt. Die USA importierten von 1998 bis 2002 fast 15 Millionen Amphibien und über 5000 Tonnen Amphibienteile aus Wildfängen. Der wichtigste Exporteur, Indonesien, führte allein im Jahr 2002 etwa 3800 Tonnen Froschteile aus, mehrheitlich Wildfänge. Größter Abnehmer indonesischer Froschschenkel ist aber Europa mit einem Anteil von über 83 Prozent der Exporte dieses Landes (Quelle: Wiki)