Flühli LU

28. März 2018 15:58; Akt: 28.03.2018 16:12 Print

Partygäste fielen wegen Heizpilzen in Ohnmacht

In Flühli mussten neun Gäste einer Geburtstagsparty wegen zwei Heizpilzen ins Spital gebracht werden. «Wir hatten Glück im Unglück», sagt ein Partygast, der selber betroffen war.

Heizpilze können gefährlich sein: In Flühli LU mussten neun Gäste einer Geburtstagsparty ins Spital, weil sie eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten haben. (Video: sw/tk)
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Am Dienstagabend mussten in Flühli neun Personen wegen Verdachts auf eine Kohlenmonoxidvergiftung in umliegende Spitäler überführt werden, teilte die Luzerner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die Betroffenen waren an einer Geburtstagsfeier, bei der in abgeschlossenen Räumlichkeiten mit zwei Heizpilzen geheizt wurde. Dies führte zu einem Sauerstoffmangel bei den Gästen. Beim Geburtstagskind handelt es sich um einen 50-jährigen Mann*, der mit einem Rettungshelikopter ins Spital St. Anna in Luzern geflogen wurde. Am Mittwochmorgen wurde der Mann aus dem Spital entlassen.

Total 25 Personen betroffen

Das Fest fand in einer Garage an der Dorfstrasse in Flühli statt. Vor der Garage wurden Grilladen, Salate, Kuchen und diverse Glaces angeboten, wie die Mutter des Geburtstagskindes berichtete. «Im Verlauf des Abends litten erste Gäste an Schwindel, Erbrechen und Atemnot», sagt die Mutter. Sie und ihr Mann seien bereits gegen 18 Uhr in Ohnmacht gefallen und mussten vorübergehend ins Spital. Einige Gäste hätten dann bemerkt, dass die Heizpilze an der Situation schuld sein könnten und hätten die Heizungen ins Freie gebracht.«Wir hatten uns auf ein schönes Fest gefreut, doch leider kam es anders», sagt die Mutter weiter.

Garagenparty endet wegen Heizpilz im Spital


Der Rettungsdienst 144 war mit sieben Teams im Einsatz. Auch die Rega und die Feuerwehr Flühli-Sörenberg wurden aufgeboten. Insgesamt 16 Personen wurden vor Ort ambulant betreut. Neun Personen wurden mit Anzeichen auf eine Kohlenmonoxidvergiftung in umliegende Spitäler geflogen. Unter den Opfern war auch ein Kleinkind. Die Branddetektive der Luzerner Polizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei bittet um Vorsicht mit Heizpilzen, besonders in geschlossenen, schlecht durchlüfteten Räumen. Immer wieder ereignen sich auf diese Weise tragische Unfälle. Besonders tückisch hierbei ist, dass man die Gefahr nicht kommen sieht. Der Entzug des Sauerstoffes ist bis auf eine eintretende Müdigkeit und Übelkeit kaum bemerkbar.

* Name der Redaktion bekannt

(sw/tk/dag)