Kanton Uri

31. März 2011 06:28; Akt: 31.03.2011 15:06 Print

Gerettete Piloten mit Frakturen im Spital

Nach dem Absturz eines Helikopters der Schweizer Luftwaffe im Kanton Uri sind die zwei schwer verletzten Piloten in einer schwierigen Bergungsaktion gerettet und ins Spital transportiert worden.

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Ein Cougar der Schweizer Luftwaffe ist bei schlechtem Wetter am Mittwochnachmittag im Kanton Uri abgestürzt. Archivbild eines Helikopters des Typs Cougar. (Bild: Keystone)

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Die zwei Piloten seien vor Mitternacht ins Spital gebracht worden, sagte Luftwaffen-Sprecher Laurent Savary. Er konnte keine Angaben machen in welches Spital sie gebracht wurden. Während der leicht verletzte Loadmaster das Spital bereits wieder verlassen konnte, waren die zwei verletzten Piloten bis spät am Abend im Wrack eingeklemmt.

Der eine Pilot konnte etwa um 22 Uhr geborgen werden, wie Luftwaffe-Sprecher Jürg Nussbaum zu 20 Minuten Online sagte. Er wurde mit einer Unter- und Oberschenkelfraktur sowie einer gebrochenen Hand mit einem Helikopter ins Spital geflogen und ist bei Bewusstsein.

Der zweite Pilot war bis am späten Mittwochabend im Wrack eingeklemmt. Er konnte gegen Mitternacht unterkühlt und mit gebrochenen Beinen gerettet werden. Beide Piloten seien stets ansprechbar gewesen, teilte die Schweizer Luftwaffe am Donnerstag mit.

Ortung mit Kampfjet

Der Helikopter vom Typ Cougar war um 13.50 Uhr in Alpnach OW gestartet. Um 15.45 empfing die Rega ein Notsignal der Maschine. Die Luftwaffe versuchte mit einem F/A-18-Kampfjet und einem Super-Puma eine Peilung vorzunehmen, doch erwies sich diese des schlechten Wetters wegen als sehr schwierig. Die Rega rückte mit dem Helikopter der Basis Erstfeld aus.

Erst um 18 Uhr konnten die Einsatzkräfte erstmals beim Wrack landen und den leicht verletzten Loadmaster bergen und ins Spital fliegen. Die tief verschneite Unfallstelle liegt auf rund 2300 Metern Höhe ganz hinten im Maderanertal, südlich des Grossen Schärhorns. Sie war auf dem Landweg nicht erreichbar.

Wrack aufschneiden

Im Verlaufe des Abends konnte auch eine Ärztin der Rega am Unfallort abgesetzt werden, um die verletzten Piloten zu betreuen. Die beiden wurden beim Unfall eingeklemmt, waren aber bei Bewusstsein. Die Einsatzkräfte mussten das Wrack aufschneiden.

Das Wrack des Helikopters liegt seitwärts im Schnee, ist noch ganz, jedoch schwer beschädigt. Erschwert wurden die Bergungsarbeiten durch das wechselhafte Wetter mit zeitweise starker Bewölkung.

Über die Art der Verletzungen konnte die Luftwaffen an einer Medienkonferenz um 21 Uhr in Alpnach noch keine genaueren Angaben machen. Die beiden Piloten - der Kommandant und sein Schüler, beides erfahrene Heli-Piloten - erlitten aber diverse Brüche.

Zweiter Unfall mit Cougar

Ein Untersuchungsrichter hat seine Arbeit aufgenommen. Für die Angehörigen der Verletzten wurde ein Care Team bereitgestellt. Auch wurde ein Gebirgsdetachement in den Kanton Uri verschoben.

Der Unfall ereignete sich im Rahmen eines Umschulungskurses für die Cougar-Helikopter in Alpnach. Der Flugschüler befand sich in der dritten von insgesamt sechs Kurswochen. Den fünf Teilnehmern stehen fünf Fluglehrer zur Seite. Es sind total 30 Flugstunden zu absolvieren, 16 davon im Simulator in Emmen.

Insgesamt hat die Luftwaffe 27 Maschinen vom französischen Typ Super Puma beziehungsweise der Weiterentwicklung Cougar. Sie fassen bis zu 18 Passagiere oder vier Tonnen Ladung. Es ist der zweite Unfall mit einem Super Puma/Cougar seit 1987 und der erste, der in der Ausbildung stattfand.


(mdr/ske/sda)