Luzern

15. Oktober 2013 12:43; Akt: 15.10.2013 18:58 Print

Gericht verurteilt Sex-Bande von Reiden

Mehr als ein Jahr lang zwangen 14 Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren eine Schülerin (14) in öffentlichen WCs in Reiden (LU) zu Sex. Jetzt sind auch die Haupttäter verurteilt.

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Eines der öffentlichen WCs in der luzernerischen Gemeinde Reiden.

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Die Tat schockte ein Dorf: Zwischen Oktober 2010 und November 2011 haben 14 Schüler in öffentlichen WCs der luzernischen Gemeinde Reiden eine damals 14-jährige Schülerin zu Oral- und Geschlechtsverkehr gezwungen. Das Opfer wurde mit einer Videoaufnahme erpresst, wie die Polizei damals mitteilte (20 Minuten berichtete). Einige Jugendliche haben das Mädchen während der Vergewaltigungen festgehalten, damit es sich nicht wehren konnte. Die Fälle kamen ans Licht, nachdem sich das Opfer im November 2011 an Schulverantwortliche wandte, die dann die Polizei einschalteten, teilte die stellvertretende Infobeauftragte des Gerichtswesens Luzern am Dienstag mit.

Gericht verurteilte Haupttäter

Acht der Täter wurden bereits früher mit bedingten Freiheitsstrafen und Arbeitsleistung bestraft. Am Dienstag nun teilte das Luzerner Gerichtswesen mit, dass auch die restlichen sechs Täter rechtskräftig verurteilt worden seien. Es handelt sich um Personen, die zu Beginn der Straftat zwischen 14 und 15 Jahre alt waren. Das Jugendgericht bestrafte sie wegen mehrfacher und gemeinsam verübter sexueller Nötigung. Zudem verurteilte es zwei Jugendliche wegen Vergewaltigung und einen wegen versuchter Vergewaltigung.

Bedingte Freiheitsstrafen und Therapien

Das Jugendgericht bestrafte sie – je nach ihrer Beteiligung an den Taten – mit bedingten Freiheitsentzügen zwischen vier und elf Monaten. «Diese Strafen liegen teilweise nahe beim gesetzlichen Maximum von einem Jahr. Das Jugendgericht folgte mit diesen Strafen weitgehend den Anträgen der Jugendanwaltschaft», teilte die stellvertretende Infobeauftragte des Gerichtswesens mit.

Die verurteilten Jugendlichen müssen ausserdem ambulante Therapien antreten. «Ziel ist es, dass von den Jugendlichen keine Gefahr mehr ausgeht und sie wieder ins Leben einsteigen können», sagt Staatsanwaltschaftssprecher Simon Kopp. Zeige eine Therapie keine Wirkung, würde der Fall neu beurteilt. Bei fünf von sechs Tätern ist diese Therapie bereits beendet.

Höhe der Genugtuung noch unklar

Noch nicht abgeschlossen ist das zivilrechtliche Verfahren, in dem über die Genugtuungsanpsrüche des Opfers entschieden wird. Das Opfer ist seit 2011 in Therapie und geht nicht mehr in Reiden zur Schule.

Weitere Angabe zu den Tätern machte das Gerichtswesen am Dienstag nicht. Gemäss Polizeimeldung vom letzten April stammen die 14 beteiligten Jugendlichen aus der Schweiz (2), aus Bosnien-Herzegowina (1), Kosovo (5), Serbien (3) und Mazedonien (3).

(mme/gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cédric Günther am 15.10.2013 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Wann wird dieses Verbrechen eigentlich mal richtig bestrafft?! Lebenslang und basta!! Und in einen richtigen Knast, nicht in der Schweiz!

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  • Michi am 15.10.2013 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Es ist einfach tragisch, dass wieder einmal wenige Jugendliche aus dem Osten das Image aller Ausländer aus dem Osten zerstören! Es ist ja zwar statistisch erwiesen, dass Personen aus dem Osten im Durchschnitt gewalttätiger sind, doch leider machen hier einige wenige einen schlechten Eindruck für Viele. Und die Strafen sind ja lächerlich...das Mädchen trägt einen lebenslangen Schaden und die Vergewaltiger müssen ein paar Monate ins Gefängis!? Gehts noch!

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  • Dänele am 15.10.2013 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausschaffen...

    Man stelle sich vor Jugendliche aus der Schweiz würden im Osten solche gräueltaten verüben.... Die würden bestimmt nicht therapiert und mit Samthandschuhen angefasst. Ich bin in solchen fällen auch für die sofortige Ausschaffung... Friedvoll werden die bestimmt nicht mehr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bart Bianca am 17.10.2013 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    einbisschen Vergewaltigung...

    einbisschen Vergewaltigung, einbisschen bedingt, einbisschen unbedingt. Es ist lächerlich, dass Geldhinterziehung, Diebstahl, etc immer noch härter bestraft werden, als der Tatbestand der Vergewaltigung. Ich frage mich jedesmal, wie würde wohl ein Richter (bzw das Gericht) urteilen, wäre es seine eigeneTochter gewesen, seine Schwester, seine Frau, seine Mutter ??? Auch einbisschen bedingt? Einbisschen Arbeitserziehung????

  • Mari Nade am 16.10.2013 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Tagtäglich liest man dasselbe. Vergewaltiger und Gewalttätige kommen einfach davon, mit bezahlten Therapien und bedingten Strafen. Dafür rennt man den Kiffern nach, weil die ja auch alle Menschen soo gefährlich sind, und macht nebenbei noch den Rauchern das Leben schwer.

  • Pit Rorschach am 16.10.2013 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Resultat unserer Gesellschaft

    Dass Minderjährige vergewaltigen ist ein Resultat antiautoritärer Erziehung sowie der Offenheit zum Sexuellen, was heute ja sehr in Mode gekommen ist. Es wird so weiter gehen, solange nicht ein Umdenken bei den Eltern stattfindet. Es ist auch ein Resultat unserer heutigen Gesellschaft, die ausser Sex kaum noch etwas Anderes im Kopf hat.

  • P. Buergin am 15.10.2013 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Pornographie...

    Ich frage mich, warum Pornographie nach wie vor für alle Minderjährigen frei zugänglich ist, und kein Politiker interessiert ist, daran etwas zu ändern. Ich vermute mal dass hinter den Kulissen massiv Lobby-Arbeit betrieben wird...

  • Marion am 15.10.2013 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern?

    wenn man die Jungs aufgrund ihres Alters nicht angemessen bestrafen kann, haften dann nicht Eltern für ihre Kinder?