Weihnachtsbäume

12. Dezember 2019 12:25; Akt: 12.12.2019 12:25 Print

Päckli dürfen nur noch unter helvetische Nadeln

Die Stadt Luzern verbietet neu den Verkauf von ausländischen Tannenbäumen. Der Vorschlag kam von Händlern selbst.

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Der Christbaummarkt in Luzern am Quai ist «der vielleicht grösste und traditionellste Christbaummarkt der Schweiz» - so wird er beworben. Dieses Jahr gibt es dort eine Neuerung. Die Stadt Luzern verbietet neu den Verkauf von ausländischen Tannenbäumen. Der Vorschlag kam von den Händlern selbst. (Symbolbild) Es gelte für alle Märkte auf Stadtgebiet. In der Vergangenheit wurde auch geschummelt. Ausländische Tannen seien als Christbäume aus Schweizer Produktion angeboten worden, um mehr Gewinn zu erzielen. (Symbolbild) Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen sagt gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Das Verlangen nach Schweizer Qualität, ökologischer Nachhaltigkeit und Vergleichbarkeit des Angebots wurde aus Kreisen der Christbaumhändler an uns herangetragen und die Stadt befürwortet dies.» (Symbolbild) Wegen dieser neuen Regelung seien dieses Jahr nur vier Händler an der Seepromenade präsent; Hansueli Furrer aus Schongau habe Mitte November abgesagt. Er handle mit Bäumen, besitzte selber aber keine Baumkulturen. (Symbolbild) Ein anderer langjähriger Verkäufer von Weihnachtsbäumen sagt im Bericht: «Wir sind froh über die neue Regelung, sie kommt langjährigen Produzenten von Schweizer Bäumen zugute.» Er betreibe eigene Chrisbaumkulturen in Fenkrieden, Meienberg, Ebikon und Ermensee. (Symbolbild) Philipp Gut von der IG Christbaum findet den lokalen Tannenbaum, gekauft bei einem Händler aus der Region am sinnvollsten. Denn: «Der Tannenbaum ist ein absolutes Naturprodunkt. Während seiner Entstehung bindet er Co2. Anschlissend kann er klimaneutral kompostiert werden.» (Symbolbild)

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In wenigen Tagen startet an verschiedenen Orten in der Stadt Luzern der Verkauf von Tannenbäumen für Weihnachten. Dann riecht es in der Stadt wieder nach feuchtem Wald, am Boden liegen Nadeln und viele suchen bei Glühwein und Magenbrot das passende Bäumchen für die heimische Stube aus. Dieses Jahr gibt es aber eine Neuerung: wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, beschloss die Stadt ein Verbot von importierten Bäumen. Dieses gelte für alle Märkte auf Stadtgebiet, die auf öffentlichem Grund stattfinden.

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In der Vergangenheit wurde auch geschummelt, heisst es im Bericht. Ausländische Tannen seien als Christbäume aus Schweizer Produktion angeboten worden, um mehr Gewinn zu erzielen.

Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen sagt gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Das Verlangen nach Schweizer Qualität, ökologischer Nachhaltigkeit und Vergleichbarkeit des Angebots wurde aus Kreisen der Christbaumhändler an uns herangetragen und die Stadt befürwortet dies.» Die letztjährigen Christbaumverkäufe hätten aufgezeigt, dass eine grosse Nachfrage nach heimischen Bäumen bestehe. Die Kundschaft schätze es, wenn sie wisse, woher der Baum stammt. Würde ein Verdacht auf Schummeleien bestehe, können sogar DNA-Proben angeordnet werden.

Nicht alle sind begeistert

Wegen dieser neuen Regelung seien dieses Jahr nur vier Händler an der Seepromenade präsent; Hansueli Furrer aus Schongau habe Mitte November abgesagt. Er handle mit Bäumen, besitzte selber aber keine Baumkulturen. Von der neuen Regelung sei er mässig begeistert: «Wir haben auch ausländische Tannen verkauft und diese seit dem vergangenen Jahr auch entsprechend deklariert», sagte er zu der Zeitung. Weil jetzt nur noch inländische Bäume zugelassen seien, müsse er dieses Jahr passen.

Ein anderer langjähriger Verkäufer von Weihnachtsbäumen sagt im Bericht: «Wir sind froh über die neue Regelung, sie kommt langjährigen Produzenten von Schweizer Bäumen zugute.» Er betreibe eigene Chrisbaumkulturen in Fenkrieden, Meienberg, Ebikon und Ermensee.

Dänische Überproduktion drückt Preise

Philipp Gut von der IG Christbaum sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Uns freut dieser Entscheid sicherlich.» Nach seinen Kenntnissen sei Luzern die erste Stadt, die einen solchen Entscheid gefällt hat. Dieser sei jedoch nicht nur aus ökologischen Gründen gefallen; es habe in der Vergangenheit unter den Händlern gegenseitige Vorwürfe gegeben, die Herkunft nicht ehrlich zu deklarieren. So soll dieser Praxis ein Riegel geschoben werden. «Die Regelung betrifft nur Märkte auf Stadtgebiet. In den Grossverteilern können die Kunden ja weiterhin importierte Bäume kaufen», so Gut.

Auf die Frage, ob Schweizer Produzenten den gesamten Bedarf überhaupt decken könnten, sagt Gut: «Jein. Wir produzieren ja nicht mehr als nötig.» Es gelte, ein Gleichgewicht zu finden, das funktioniere aktuell recht gut. Die Preise im Ausland seien aber sehr tief. «In Dänemark herrscht im Moment eine Überproduktion.»

Gegenüber der Praxis, Bäume im Topf zu mieten, hegt Gut Skepsis: «Es ist zweifelhaft, ob ein solcher Tannenbaum eine gute Ökobilanz hat. Der braucht viel Betreuung, und wird immer wieder transportiert. In der Vermietung ist er dann teurer als ein herkömmliches Bäumchen .» Am sinnvollsten findet Gut den lokalen Tannenbaum, gekauft bei einem Händler aus der Region. Denn: «Der Tannenbaum ist ein absolutes Naturprodukt. Während seiner Entstehung bindet er CO2. Anschlissend kann er klimaneutral kompostiert werden.»


(nob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurtli am 12.12.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    wie die Politik mit den Händlern zusammenarbeitet, damit die Preise für den Konsumenten nicht tiefer werden. DAS nennt sich Marktwirtschaft - der Markt regelt ;-)

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  • Rose' am 12.12.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tannenbaum

    Solange die Kinder und Enkel bei mir feiern, gibt es einen Tannenbaum! Mein Gemüsebauer bietet auch Tannenbäume an. Das Tännchen wird auch vor meinen Augen umgesägt, somit ist es nicht ausgetrocknet! Ich bemühe mich schon lange, heimische Sachen zu kaufen und ich bin damit gut gefahren! Deko wird wiederverwendet oder getauscht! Gleichgesinnte trifft man dort immer an. Dort sehe ich, das ich nicht alleine bin im Kampf für die Umwelt, ohne auf Tradition zu verzichten! Ich bin auf gutem Weg!

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  • Blue am 12.12.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott sei Dank

    Das ist höchste Zeit. Kaufte schon lange nur Bäume von Bauern. Die bleiben sehr lange schön weil sie frisch geschnitten werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • L.Z. am 13.12.2019 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    nähe bevorzugt

    ich würde es begrüssen, wenn im Kanton Graubünden auch nur schweizer Christbäume angeboten würden.

  • Franz Stübi am 13.12.2019 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst die Ware aus der Schweiz, Immer!

    Jetzt müsste der Bund nur noch den Mut haben, diese Praxis auf die heimischen Lebensmittel anzuwenden. Damit würde auch grösseren Handlern wie Migros und Coop untersagt Waren einzuführen, auf denen unsere Bauern dann sitzen bleiben. Auch dann nicht, wenn die Kartoffeln zu klein, oder die Gurken krumm sind. Der Markt regelt vieles, aber eben nicht alles. Er braucht Rahmenbedingungen, welche für unser Land ausgelegt sind, und nicht solche, die unsere heimische Produktion unter unnötigen Druck setzt.

  • Ernst Moser am 13.12.2019 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Erklärung

    Habe soeben im Teletext gelesen, dass das Unispital Basel in Zukunft Geschirr, Betten etc. in Deutschland einkaufen wird, weil sie so einige Millionen Franken sparen können. Kann mir jemand erklären, warum z.B. ein altes Muetterli kein ausländisches Christbäumchen kaufen darf, wenn es so auch ein paar Franken sparen kann? Der Normalbürger darf es nicht, das Unispital aber schon!

  • Steve Wonder am 13.12.2019 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch-Marketing

    «Ich sehe schon aus zehn Metern Entfernung, ob die Tanne aus Dänemark oder aus der Schweiz stammt.» Diese Aussage ist so ein Quatsch.....! Gerade dieser Produzent bezieht die Bäume aus Dänemark . Nur ein reines Marketing Meldung .... da die Christbaum Verkäufer unter sich wie eine Mafia funktioniert....! Jeder will keine ausländischen Bäume verkaufen so ein Mist ! Wie will die Stadt es kontrollieren ? Bei jedem Produzenten ab November die Bäume zählen

  • Peterryan am 12.12.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    badische Wienachtsbäum

    bei Philipps gibts 1 mtr. 60 Christbäume für 14.95 Die Swisslis sind verrückt danach.