Kanton Luzern

21. Januar 2019 16:16; Akt: 21.01.2019 16:16 Print

Über ein Drittel mehr verschmutzte Gewässer

Dutzende Fälle von Gewässerverschmutzungen gab es 2018 im Kanton Luzern –34 Prozent mehr als 2017. Zugenommen haben die Verschmutzungen durch Industrie und Gewerbe.

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Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 83 Gewässerverschmutzungen der Luzerner Polizei gemeldet. Dies sei deutlich mehr als die 62 Fälle im Vorjahr, teilte der Kanton am Montag mit. Das Jahr 2018 liege dementsprechend über dem Durchschnitt von 72 Fällen der Jahre 2012 bis 2017.

20 Fälle seien auf die Landwirtschaft zurückzuführen, 23 auf Industrie- und Gewerbe. Von diesen Verschmutzungen seien 13 durch Baustellenabwasser und 10 durch Abwasser von Industrie- und Gewerbebetrieben entstanden.

12 Fälle von Fischsterben

In 21 weiteren Fällen entstanden Verunreinigungen durch die Einleitung von Feststoffen in Gewässer, durch falsche Entwässerung sowie durch Öl- und Verkehrsunfälle. Im Jahr 2017 beinhaltet diese Kategorie nur 9 Vorfälle.

In 19 Fällen konnten Ursache und Verursacher nicht ermittelt werden. Insgesamt 12 Vorfälle hatten ein Fischsterben zur Folge. In je vier Fällen waren Gülle und Baustellenabwässer die Ursache.

Mangelnde Sorgfalt auf Baustellen

«Dieses Jahr ist die Zahl der Vorfälle durch Industrie- und Gewerbe relativ hoch», sagt Patrick Graf, Dienststelle Umwelt und Energie des Kanton Luzern. «Ein Grund für die vielen Verunreinigungen ist, dass momentan sehr viel gebaut wird. Der Hauptgrund ist allerdings die teilweise mangelnde Sorgfalt auf den Baustellen.»

Die Kontrolle der Baustelle liege in der Verantwortung der Gemeinden. «Es wird nicht überall wünschenswert kontrolliert. Die Gemeinden sollen mehr und besser kontrollieren.» Deshalb will die Dienststelle Umwelt und Energie zusammen mit den Gemeinden und dem Zentralschweizer Umwelt-Baustelleninspektorat ZUBI die Beratungen und Kontrollen auf Baustellen verstärken.

Bemühungen in der Landwirtschaft wirken

In 20 Fällen verursachte die Landwirtschaft die Gewässerverschmutzungen. Diese Zahl liege deutlich unter dem Durchschnitt der Zeitperiode 2012 bis 2017, wie es weiter in der Mitteilung des Kantons heisst. Dieser Rückgang zeige, dass die Anstrengungen in der Landwirtschaft zur Vermeidung von Gewässerverschmutzungen wirken.

Die häufigsten Ursachen von landwirtschaftlichen Gewässerverschmutzungen seien nach wie vor die ungenügende Überwachung der Anlagen sowie technische Mängel. Der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband LBV und die Dienststelle Landwirtschaft und Wald engagieren sich seit Jahren gemeinsam, um die Sicherheit beim Umgang mit Hofdünger zu erhöhen und die Zahl der Unfälle zu reduzieren.

(tst)