13. April 2005 04:54; Akt: 12.04.2005 23:09 Print

Gezielte Kontrollen gegen «Kügeli-Dealer»

Regelmässige Razzien sollen den Handel mit Kokain-Kugeln erschweren. Gestern wurde im Ruswiler Asylbewerberzentrum zugeschlagen.

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Die «Kügeli-Dealer», meist Westafrikaner, handeln mit Kokain, abgepackt in Plastikkugeln zu rund 1 Gramm. Simon Kopp, Infobeauftragter der Luzerner Strafuntersuchungsbehörde: «Die ‹Kügeler-Szene› ist auch in Luzern ein latentes Problem.» Mit gezielten Kontrollen und Razzien geht die Kantonspolizei gegen diese Szene vor. So wurden bei Mehrfachkontrollen um den Bahnhof vor zwei Jahren rund 62 Personen kontrolliert, 48 festgenommen und 19 in U-Haft genommen. Gegen 37 Personen wurde ein Strafverfahren eröffnet.

Einfach seien solche Aktionen jedoch nicht. Die «Kügeler» stammen meist aus Westafrika, haben keine oder ungültige Papiere und sind oft Asylsuchende. Deshalb werdem Asylheime regelmässig kontrolliert – gestern das Ruswiler Asylbewerberzentrum Rütmatt. Dank einem Drogenhund konnten 110 Gramm Kokain – versteckt in einer Kühlschrankabdeckung – beschlagnahmt werden. Zudem wurden zwölf Handys und Bargeld sichergestellt. Verhaftet wurde ein bereits aktenkundiger 18-jähriger Mann aus Burundi. Zentrumsleiter Marc Haas befürwortet solche Razzien: «Die Kontrollen sind wichtig für die Prävention und zum Schutz jener Asylsuchenden, die sich korrekt verhalten.»

(sam)