Zug

27. August 2019 16:58; Akt: 28.08.2019 08:58 Print

Warum war der Camping nach dem Esaf so sauber?

Nach Openairs bleiben oft wahre Zeltwüsten zurück. Nicht so am Esaf in Zug – obwohl dort für drei Tage der grösste Zeltplatz der Schweiz stand.

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Diese Animation zeigt eindrücklich den Unterschied zwischen dem Campingplatz des Esaf in Zug am Tag nach dem Fest und dem Campingplatz nach dem Openair Frauenfeld 2018. In Frauenfeld und an anderen Openairs wurden oft ganze Zeltwüsten hinterlassen. In Zug freute sich das OK über den sauberen Platz. Mit diesem Tweet wurden die Schwingerfans gelobt. Anders sah die Welt in Frauenfeld aus. Damit alles so sauber ist wie in Zug, wollen andere Veranstalter von Grossanlässen jetzt vom Esaf lernen. Darunter die Organisatoren der Skirennen in Adelboden. Oder jene des Akademischen Sportverbands Zürich (ASVZ). Nicht nur die Verantwortlichen des Ressorts Nachhaltigkeit hatten am Esaf viel zu tun, sondern beispielsweise auch jene der Rettungsdienste. 47 Rettungseinsätze mussten geleistet werden. «Die Polizistinnen und Polizisten, die vom temporären Posten aus unterwegs waren, haben über das ganze Wochenende im Schnitt 25'000 Schritte oder rund 20 Kilometer pro Tag zurückgelegt», teilte die Zuger Polizei am Montag mit. Macht pro Polizist total beachtliche 60 Esaf-Kilometer. Der Rettungdienst Zug teilte mit: «Alle eingesetzten Mitarbeitenden lobten die Stimmung auf dem Festareal. Der Rettungsdienst ist mit dem Verlauf des Einsatzes sehr zufrieden.» Mit diesem Fahrzeug war die Feuerwehr auf dem Areal unterwegs. Am Esaf setzte die Zuger Polizei erstmals Dialogteams ein. «Die Teams wurden von sehr vielen Festbesuchern angesprochen und der Austausch war beidseitig sehr wertvoll.» Auf dem Festgelände herrschte gute Stimmung. Offenbar so gut, dass am Sonntagmittag der Weisswein ausgegangen war. Die Organisatoren konnten aber rasch für Nachschub sorgen. Besucher hatten es sich auf Liegestühlen gemütlich gemacht. Für andere tat es auch der Boden. In der Arena wurde viel gefeiert. Die Besucher liessen es sich gut gehen. Beim Festakt am Sonntag ... ... waren für einmal keine Bösen in den Sägemehlringen anzutreffen. Alphornbläser beim Festakt am Sonntag. Auch eine Polizistin posierte für ein Foto. Das Fahnenschwingen gehört natürlich auch dazu. Erfrischung muss sein. 17 Menschen mussten in der zweiten Partynacht ins Spital: Polizisten im Einsatz. (24. August 2019) In der Nähe des Festgeländes wurde ein Drohnen-Pilot am Samstag verzeigt. Er hatte sich nicht an die Vorschriften gehalten. Angespannt schauten hunderte Schwingfans im Public Viewing vor der Bossard Arena zu. Auch Bundespräsident Ueli Maurer war vor Ort. Hier findet der traditionelle Fahnenempfangang der Verbandsfahne des Eidgenoessischen Schwinger Verband auf dem Landsgemeindeplatz in Zug statt. Der Festumzug anlässlich des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug, am Freitag, 23. August 2019. Am Festumzug nahmen über 1100 Zugerinnen und Zuger nahmen mit ihren Vereinen, Zünften und Harmoniemusiken teil. Die Fahnenschwinger der Zentralschweiz zeigten ihr Können am Festumzug. Da wo sonst Autos und Busse fuhren, spazierten Kühe durch Zug. Hunderte Menschen warteten auf den Umzug. Die Vorbereitungen für den Umzug. Am Freitagvormittag ist das Festgelände des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Zug offiziell eröffnet worden. Die ersten Besucher trafen früh ein. Die Arena steht, die letzten Vorbereitungen liefen kurz zuvor noch. Rund zwei Monate dauerte der Aufbau der Arena. Gegen 3000 Tonnen Material wurden für die Arena verbaut. Zu Spitzenzeiten standen 300 Arbeiter im Einsatz. Holz dominierte auf dem Festgelände. Mit viel Liebe haben ... ... die Helfer das Festgelände hergerichtet. Mit schwerem Gerät ... ... waren die Arbeiter bei den Vorbereitungen unterwegs. Das Festgelände wurde hübsch hergerichtet. Direkt beim Festgelände: Ein Kreisel mit Esaf-Motiv. Die Zuger schienen sich zu freuen: An diversen Balkonen hingen Flaggen.

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«So sauber hinterlässt das Schwingervolk den Campingplatz. Ihr seid einfach grossartig. Danke!» So bedanken sich auf Twitter die Organisatoren des eidgenössischen Schwingfests bei den Besuchern des Esaf-Campingplatzes:

Wie war das möglich, dass das riesige Areal des Campings schon kurz nach dem Esaf wieder eine blitzblanke Wiese war? Nach anderen Grossanlässen, etwa nach Openairs, sieht das meistens anders aus. Auf Nachfrage von 20 Minuten sagt Freddy Trütsch, Leiter Kommunikation am Esaf: «Es stimmt, die Besucher haben einen grossen Beitrag zur Sauberkeit auf dem Gelände geleistet.» Das Resultat, nämlich eine saubere Wiese kurz nach dem Anlass, sei aber auch Ergebnis eines umfassenden Konzepts. «Bereits ab Mittwoch waren ständig Teams von ‹Chrampfern› auf dem Areal unterwegs.»

Die Entsorgung fand kontinuierlich, also während des laufenden Betriebs, statt, auch während der Nacht. «So wurde eine übermässige Verschmutzung von Beginn an verhindert», so Trütsch. Der Abfall sei getrennt und volle Säcke umgehend ersetzt worden.

Auf dem Campinggelände hätten zwischen neun und zehntausend Personen übernachtet. Das gibt ein Total an Übernachtungen von rund 25'000. «Hinzu kommen noch weitere Personen, die auf Feldern von Landwirten schliefen, die diese zusätzlich zur Verfügung stellten. Geschätzt waren das also insgesamt 30'000 Übernachtungen», sagt Trütsch.

Güsel war nur ein Aspekt von vielen

Die Sauberkeit war ein Anspruch der Verantwortlichen des Ressorts Nachhaltigkeit und in der Planung verankert. Das Konzept stösst offenbar auf Interesse, wie Andreas Lustenberger, Leiter Nachhaltigkeit am Esaf, sagt: «Es haben sich bereits andere Veranstalter von Grossanlässen bei uns gemeldet.»

Darunter etwa die Organisatoren des Ski-Rennens Adelboden oder der Akademische Sportverband Zürich (ASVZ). «Solche Player können von unserem Wissen profitieren und dieses Know-how teilen wir gerne.» Lustenberger betont, dass damit nicht nur das Abfallkonzept gemeint sei: «Es geht um den ganzen Kompensations-Mechanismus eines Anlasses dieser Grösse.»

Laut eigenen Angaben des Esaf wurde in Zug das erste klimaneutrale Eidgenössische durchgeführt. Zum Nachhaltigkeitskonzept des Esaf Zug gehörten laut offizieller Website:

• Anreise mit ÖV

• Verzicht auf eine Printausgabe des Festführers

• Einführung eines Depot-Konzepts

• Verpflichtung der Sponsoren zu nachhaltigem Sampling

• Den Boden nach dem Fest aufgewertet zurückzugeben

• Recycling von Sägemehl und Werbe-Blachen

• Zusammenarbeit mit der Stiftung «My Climate», die den
Besuchern die freiwillige Möglichkeit bietet, einen Beitrag an den
Klimaschutz zu leisten.

(nob)