Kanton Schwyz

20. Oktober 2016 15:32; Akt: 20.10.2016 15:43 Print

Goldschakal-Tötung bleibt straffrei

Der Abschuss eines geschützten Goldschakals im März bei Einsiedeln hat keine strafrechtlichen Folgen für den Wildhüter. Die Staatsanwaltschaft erhebt keine Anzeige.

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Im Bündner Oberland ist ein Goldschakal im Jahr 2015 in eine Fotofalle getappt. (Bild: Keystone/ Amt für Fischerei und Jagd Graubünden)

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Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Schwyz vom August ist rechtskräftig, wie das Schwyzer Umweltdepartement am Donnerstag mitteilte. Das Verfahren wurde von niemandem weitergezogen. Der Wildhüter habe damit aus jagdlicher und rechtlicher Sicht richtig gehandelt.

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Der Wildhüter erlegte den Goldschakal am 23. März 2016 im Raum Einsiedeln. Es handelte sich um die erste bestätigte Sichtung eines dieser geschützten Tiere in der Zentralschweiz.

Der Goldschakal war stark abgemagert und apathisch. Der Wildhüter und die Jagdverwaltung des Kantons stellten sich auf den Standpunkt, dass es sich um einen Hegeabschuss handelte, um das Tier von seinem Leid zu erlösen.

Anders beurteilte dies der Verein «Wild beim Wild» und reichte Anzeige wegen Verdachts auf Verstoss gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz ein. Die Tierschützer kritisierten, dass der Wildhüter das Tier hätte der Natur überlassen oder erste Hilfe leisten müssen. Für den Abschuss eines Goldschakals sei wie für die ebenfalls geschützten Tierarten Luchs, Wolf oder Bär eine Bewilligung nötig.

Ohne Fettreserven

Eine Untersuchung am Institut für Wildtierpathologie der Universität Bern im Nachgang kam zum Schluss, dass das Tier keine Fettreserven, stark veränderte Nieren und ein insuffizientes Herz hatte. Der Goldschkal hätte laut Mitteilung der Staatskanzlei wohl auch ohne Einwirkung der Wildhut in der freien Wildbahn keine Überlebenschancen gehabt.

Goldschakale, die grösser sind als Füchse aber kleiner als Wölfe, stammen aus dem Nahen Osten und verbreiten sich seit Jahren Richtung Westen. Er frisst neben Insekten und Früchten kleine und mittelgrosse Wirbeltiere.

In der Schweiz wurde 2011 in der Nordwestschweiz und 2015 in Graubünden je ein Tier mit Fotofallen nachgewiesen. Im letzten Winter tötete in Graubünden ein Jäger versehentlich einen Goldschakal. Bezüglich des Schutzes ist der Goldschakal mit dem Luchs, dem Wolf oder dem Bär gleichgestellt.

(dag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jäger am 20.10.2016 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal wie....

    Es wird sowieso gemeckert, hätte er das Tier am Leben gelassen, hätte es noch einige Tage gelitten und wäre als Tierquäler beschimpft worden. Ich denke eine Person die soviel Zeit im Wald verbringt kann das Tierwohlbesser besser einschätzen als irgendwelche"Tierfreunde" die in der Stadt wohnen

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  • Schwyzer am 20.10.2016 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gleicher...

    Gewisse Leute sind vor der Justiz halt "gleicher"... Oder auch Sauhäfeli Saudeckeli im überschaubaren Schwyz.

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  • Tierfreund am 20.10.2016 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Klar...ist ja auch NUR ein Tier!

Die neusten Leser-Kommentare

  • marco.c am 24.10.2016 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    auch eine straftat..

    sorry aber wenn ich eine straftat mache muss ich auch bestraft werden ,typisch kantöndli geist,seu häfeli seu deckeli...das geht halt nur beim bund ,kanton oder gemeinde.

  • Leeloo am 21.10.2016 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschützt oder nicht?

    Man hätte das Tier auch einfangen, betäuben und untersuchen können. Und es dann dem Tierarzt über lassen, ob aufgepäppelt oder eingeschläfert wird. Bin auch täglich im Wald, würde mir aber nicht anmassen, über Leben und Tod zu urteilen. Entweder ist eine Tierart geschützt oder nicht.

  • kusco am 20.10.2016 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überheblich

    Rein theoretisch: wenn ich jetzt im Wald einen mageren apathischen Beamten abschiesse ist das jetzt auch ein Hegeabschuss?? Oh Menschheit lass der Natur ihren Lauf. Es war Ende Winter da sehen noch manche Wildtiere mager aus. Aber typisch - der Mensch weiss alles besser.

    • D.N. am 23.10.2016 21:08 Report Diesen Beitrag melden

      @kusco

      Einen apathischen Beamten findet man nie in einem Wald. Aber in einem Gemeindehaus kommst due der Sache schon näher.

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  • Schwyzer am 20.10.2016 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gleicher...

    Gewisse Leute sind vor der Justiz halt "gleicher"... Oder auch Sauhäfeli Saudeckeli im überschaubaren Schwyz.

    • Herr Meier am 20.10.2016 19:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Schwyzer

      Es war also Korruption? Ein interessante These. Haben Sie Beweise für Ihre Behauptung oder raten sie nur mal so auf gut Glück in Blaue hinein?

    • Martin W. am 20.10.2016 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schwyzer

      Die gleiche Frage wie Herr Meier stellt sich mir auch. Du hast sicher Fallkenntnisse?

    • Zürcherin am 20.10.2016 21:12 Report Diesen Beitrag melden

      Erklärungsansatz

      Herr Meier & Martin W. Ich kann nur vermuten, dass der Schwyzer es bemängelt, dass nicht, wie die Regel bei geschützen Tieren, eine ordentliche Bewilligung vorgängig eingeholt wurde. Dass dieser Vorgehensfehler, scheinbar, ohne Konsequenz bleibt, bringt doch den Verdacht auf, dass es sich hier um eine Vetterliwirtschaft handelt.

    • Markus H. am 21.10.2016 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zürcherin

      Also hätte nach Ihrer Meinung das Tier noch länger leiden sollen???? Tier sichten - Bewilligung einholen (kann ja nur Tage dauern - Tier suchen......???? Dieses Vorgehen nenne ich Tierqälerei!

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  • protect the animals am 20.10.2016 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..super..

    ..wieder mal war das ganz klar..eine absolute fehltentscheidung..wann endlich kapiert der mensch das die tiere die gleichen rechte auf ein leben haben wie wir menschen..