Luzern

12. Oktober 2015 19:08; Akt: 12.10.2015 19:08 Print

Grafiker kämpfen für ihre Schule

von Daniela Gigor - Die Regierung plant, die Grafikschule wegzusparen. Dagegen regt sich Widerstand: Seit Sonntag haben über 3000 Personen eine Petition zur Rettung der Schule unterschrieben.

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Der Förderverein Fachklasse Grafik Luzern hat am Sonntag eine Petition mit dem Titel «Rettet unsere Grafik-Schule» ins Internet gestellt und sammelt Unterschriften. Gegründet wurde der Förderverein im Frühling 2014. «Wir ahnten schon damals, dass harte Zeiten auf uns zu kommen könnten», sagt Vera Bueller, Sprecherin des Vereins. Die Grafikschule Luzern sei für junge Leute der einzige Weg, direkt nach der Sekundarschule eine gestalterische Ausbildung zu absolvieren. An der Luzerner Grafikschule wird diese berufsbegleitend gemacht.

«Eine Schliessung der Grafikschule wäre eine Katastrophe für die Berufsbildung und die Kulturszene», sagt Bueller weiter. Wenn die Grafikschule den Sparmassnahmen zum Opfer fallen sollte, so sei dies kurzfristig gedacht, weil damit die Berufsbildung und auch die Wirtschaft in der Zentralschweiz geschwächt würden. Damit meint Bueller, dass Produkte erst dann verkauft werden können, wenn etwa das Verpackungsdesign oder die Werbung stimmt. «Es wäre beschämend für den Regierungsrat, wenn diese renommierte Schule abgeschafft würde.»

Internationale Aufmerksamkeit dank der Grafikschule

Ähnlich sieht es Erich Brechbühl, Grafiker und Präsident Plakatfestival Weltformat. «Wenn diese Grafikschule weggespart wird, werden viele kreative Nichtakademiker von der Ausbildung ausgeschlossen.» Brechbühl verweist darauf, dass er auch immer praxisorientiert gearbeitet hat. Zudem werde Luzern international als Stadt der Grafiker wahrgenommen, was auch ein Verdienst der Grafikschule sei. Brechbühl: «Wegen den Sparplänen ist in Grafiker-Kreisen ein lauter Aufschrei im Gang.»

Von Sonntagmittag bis am frühen Montagabend haben bereits über 3000 Personen die Petition zur Erhaltung der Grafikschule unterzeichnet. Der Regierungsrat will momentan keine Stellung nehmen. Auf Anfrage wurde mitgeteilt, dass der Regierungsrat seine finanzpolitischen Anträge zuhanden des Kantonsrats formuliere und anschliessend die Öffentlichkeit informiert werde – und nicht umgekehrt.

Letzte Woche wurde bekannt, dass die Regierung offenbar plant, die 140-jährige Fachklasse Grafik aus Spargründen zu schliessen. Mit dieser Massnahme würde der Kanton drei Millionen Franken einsparen.



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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 12.10.2015 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doch nicht so!

    Sparen ja, aber doch nicht auf kosten der Bildung!! Vergebt besser mal die Bauaufträge anständig, beim mir in der Schule wurde eine Videothek für 1'000'000 Franken umgebaut (nur umgebaut!!) und ich seh die Million nicht!

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  • Barmettler Reto am 12.10.2015 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer das gleiche

    wie wär es, anstatt einer neuen Wirtschaftsuni aufzubauen, die Grafikerklasse in Ruhe zu lassen? dr Aufbau der Wirtschaftsuni braicht sicher mehr Geld und im Unigebäude herrscht schon jetzt Platzmangel, ausserdem haben wir schon eine Wirtschaftshochschule!

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  • luk b. am 12.10.2015 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luzerner Regierung

    So schlecht: Seit der Steuererleichterung für Firmen (welche leider überhaupt keine neuen Firmen anlockte) klafft im Haushalt ein riesen Loch. Was liest man etwas später vom Stapi Roth im Infoblatt? Gespart wird bei den Behinderten, in der Kultur und an den Schulen. Ein einziges Armutszeugnis für diese Regierung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Navy M. am 14.10.2015 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WahlTaktik

    Wahltaktik der SP! Irgendwie muss man noch schnell vor den Wahlen die neue bürgerliche Kantonsregierung schlecht machen.

  • Franz Fischer am 14.10.2015 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regierung wegstarben!

    Diese Regierung können wir uns im Kanton Luzern nicht mehr leisten. Sparen wir sie doch weg!

  • R. Wicki am 14.10.2015 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurzsichtig

    Seit Jahren werden in verschiedenen Berufsgruppen Ausbildungsplätze weg gespart. Obwohl es es danach wegen mangelnder Fachkräfte zu grossen Problemen führt, wird munter weiter gestrichen. Kein Problem, man holt sich diese dann einfach im Ausland. Echt kurzsichtig und in meinen Augen sehr problematisch.

  • Schweizer am 13.10.2015 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Luzern halt...

    Mehr braucht man zu dieser Regierung nicht zu sagen.

  • beltrametti am 13.10.2015 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woher die Grafiker nehmen?

    Das grafische Gewerbe will Grafiker einstellen, aber keine ausbilden. Wie soll das gehen? Ganz einfach. In dem das grafische Gewerbe die Schule (mit) finanziert.