Cham ZG

17. Januar 2020 20:38; Akt: 17.01.2020 20:38 Print

Grünabfuhr-Chauffeur beging fahrlässige Tötung

Ein Mitarbeiter der Grünabfuhr (58) kam letzten März ums Leben, als er unter einen Lastwagen der Grünabfuhr geriet. Der Chauffeur wurde nun verurteilt.

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Im März 2019 geschah in Cham ein tragischer Unfall, bei dem ein 58-jähriger Mitarbeiter der Grünabfuhr tödlich verunglückte. Laut der Staatsanwaltschaft waren drei Mitarbeitende der Grünabfuhr waren in Cham unterwegs. Einer fuhr den Lastwagen, die beiden anderen standen hinten auf den Trittbrettern.

Der Fahrer hielt vor einer Liegenschaft an, da er einen Kompostkübel bemerkte und diesen aufladen wollte. In der Folge ging er via Seitenspiegel sicher, dass die beiden Mitarbeiter auf den Trittbrettern standen, bevor er zum Rückwärtsfahren ansetzte.

Doch: Während dem der Chauffeur rückwärts fuhr, stieg einer der beiden Arbeiter ab dem Trittbrett, stolperte auf der Strasse und stürzte zu Boden. Sein Kollege reagierte sofort, betätigte den Notfallknopf und schrie, doch der Chauffeur hörte nichts. Der gestürzte 58-Jährige geriet unter den rückwärtsfahrenden Lastwagen, wurde von der abgesenkten hintersten Achse erfasst und mitgezogen, wie Zentralplus schreibt.

Die Verantwortung lag beim Chauffeur

Obwohl der Chauffeur sofort bremste, war es zu spät. Sein Kollege starb noch auf der Unfallstelle. Nun hat die Staatsanwaltschaft entschieden, der Chauffeur hätte die internen Schulungsunterlagen und Vorschriften missachtet. Er hätte warten müssen, bis die beiden Arbeiter abgestiegen wären und hätte erst dann rückwärtsfahren dürfen. Zudem hätte er sie stets in den Seitenspiegeln sowie der Rückfahrkamera im Auge behalten müssen.

Der Chauffeur wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 100 Franken verurteilt. Diese sind jedoch nur fällig, wenn er in den nächsten zwei Jahren erneut straffällig wird. Sofort bezahlen muss er eine Busse von 3000 Franken sowie die Verfahrenskosten von rund 8500 Franken.

(jab)