Ihm gehört «ZG 10 U»

28. November 2018 14:18; Akt: 28.11.2018 15:53 Print

«Plötzlich meinten alle, mir gehöre ‹ZG 10›»

Als «ZG 10» für die Rekordsumme von fast einer Viertelmillion versteigert wurde, meinten viele, sie gehöre Karrosserie-Meister Thomas Marty. Der findet das mässig lustig.

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Carrosserie-Meister Thomas Marty von der Carrosserie Marty AG in Baar ZG: Viele Zuger meinen, ihm gehöre die Nummer «ZG 10», die im Februar 2018 für die Schweizer Rekordsumme von fast einer Viertelmillion Franken ersteigert worden ist. In Zug würden deshalb viele Leute glauben, er sei steinreich. Ist er aber gar nicht. Denn ZG 10 gehört gar nicht ihm, sondern ZG 10 U. Als die Rekordnummer ZG 10 für 233'000 Franken ersteigert wurde, suchten offenbar viele Zuger auf Viacar nach der Person, welche die Rekord-Nummer ersteigert hatte. Dort fanden sie zwar den neuen Halter von «ZG 10» nicht - der hat seine Nummer offensichtlich sperren lassen - dafür die Nummer «ZG 10 U» - die Nummer von Marty. Deswegen die Verwechslung 233'000 Franken hat ein Bieter bei der Auktion für das Nummernschild «ZG 10» bezahlt. Eingegangen waren insgesamt 101 Gebote. «In Zug weiss keiner, wem die gehört», sagt Marty. «Queens007» lautet das Pseudonym des Bieters, der anonym bleiben möchte. Mit dem Bieter «satoshinakamoto» lieferte er sich einen Showdown. Nun will der Kanton Bern die Rekordmarke aus Zug knacken: Ab Donnerstag, 29. November, wird «BE 5» versteiger. Auch in Zug läuft ein Aktion, dies noch bis am Abend des 28. Novembers 2018. Hier der Preisstand am Mittwochmittag, 28. November. «ZG 28»: Seit Montag ging der Preis deutlich in die Höhe. Drei Bieter trieben den Preis von anfänglich 20'000 Franken auf 41'900 Franken hoch. Die Auktion dauert noch bis 28. November. «ZG 18» ging bei einer früheren Auktion für 128'000 Franken weg. Hier wurden 96 Gebote abgegeben. Auch hier hat «Queens007» das Höchstgebot abgegeben. Weiter zu «ZG 63», der dritten zweistelligen Nummer, die angeboten wurde. Versteigert wurde diese für 63'000 Franken, eingegangen sind 63 Gebote. Und siehe da: Auch hier übertrumpfte «Queens007» seine Mitbieter. Weil der Kanton Zug rote Zahlen schreibt, wurden erstmals Autonummern versteigert. Am Donnerstag. 8. Februar 2018 ging es los mit der Auktion. geendet hatte sie am Mittwoch, 14. Februar. In einer weiteren Auktion werden auch Wunsch-Nummern und Schnapszahlen zur Versteigerung gelangen. Der bisherige Rekordhalter wurde vom Thron gestossen: Für «VS 1» zahlte ein Fan 160'100 Franken. Zuvor war der Rekordhalter «SG 1»: Diese Nummer kam für 135'000 Franken weg. Auch für «TI 10» wurden 135'000 Franken gezahlt. 70'000 Franken zahlte jemand für «AG 25».

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«Wenn mir die Autonummer ‹ZG 10› gehören würde, dann wäre ich wohl so reich, dass ich nicht mehr so viel arbeiten müsste»: Das sagt Thomas Marty (42), Inhaber der Carrosserie Marty AG in Baar. Er muss aber sehr wohl weiter viel arbeiten. Denn «ZG 10» gehört gar nicht ihm, «obwohl das in Zug viele meinen», wie er sagt. Diese Nummer wurde im Februar 2018 bei einer Auktion des Strassenverkehrsamtes versteigert, und zwar für die Rekordsumme von 233'000 Franken, also für fast eine Viertelmillion.

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Zuger recherchierten auf Viacar

Anscheinend suchten viele Zuger danach auf Viacar nach der Person, die die Rekord-Nummer ersteigert hatte. Dort fanden sie zwar den neuen Halter von «ZG 10» nicht – der hat seine Nummer offensichtlich sperren lassen – dafür die Nummer «ZG 10 U». Und die gehört der Carrosserie Marty AG, weshalb laut Marty nun im Ruf stehe, die Rekordnummer ersteigert zu haben.

Dies habe sich negativ auf seinen Geschäftsgang ausgewirkt, sagt Marty. «Weil wir damals mit unserem Geschäft in unseren Neubau gezogen sind und viele dachten, ich könne mir gleichzeitig auch noch eine Autonummer für eine Viertelmillion leisten, zögerten plötzlich viele, ihr beschädigtes Fahrzeug in unsere Karrosserie-Werkstatt zu bringen.» Er schätzt, dass die Umsatzeinbussen deswegen im fünfstelligen Bereich lagen.

Aktuell ist «ZG 10» wieder in aller Munde – wegen Bern

Er hofft nun, dass der Mythos ein Ende habe, wonach er der Besitzer der Nummer «ZG 10» sei. Denn diese ist aktuell wieder in der ganzen Schweiz ein Thema, weil am Donnerstag in Bern die Nummer «BE 5» versteigert wird. Und in Bern sagt Hanspeter Bütler, dort Leiter der Abteilung Verkehrszulassung: «Wir hoffen, die Rekordmarke mit unserer Auktion zu knacken.»

Die Nummer «ZG 10 U», also eine Garagennummer, war laut Marty überhaupt nicht teuer. «Ich konnte diese für einen Freundschaftspreis von einem befreundeten Garagisten abkaufen, als dieser mit seinem Geschäft aufhörte.» Wem die Rekordnummer «ZG 10» gehöre, das «weiss im Kanton Zug keiner. Man sieht auch kein Auto mit dieser Nummer in Zug herumfahren». Marty vermutet, dass ein wohl eher luxuriöseres Fahrzeug mit dieser Nummer irgendwo in einer Zuger Garage parkiert ist.

«ZG 10» und «ZG 10 U» unterschiedliche Nummern

Im Kanton Zug ist es übrigens so, dass ursprünglich gar keine normalen Nummern mit Ziffern 1 bis 100 im Umlauf waren. Sondern Nummern mit diesen Ziffern waren alles Händlernummern, jene mit einem «U», also etwa «ZG 99 U»; es handelt sich um zwei unterschiedliche sogenannte Nummerkreise.

Kürzlich hat das Zuger Strassenverkehrsamt aber begonnen, zusätzlich auch Nummern mit Ziffern 1 bis 100 ohne U in Umlauf zu bringen, extra für Auktionen, die pro Jahr 400'000 Franken in die Kantonskasse spülen sollen. Dies funktioniert so: Will jemand beispielsweise «ZG 1» besitzen, kann er dieses Interesse beim Strassenverkehrsamt melden. Dieses legt dann ein Mindestgebot fest und bringt die Nummer in einer nächsten Auktion auf den Markt. Das Amt bringt aber auch von sich aus attraktive Nummern in die Auktionen. Ein Nachfrage beim Amt ergab übrigens, dass derzeit keine Pläne bestehen, «ZG 1» ohne konkreten Erstbieter ins Rennen zu schicken.

Bieter müssen Bezug zu Zug vorweisen

Teilnahmeberechtigt ist, wer das Kontrollschild mit einem Fahrzeug immatrikuliert, dessen Halter oder Halterin im Kanton Zug Wohnsitz oder Firmensitz hat und das Fahrzeug am Ort des Wohn- oder Firmensitzes üblicherweise über Nacht abstellt.

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sophia Winter am 28.11.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Die Verdigitalisierten können offenbar nicht von ZG 10 und ZG 10 U unterschreiden.

  • Cristiano Segantini Milano e Ticino am 28.11.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Keine böse Frage!

    Sind das NEU Reiche ohne viel Bildung, welche für sowas so viel Geld hinblättern?

    einklappen einklappen
  • Rolf Gasser am 28.11.2018 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    TG911

    Ich liebe tiefe Nummern. Finde den Verkauf um Defizite auszugleichen gut, langfristig aber nicht problemlösend.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • SchweizerBeobachter am 28.11.2018 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sieh da

    Mir fällt auf das sehr viele 5 stellige gekauften nummern mit jungen besitzern in "teuren" autos umherfahren! Um weniger aufzufallen? Dumm nur das sie dabei nicht auf den silberrahmen verzichten :-)

  • nibelungen am 28.11.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Headline !

    So ein Artikel gehört doch auf die Frontseite und nicht unter Diverses. Bin sehr enttäuscht.

  • Trollgeflüster am 28.11.2018 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber ein schönes Wappen

    Ich wäre ständig am heulen, wenn ich mit einem "ZG" rumfahren müsste...

  • Fritz am 28.11.2018 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Umsatz

    Ich bezweifle die Geschichte mit dem Umsatzverlust.

  • Guetzli am 28.11.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nummer

    Lustig ist es dass man denkt die Nummer ZG10 gehört dem neuen Besitzer, die Nummer gehört dem Staat und sie wird dem Besitzer vermietet.Egal wie Teuer es war Punkt Amen...