Polizisten als Kunden

13. Dezember 2011 22:11; Akt: 14.12.2011 03:15 Print

Hanfkönig soll 7,5 Mio Fr umgesetzt haben

von Lena Berger - Gestern stand ein Hanfladenbesitzer und Hanfproduzent vor dem Kriminalgericht: Er soll Hanf im Wert von 7,5 Millionen Franken verkauft haben.

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Bei der Grossaktion Greenfire wurden 2004 in Luzern mehrere Hanfläden dicht gemacht. Foto: luzerner polizei

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Während der beispiellosen Aktion Greenfire räumte die Polizei 2004 über zehn Hanfläden und Indooranlagen im Raum Luzern. Dabei erwischten sie auch Peter F.* (37), der ab 2000 als Mitbesitzer mehrerer Hanfläden und Indoor-Hanfplantagen über vier Jahre 750 Kilogramm Hanfblüten in Form von Duftsäckchen verkauft haben soll. «Es handelt sich um den grössten Fall der Aktion – und der Beschuldigte spielte darin zweifellos eine tragende Rolle», so der Staatsanwalt gestern vor Gericht. Zudem soll der Schweizer, der während der Verhandlung mehrfach als Hanfkönig Luzerns bezeichnet wurde, 400 000 Franken beiseite geschafft haben. Die Anklage fordert 5 1/2 Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe.

Völlig daneben findet das die Verteidigung. «Mein Mandant hat nach einem Raubüberfall auf seinen Laden 2001 die Polizei gerufen, um Spuren zu sichern – das hätte er kaum getan, wenn er geglaubt hätte, etwas Unrechtes zu tun», so Anwalt Beat Gachnang. Damals habe ein anderer politischer Zeitgeist geherrscht – F. sei davon ausgegangen, dass die Polizei den Hanfhandel dulde, wo er ihn doch jahrelang offen betrieben und auch Polizisten zu seinen Kunden gezählt hätten. Geld sei keines unterschlagen worden – F. habe die ganze Zeit über sehr bescheiden gelebt. Er fordert eine bedingte 19-monatige Freiheitsstrafe.

Der Beschuldigte zeigte sich gestern reuig. «Ich handelte in der Überzeugung, dass dieser Geschäftszweig bald gesellschaftlich anerkannt würde.» Das Urteil steht noch aus.

*Name der Redaktion geändert

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hanfforever am 14.12.2011 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Legalize it!

    Da will aber die Politik ein Exempel statuieren. Völlig daneben! Gebt endlich das Hanf frei! Besteuert es und verwendet die Einnahmen für RICHTIGE Drogenpräventionen wie Kokain, Heron, Speed und dem ganzen Müll. Aber lasst endlich diese Pflanze in Ruhe!

  • Neles Berger am 14.12.2011 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    LEGALIZE IT!

    Hanf schadet nicht, tötet nicht, macht nicht agressiv, beruhigt, entspannt, fördert die konzentrationsfähigkeit, und kann den staat riessen mengen an steuern bringen!

    einklappen einklappen
  • Nils am 14.12.2011 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    5 Jahre???!

    Ihr wollt einem Menschen 5 Jahre seines kurzen Lebens entziehen, nur weil er mit Mariuhana gehandelt hat??! Wem hat er denn etwas angetan? ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Callair am 16.12.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Hanf jetzt auch im Supermarkt

    Dieser Hanfkönig hat gut lachen, das hat er wirklich gut gemacht. Das ist ein ewiges Theater mit diesem Hanfverbot. Das gehört schon ewig lang legalisiert. Persönlich drinke ich täglich vor dem Frühstück eine Tasse Hanftee. Nichts Besseres für ein guter und gesunder Tag!

  • Thomas Grün am 16.12.2011 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Zaubersteuer

    Liebes Eidgenössisches Finanzdepartement, ich möchte Ihnen auf diese Weise mitteilen, dass ich sehr gerne Steuern für meinen Cannabiskonsum bezahlen würde. Ist ja schliesslich nicht fair den Rauchern gegenüber und das Drehpapier haben Sie auch schon günstiger gemacht. Was soll ich also tun, wenn ich mit meinem Konsum die Staatskasse unterstützen möchte? Können Sie oder ein Dritter mir diese Frage beantworten? Freundliche Grüsse Ihr Steuerzahler

  • Marco M. am 15.12.2011 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnisblödsinn

    Hier möchte die Justiz ein Exempel statuieren auf Kosten des Beschuldigten, die Justiz oder die Zuständigen haben zulange gewartet und nun müssen andere dafür büssen das Jahrelang nichts unternommen wurde und es den anschein hatte als ob Hanf legal wäre in der Schweiz. Sowas nennt man nicht Rechtsstaat da dies nichts mehr mit Recht mehr zutun hat. Verhältnisblödsinn.... Wie bereits mehrfach erwähnt werden Personen die anderen brutales antun (Vergewaltigung, Mord, Raubüberfall etc.) milder bestraft, das kann doch nicht sein.

  • Neles Berger am 14.12.2011 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    LEGALIZE IT!

    Hanf schadet nicht, tötet nicht, macht nicht agressiv, beruhigt, entspannt, fördert die konzentrationsfähigkeit, und kann den staat riessen mengen an steuern bringen!

    • Thomas K. am 15.12.2011 21:45 Report Diesen Beitrag melden

      FuD... Fahren unter Drogen

      Das ist alles Mist! Und nachher haben wir wieder viel mehr Verkehrstote, weil viel mehr unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln Auto fahren (VRV Art.2 Bst. a). Verboten lassen und vor allem viel härtere Strafen einführen. Drogen töten.....

    einklappen einklappen
  • M.baum am 14.12.2011 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wiedersprüche

    Milliarden von Tieren werden gezüchtet zum essen aber wehe man züchtet eine Pflanze zum rauchen.