Wicki (FDP) will in Bundesrat

17. Oktober 2018 09:29; Akt: 17.10.2018 11:34 Print

«Ich mache es in erster Linie für Nidwalden»

Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki stellt sich der Herausforderung: Er möchte neben Kronfavoritin Karin Keller-Sutter für die FDP zur Wahl in den Bundesrat antreten.

Das sagt Hans Wicki zu seiner Kandidatur. (Video:gwa)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Reihenweise sagten FDP-Koryphäen bisher ab, neben Karin Keller-Sutter für die Freisinnigen zur Bundesratsersatzwahl antreten zu wollen: Etwa der Zürcher FDP-Ständerat Ruedi Noser, der Bündner FDP-Ständerat Martin Schmid, die Zürcher FDP-Nationalrätin Regine Sauter, der Ausserrhodener FDP-Ständerat Andrea Caroni oder FDP-Präsidentin Petra Gössi aus Schwyz.

Umfrage
Wer soll für die FDP Nachfolger von Johann Schneider-Ammann werden?

Doch jetzt kommt Bewegung in die Kandidatur der Liberalen: Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki (54) gibt am Mittwochmorgen bekannt, dass er für den Bundesrat kandidiert. Wicki ist seit 2015 Ständerat. Zuvor war er von 2010 bis 2016 Regierungsrat in Nidwalden.

«Urschweiz ist untervertreten»

Am Mittwochmorgen erklärte sich Hans Wicki vor den Medien. Seine Motivation, Bundesrat zu werden, sei: «Ich habe mir zuerst vor Augen gehalten, was ein Bundesrat alles können muss. Dieses Jobprofil habe ich mit meinem Rucksack abgeglichen und siehe da, es passt. Die Konsequenz ist, dass ich mich zur Verfügung stelle.» In erster Linie tue er dies für seinen Kanton Nidwalden: «Nidwalden stellte noch nie einen Bundesrat. Deshalb ist es an der Zeit. Es kann ja nicht im Sinne der Gründerväter sein, dass die Urschweiz derart untervertreten ist.»

Zur Frauenfrage sagte Wicki: «Diese wird einigermassen heftig diskutiert. Die FDP St. Gallen wird mit Karin Keller-Sutter eine hervorragende Kandidatin stellen. Möglich, dass aus anderen Kantonen noch weitere Personen dazu kommen. Die Fraktion wird dann entscheiden, wen sie ins Rennen schickt.» Ein Einer-, ein Zweier- und gar ein Dreierticket, nur Frauen, eine Frau und ein Mann, alles sei möglich.

Hans Wicki (FDP) will in den Bundesrat

Ist Wicki für die FDP nur ein «Alibikandidat»?

In der Fragerunde wollte ein Journalist von Wicki wissen, ob der denn keine Angst habe, für die FDP neben Kronfavoritin Keller-Sutter nur ein Alibi-Kandidat zu sein. Wicki antwortete dezidiert: «Nein, meine Kandidatur ist sehr ernst gemeint. Am Anfang von jedem Erfolg steht grundsätzlich das Risiko. Wer sich dem nicht stellt, wird nie einen Schritt weiter kommen. Und ich habe bewiesen, dass ich Herausforderungen bewältigen kann.»

Dritter FDP-Politiker mit Ambitionen

Neben Wicki und Karin Keller-Sutter könnte am nächsten Donnerstag ein weiterer FDP-Politiker dazu kommen, der Bundesrat werden will: Christian Amsler, Schaffhauser Regierungsrat. Ob er will, werde er an der kantonalen Parteiversammlung bekannt geben, schrieb die Sonntagszeitung.

Die Bundesrats-Ersatzwahlen finden am 5. Dezember statt. Sie werden nötig, weil Doris Leuthard (CVP) und Johann Schneider-Ammann (FDP) auf Ende Jahr vor Ablauf der Amtsperiode zurücktreten. Kronfavoritin bei der FDP ist die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter, die ihre Kandidatur letzte Woche bekanntgegeben hatte. Ebenfalls zur Wahl antreten will der Zuger Ständerat und Alt-Regierungsrat Peter Hegglin (CVP). Ein weiterer Name der CVP, der ins Rennen steigen könnte: Viola Amherd, Nationalrätin aus dem Wallis.


(mme)