Für alternative Schule

03. Januar 2018 09:44; Akt: 03.01.2018 14:30 Print

Hausbesetzung in Gebäude der SBB in Luzern

In der Stadt Luzern haben sich Hausbesetzer in der Nacht auf Mittwoch in einer leerstehenden Wohnung niedergelassen. Die betroffene Wohnung befindet sich in einem Gebäude der SBB.

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Die Besetzer unter dem Namen Rosa Lavache werden ab sofort die Wohnung nutzen. Geplant seien in den kommenden Tagen ein öffentlicher Apéro, Konzerte und Kinoabende. (Bild: Rosa Lavache)

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Die besetzten Räume sollen unter anderem der Autonomen Schule Luzern (ASL) zur Verfügung stehen, schreiben die Besetzer unter dem Namen Rosa Lavache in einer Mitteilung. Die Wohnung werde ab sofort genutzt, geplant seien in den kommenden Tagen ein öffentlicher Apéro, Konzerte und Kinoabende. Sobald eine «stabile juristische Lösung» gefunden sei, finde konstanteres Schulprogramm statt. Das Gebäude der SBB befindet sich an der Gütschstrasse 7 südlich des Bahnhofs.

Wie die Besetzer in das Gebäude gelangten und wie viele Personen sich darin aufhalten, war vorerst nicht zu erfahren. Man habe sich erfolglos um den Dialog bezüglich einer sinnvollen Nutzung mit Besitzerin des Hauses bemüht, schreiben die Besetzer.

Das 1766 Quadratmeter grosse Grundstück, auf dem unter anderen das besagte Gebäude steht, ist im Besitz der SBB. Wie ein SBB-Sprecher auf Anfrage mitteilte, hat man den Mietern der über hundert Jahre alten Immobilie gekündigt, weil das Haus in schlechtem baulichen Zustand ist. So hätten sich in tragenden Wänden Risse gebildet.

Zwischennutzung nicht möglich

Eine Zwischennutzung des Gebäudes sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Eine leerstehende Wohnung sei bereits Mitte Dezember ohne Einverständnis der SBB bezogen worden. Eine von den SBB gestellte Frist zur Wohnungsräumung bis am 13. Dezember wurde von den unrechtmässigen Nutzern nicht wahrgenommen. Die SBB haben deshalb bereits im Dezember rechtliche Schritte eingeleitet und Strafanzeige erstattet.

Ob es sich bei der Besetzung um die gleiche Wohnung handelt, konnte der Sprecher nicht sagen. Es würden aber dieselben rechtlichen Schritte eingeleitet wie schon im Dezember. Die SBB wollen das Gebäude vorerst nicht sanieren und die weitere Planung der Überbauung Rösslimatte und deren Auswirkungen abzuwarten.

Wiederholte Besetzungen

In den vergangenen Jahren kam es in Luzern wiederholt zu Hausbesetzungen. Im April 2017 räumte die Polizei eine besetzte Villa an der Obergrundstrasse. Zwei Hausbesetzerinnen wurden im August zu Geldstrafen verurteilt. Das Nachbargebäude war bereits im April 2016 während knapp drei Wochen von einer Gruppe namens Gundula besetzt worden. 27 Personen wurden in der Folge wegen Hausfriedensbruchs oder Gehilfenschaft dazu mit Geldstrafen und Bussen belegt.

Im Juni 2016 hatte ein Kollektiv unter dem Namen Stella Matta ein Haus an der Sternmattstrasse 68 während neun Tagen besetzt. Danach zogen sie friedlich aus.

(sda)